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Erfolgreicher Spagat zwischen Schule und Leistungssport

Größen wie der Fußballer Michael Ballack, die Eiskunstläuferinnen Katarina Witt und Gabriele Seyfert sowie der Radsportprofi Michael Hübner haben in Chemnitz den Spagat zwischen Schule und Leistungssport geschafft und Traumkarrieren vorzuweisen.


Und auch heutzutage nehmen die Superlative nicht ab für das Sportgymnasium, das nicht umsonst den stolzen Titel "Eliteschule des Sports" trägt und von Partnern wie dem Deutschen Fußball Bund e.V. (DFB) sowie als Bundesstützpunkt für männliche Turner im ganzen Land anerkannt ist. Außerdem haben sich allein fünf von zehn Nachwuchsturnerinnen für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert. Das Ziel, zukünftig ebenfalls für Turnerinnen bundesweit der Anlaufpunkt Nummer eins zu werden, liegt nahe. »In unserer Region sind beste Bedingungen für junge Talente geschaffen«, sagt Frank Kahlmann, der stellvertretende Schulleiter, gleichfalls auch Sport- und Biologie-Diplomlehrer am Sportgymnasium.

Durch den Neubau der Schule sowie die Förderung der Sportstätten zeige Chemnitz deutlich seine Initiative als Sportstandort. Sachsen sei generell auf einem guten Weg mit vergleichbaren Komplexen für Sportprofiausbildung in der Landeshauptstadt und in Leipzig. »Mitte 2008 sollen eine neue Dreifelderhalle und eine Mensa entstehen. Für nächstes Schuljahr ist der Bau einer Sportmittelschule geplant«, gibt Frank Kahlmann für die Chemnitzer Elitesportschule einen Ausblick. In diesem Schuljahr besuchen rund 400 Schüler das Sportgymnasium Chemnitz und betreiben Leistungssport in Fußball, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Schwimmen, Wasserball, Gewichtheben, Radsport, Leichtathletik, Judo, Boxen, Ringen, Basketball, Kunstturnen und Teamgym. Mehr als ein Viertel der jungen Talente ist im Internat untergebracht. 70 Trainer arbeiten am Sportgymnasium.

Damit Kinder in das Sportgymnasium eingeschult werden können, ist eine Empfehlung des Landessportbundes notwendig, beim Fußball gibt es zudem spezielle Auflagen des DFB. So kommen von den im Moment 70 Fußballern viele aus den Nachwuchsleistungszentren rund um Chemnitz und Aue. »Leistungssport und gleichzeitig gute schulische Leistungen sind eine hohe Belastung für die Kinder und ihre Familien«, sagt Frank Kahlmann und Elternarbeit sei sehr wichtig bei einer so speziellen Schule mit vertiefter leistungsorientierter Ausbildung. Der Unterricht allein umfasst bereits etwa 35 Stunden in der Woche, beginnt ab 07:00 Uhr morgens und wechselt sich mit dem Training in Sportart eins und zwei ab. Außerdem gehört Sporttheorie zum Teil der Sportausbildung und des Trainings. Wie ist das zu schaffen? Durch einen engen Kontakt zu den Lehrern und Trainern. Bei Wettkämpfen können die Schüler auch online beschult werden, sind mit ihren Fachlehrern vernetzt und haben Aufgabenblätter mit in ihrem Gepäck, um am Ball zu bleiben.

Die Erfolgsgeschichte der Chemnitzer Sportlerschmiede ist unbestritten. Sportler von Weltklasse haben hier ihre Profisportlaufbahn eingeschlagen. Ein kleiner Rückblick sei an dieser Stelle gestattet. Im September 1953 wurde die Kindersportschule mit zwei siebten Klassen in der Ludwig-Richter-Schule 1 eingerichtet, wenn auch zunächst nur wenige Räumlichkeiten zur Verfügung standen. Gleichzeitig wurden in der Schule Annenstraße, der ersten neugebauten Schule nach dem Krieg in Chemnitz, zwei neunte Klassen als Jugendsportschule integriert. Das erste Internat ist bereits ein Jahr später in der Gaststätte "Alte Harth" in Harthau entstanden. Seit 1955 ist die Kinder- und Jugendsportschule an ihren neuen Standort An der Markthalle gewesen, wo sich seit 1973 die Eissektion befunden hat.

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