Mäusezähnchen….Pflegetips für ein strahlendes Kinderlächeln
«Oh! Der erste Zahn!» Welche Eltern freuen sich nicht über die ersten Entwicklungsschritte des Nachwuchses? Damit die ersten 20 Zähnchen auch so schön bleiben und der Zahnarztbesuch zu einem angenehmen Spaziergang wird, haben wir uns bei Zahnexperten über die bestmögliche Pflege der Kinderzähne erkundigt.
Hat das Stillen Einfluss auf die spätere Zahnentwicklung?
Ja, denn das Saugen kräftigt den Kiefer, Lippen, Zunge und die Kopf- und Halsmuskulatur. Außerdem stellt das Stillen eine zentrale Funktion bei der Ernährung dar. Sobald die ersten Zähnchen allerdings durchkommen, sollte man auf das Stillen verzichten, denn die Muttermilch enthält zu viel Zucker. Die Eltern sollten deshalb die Kinder möglichst schnell aus einer normalen Tasse trinken lassen, denn hier ist auch der Zahnkontakt am geringsten.
Welchen Einfluss hat das ständige Nuckeln für die Zahn- und Kieferentwicklung?
Solange die Schnuller sauber sind, haben sie keinen Einfluss auf Karies. Allerdings verformen sie den Kiefer. Deshalb sollten die Kinder spätestens nach dem ersten Zahn die heißgeliebten Schnuller abgeben. Damit der Abschied nicht in Tränen endet, können die Eltern zum Beispiel mit Hilfe einer „Schnuller-Fee“ (eine Person als Fee verkleidet, die den Nuckel gegen ein passendes Geschenk beim Kind eintauscht, Anm. d. Red.) den Prozess erleichtern. Nuckelfläschchen, die von den Kindern selbstständig gehalten werden können, verführen dazu, dem Kind das Fläschchen für längere Zeit zu überlassen. Das Getränk umspült die Zähnchen, kariesbildende Säuren können entstehen und der weiche Zahnschmelz wird angegriffen. Deshalb sollten die Eltern das Fläschchen dem Kind nur für kurze Zeit geben.
Wie entsteht Karies eigentlich?
Karies ist eine Infektionskrankheit. Was viele Eltern nicht wissen: Man kann seine eigene Karieserkrankung also durch Schnullerablecken oder Küssen auf das Kind übertragen. Deshalb sollte man hier sehr vorsichtig sein. Die Karies-Bakterien ernähren sich von Zucker. Die Ausscheidungen der Bakterien greifen dann wiederum die Zähne an und somit entstehen Löcher. Gesunde Milchzähne sind aber ganz wichtig für die Sprachentwicklung, sie fungieren als Platzhalter für die bleibenden Zähne und sind eine wichtige Voraussetzung für gesunde Erwachsenenzähne. Deshalb sollte Karies nach allen Möglichkeiten verhindert werden.
Ab wann sollte man mit Kindern das erste Mal zum Zahnarzt gehen?
Vor dem zweiten Geburtstag braucht man nicht zum Zahnarzt, aber danach kann man die Kinder gern schon mal mitbringen und sie an die Atmosphäre gewöhnen. Sie können erstmal im Wartezimmer spielen und die Mama oder den Papa begleiten. Anschließend sollten die Kleinen jedes halbe Jahr zur Kontrolle kommen.
Wie pflegt man die ersten Zähnchen?
Es gibt ganz spezielle kleine Bürsten mit weichen Borsten für den Kindermund. Bis zum dritten Lebensjahr besser auf Zahnpasta verzichten, denn die Kleinen schlucken mehr, als sie ausspucken. Ab dem dritten Geburtstag empfiehlt sich dann eine spezielle Kinderzahnpasta mit geringem Fluoridgehalt (bis 500 ppm). Man sollte von Anfang an die gleiche Putztechnik anwenden wie bei den Großen, damit es das Kind gleich verinnerlicht. Es kann auch bereits gleich mitmachen, aber die Eltern sollten anschließend noch mal nachputzen, damit die Beißerchen auch wirklich sauber sind. Als Faustregel gilt: Sobald der Nachwuchs in der Schule das Schreiben gelernt hat, kann er auch alleine Zähne putzen. Früh und abends sollten die Zähnchen gesäubert werden, das genügt völlig. Nach den Malzeiten sind Zahnpflegekaugummis sinnvoll, sobald die Kinder diesen nicht mehr runterschlucken. Der Kaugummi regt den Speichelfluss an, der wiederum den pH-Wert im Mund neutralisieren kann.
Inwieweit hat die Pflege der Milchzähne Einfluss auf die Gesundheit der bleibende Zähne?
Da Karies eine Infektionskrankheit ist, kann es zu einer Übertragung von den Milchzähnen auf das bleibende Gebiss kommen. Manchmal kommt es auch vor, dass die zweiten Zähne sich unbemerkt aus dem Zahnfleisch schieben und deshalb nicht richtig geputzt werden. Wenn Kinder ihre Milchzähne verlieren und die echten Zähne durchsprießen, empfiehlt sich, ein Mal die Woche eine Fluoridpaste zu gebrauchen. Elektrische Zahnbürsten sollten aber erst benutzt werden, wenn die Kinder bereits mit einer normalen Bürste ordentlich putzen können. Sie verlassen sich nämlich gerne auf das elektrische Wundermittel und stecken die Bürste oft nur in den Mund.
Was muss man bei der Pflege während des Zahnwechsels beachten, wenn die Zähnchen wackeln und wehtun?
Hier gibt es spezielle desinfizierende Salben in Drogerien. Aber ganz aufs Putzen sollte man nicht verzichten. Man kann trotzdem normal, aber vorsichtig die Zahnbürste zu Hilfe nehmen.
Wie kann durch Ernährung Karies vorgebeugt werden? 
Die Karies-Bakterien ernähren sich von Zucker. Das heißt, man sollte auf allzu zuckerhaltige Lebensmittel verzichten, vor allem vor dem Zubettgehen. Cola, Ketchup, Eistee und Fruchtsäfte bieten einen perfekten Nährboden für Karies-Bakterien. Aber auch der vermeidlich gesunde Früchtetee stellt eine Gefahr für die Zähnchen dar: Die darin enthaltene Säure greift den Schmelz an. Obst enthält zwar Zucker, der ist aber nicht klebrig und kann deshalb leicht vom Speichel weggespült werden. Beim Kochen sollte man darauf achten, Salze mit der Aufschrift „Fluorid“ zu benutzen. Das kräftigt die Beißerchen.
Worin unterscheiden sich Milchzähne vom bleibenden Gebiss und was ist deshalb zu tun?
Sie haben unterschiedliche Schmelzzusammensetzungen. Außerdem liegen die zweiten Zähne weiter hinten im Mund und die darf man natürlich beim Putzen nicht vergessen. Beim Zahnarzt können die Zähne angefärbt werden, um zu sehen, wo noch Putzbedarf besteht. Gespräche und Informationen über die richtige Zahnpflege beim Zahnarzt helfen den Kindern sehr, ihre Zähne besser zu pflegen. Bis zum 18. Lebensjahr wird die Prophylaxe noch von der Krankenkasse bezahlt. Das bedeutet, dass das Anfärben und die Versiegelung kostenfrei sind und das sollte man auch nutzen.
Wie wird aus einem Putzmuffel ein Putzteufel?
Eltern sind wichtige Vorbilder. Also ist es ganz wichtig, selbst regelmäßig die Zähne zu putzen und das ganze als eine Art Ritual einzuführen. Leckere Kinderzahnpasta, eine bunte Zahnbürste und das gemeinschaftliche Putzen motivieren die Kleinen.




