Kribbelbunt

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Lachen, Weinen und Erstaunen - Dascha Semcov

Es ist einer dieser kalten Tage, zu kalt um draußen die ersten Sonnenstrahlen genießen zu können...
"Hey, wir kennen uns doch!" empfängt mich die 17jährige Dascha Semcov freudestrahlend an der Hoteltür und winkt mich mit einer einladenden Geste hinein ins Warme.

- Dabei liegen zwischen unserem ersten Treffen auf der Bühne des Songcontests in Erfurt und heute bereits einige Wochen, hunderte von Gesichtern und unzählige Eindrücke. Ich freue mich sehr über das Wiedersehen mit der taffen, jungen Frau, mit der das ganze Land bei "Deutschland sucht den Superstar" mitgefiebert hat und die mir nun gegenüber sitzt, entspannt und ernst zugleich wirkt, die lacht und sehr zufrieden mit sich scheint…

Zartgraue Puschelhausschuhe an den Füßen und das Bühnenoutfit gegen Jeans und Shirt getauscht, sprudelt Dascha direkt drauf los, so vieles bewegt sie auf einmal. Ihre großen dunkelbraunen Locken umspielen die silberfarbenen Ohrringe, die Hände gestikulieren und ihre Augen blitzen herausfordernd…


Dascha, in den letzten Wochen ging es bei Dir ja unglaublich turbulent zu…
Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt und so viele Leute kennen gelernt. Ich durfte vor mehr als 6.Millionen Menschen singen - das sind so unglaubliche Eindrücke. - Erfahrungen, die ich nie wieder nicht missen möchte.

Wie groß war Dein Lampenfieber?
Gerade bei den Motto-Shows von DSDS war für mich die Aufregung immer am größten. Ich saß da in diesem roten Loungebereich und konnte mich auf meinen Auftritt kaum konzentrieren. Mehr als 50 Leute waren um mich herum, redeten durcheinander, liefen durcheinander und zupften hier und da noch an mir herum. Und dann wird plötzlich dein Name gerufen. Ein Zurück gibt es nicht mehr, es ist ja eine Lifesendung… Und Du stehst vor dieser Schiebetür, die sich dann öffnet… Ganz weiche Knie… Aber sobald ich auf der Bühne stand war alle Aufregung wie weggeblasen.

Wie erlebst Du selbst Deine Auftritte von einer so großen Bühne aus?
Die Musik geht an, Du siehst nur eine breite Masse, keine einzelnen Gesichter, das ist natürlich sehr positiv wenn man vor einem so großen Publikum singt, und Du weißt ganz genau, mindestens der Hälfte gefällt's.
Und so bin ich auch da 'ran gegangen und ich hatte dabei so viel Spaß! Ich denke mit den Motto-Shows hat man auch meine Veränderung sehen können. Das lag eben auch an der Bühne und an der Atmosphäre.

Von brav zu sexy: Wir haben in den Mottoshows viele Facetten Deiner Persönlichkeit erlebt. Du bewegst die Leute mit Deinem Gesang…
"Ein Sänger kann 3 Emotionen auslösen - Menschen zum Erstaunen, zum Lachen und zum Weinen bringen. Ich habe die Leute mit "Angel" zum Weinen gebracht mit "Black Velvet" zum Erstaunen und mit "Manic Monday" zum Lachen. Ich bin sehr froh, das ich dies alles zeigen konnte."

Dascha, das Sternchen - wie fühlt sich das an?
…herzhaftes Lachen... "Als Kandidat steht man natürlich im Mittelpunkt des Geschehens. Klar, dass sich alles um dich dreht. Es herrscht ein unheimlicher Trubel, Aufmerksamkeit um dich herum. Da wird einem auch schon mal etwas hinterher getragen - aber das ist nichts für mich um die Bodenhaftung zu verlieren…"

Ist Dir der Rummel um Dich nie zuviel geworden?
Ich komme sehr gut mit so einem Stress zurecht. Klar, ich habe wenig geschlafen, wenig gegessen, habe wahnsinnig abgenommen aber es hat mir so viel Spaß gemacht. Für mich ist klar, ich werde weiter machen.

Angst vor der Jury?
Es war super aufregend zum Casting zu gehen, dann zum Recall. Du musstest diese 3 Menschen überzeugen von Deinem Talent. Und die haben echt Ahnung von dem was sie da machen. Zu mir waren alle immer sehr fair.
Obwohl sie mich ja am Anfang eigentlich nicht haben wollten beim Casting in Erfurt. Ich war erst seit Nürnberg mit dabei. Ich denke, sie haben gesehen, was für Anstrengungen ich unternommen haben und sie haben mich als Menschen ernst genommen.

Leid, Emotionen, viele Tränen der Enttäuschung, wie bist Du mit den ständigen Entscheidungen zurecht gekommen?
"Das tat immer sehr weh. Deswegen saßen wir immer bei den Entscheidungen auf unseren Stühlen und waren echt fertig darüber, das andere gehen mussten. Das hat mich schon manchmal so getroffen, das ich dachte zusammenzubrechen… man hat die anderen ja so lieb gewonnen… Als ich selbst gehen musste, fand ich diese Entscheidung selbst ungerecht. Doch die Zuschauer hatten entschieden. Für meine Fans und für meinen Traum will ich aber dennoch weiter machen!"

Die Bühne - ein Kindheitstraum?
Ich wollte schon immer auf die Bühne. Und auf so eine Bühne zu kommen ist einfach der Hammer. Für mich ist das wie eine "Golden Globe" Verleihung… es sind so viele Lichter… es ist unbeschreiblich. Ich werde es so vermissen - die Atmosphäre, die Leute, die Proben… Aber ich weiß auch ganz genau, dass ich irgendwann wieder auf einer solchen Bühne stehen will und werde.

In einem anderen Interview sagst Du, eine Mädchenband mit den Talenten von DSDS wäre nicht ausgeschlossen…
Warum nicht? Ich finde es ganz lukrativ, alle können singen, alle sind "Rampensäue" - ausschließen sollte man diesen Gedanken nicht. Mal schauen…

Stichwort Schule, wie soll's bei Dir weitergehen?
Ich werde auf jeden Fall in diesem Jahr mein Abi machen. Egal wie gut oder wie schlecht es ist. Es sind für mich ja nur noch ein paar Wochen bis dahin.

Was hat Dir bisher in der Schule immer am meisten Spaß gemacht?
Musik natürlich (…lacht). Aber gut war ich auch immer in Deutsch und Geschichte. Dafür bin ich aber bin ein echter "Sportlooser". Ich kann einfach keine Bälle werfen, bin nicht gut im Laufen - ich kann nur Tanzen! - Aber das ist ja kein Sport in dem Sinne…

Stolpern, Text vergessen oder das berühmte Toilettenpapier unter dem Schuh… - Schlimm für Dich?
Ich fühle mich einfach wohl auf der Bühne. Und wenn ich mal Stürze oder irgendetwas anderes komisches passieren sollte, denke ich, dass es einen vielleicht sogar sympathischer macht… ich bin ja schließlich auch nur ein Mensch. In den Proben zu den Mottoshows rutschte mir mal mein Rock hoch - doch das war am Ende eher lustig.

Wie weit geht Deine Singleidenschaft?
"Ich singe am liebsten unter der Dusche, da klingt's einfach am schönsten. Eigentlich singe ich überall, egal wo ich bin. Ich tue es ohne groß darüber nachzudenken. Es ist mir sogar schon passiert, dass ich mitten auf der Straße gesungen habe und die Leute ganz erstaunt guckten…" lacht Dascha

Wo soll's für Dich hingehen?
mir stehen jetzt viele Wege offen. Ich habe nun einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Der ist für viele Leute interessant. Ich könnte mir vorstellen z.B. bei VIVA in die Moderation zu gehen, auch Schauspielern wäre ganz schön. Ich nehme alle Angebote die kommen, ordne sie und werde danach entscheiden, was ich tun möchte.

Was zieht Jahr für Jahr tausende Mädchen und Jungen zu den Castings von DSDS?
Sie sind das Sprungbrett schlechthin. Ohne große Erfahrung in die Musikbranche zu kommen ist fast unmöglich. Ich habe so viele Leute kennen gelernt, die mit mir zusammen arbeiten wollen. Im Schnitt brauchen Künstler 3 Jahre dazu, den Bekanntheitsgrad zu erreichen, den ich und alle anderen in wenigen Wochen mit "Deutschland sucht den Superstar" erreicht haben. Hier werden die Wege mit der Presse sehr gut für Dich vorbereitet.

Was geht Dir unter die Haut?
Tolle Töne, schöne Gesänge, schöne Shows und der Film "Hautnah" - mein absoluter Lieblingsfilm.

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