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Südafrika: „Bafana Bafana“, Safari und jede Menge Millie Pap

Text: Christian Köhler / Fotos: Bastian Barnikol

 

Die ganze Welt freut sich alle vier Jahre auf ein spektakuläres Sport- und Medienereignis: die Fußballweltmeisterschaft. In diesem Jahr rollt zum ersten Mal der Ball bei der 19. WM auf dem afrikanischen Kontinent – in Südafrika. Wir wollen das weit entfernte Land ein wenig unter die Lupe nehmen und schon vor der WM einen Blick darauf werfen:

 

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Einmalige Natur

 

Das Land am Kap der Guten Hoffnung ist vor allem durch seine einmalige Tier- und Pflanzenwelt bekannt und einzigartig. Steppen, Berge und die Kalahariwüste kennzeichnen das Landesinnere – nur ein Prozent der Fläche des Landes ist mit Wald bewachsen. Die mehr als 20.000 Pflanzenarten machen etwa zehn Prozent der Flora unseres gesamten Planeten aus, weshalb die Region am Westkap von Botanikern als eines der sechs Pflanzenreiche der Erde bezeichnet wird. Die artenreiche Tierwelt ist in vielen kleine Naturschutzparks und großen Reservaten wie dem Krüger-Nationalpark zu bewundern. Sie beherbergen die großen fünf afrikanischen Säugetierarten, den Löwen, den Leopard, das Nashorn, den Büffel und den Elefanten. An der Südküste gibt es sogar Pinguine – die Brillenpinguine. Sie stehen unter strengem Naturschutz.

 

Soziale Ungleichheit

 

Als 1994 der Apartheid in Südafrika endlich ein Ende gesetzt wurde, liegt Südafrika zwar auf einem guten Weg in die Zukunft, hat aber dennoch mit vielen Problemen aus der Apartheidzeit zu kämpfen. Dies betrifft nicht nur die Isolierung der verschiedenen ethischen Gruppen in so genannten Townships, sondern vor allem das Aufarbeiten der Vergangenheit – und zwar nicht nur der eigenen. Das Regime der Apartheid wurde zwar einerseits international geächtet, aber eben leider auch unterstützt. Heut ist zwar auf dem Papier eine Gleichberechtigung aller ethnischen Gruppen, vor allem zwischen den Weißen und Farbigen, „Coloureds“ genannt, erreicht worden, allerdings hat sich an den großen sozialen Unterschieden zwischen diesen Bevölkerungsgruppen wenig bis gar nichts geändert. Aus Angst vor Übergriffen leben nun Wohlhabende Südafrikaner, zumeist Weiße, in den bewachten Vororten der Städte unter sich. Durch die große soziale Ungleichheit, die sich auch heut noch in der Bezahlung von Arbeitern niederschlägt – Schwarze werden im 21. Jahrhundert immer noch schlechter bezahlt als Weiße, kommt es zu einer sehr hohen Kriminalitätsrate im Land.

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Kriminalität

 

Ein großes Problem des Landes stellt die Kriminalität dar, obwohl die Regierung seit Jahren bemüht ist, diese zu bekämpfen. Seit dem Ende der Apartheid 1994 wurden knapp eine halbe Million Menschen Opfer von Morden, weit über eine halbe Millionen Frauen wurden Opfer von Gewaltverbrechen. Insofern stellt besonders die hohe Zahl der Sexualstraftaten eine enorme Herausforderung für die südafrikanische Polizei dar. Die Zahlen dazu können nur erschrecken: jede zweite Frau in Südafrika muss damit rechnen, mindestens einmal in ihrem Leben vergewaltigt zu werden. Demzufolge ist es dort für eine Frau statistisch gesehen wahrscheinlicher vergewaltigt zu werden als lesen zu lernen.

 

Küche

 

Im Land am Kap der Guten Hoffnung wird vor allem und sehr viel Fleisch aller Art verspeist. So wird von den Einheimischen vor allem das Grillen (Afrikaans: Braai) als Freizeitbeschäftigung betrieben. Unter der ärmeren, schwarzen Bevölkerung wird zumeist eine Art Maisgericht zubereitet, das so genannte „Millie Pap“. Die WM Spielorte In neun Städten soll das große Sportereignis zelebriert werden. Dabei besitzt Johannisburg gleich zwei Stadien, wobei das 94.700 Zuschauer große Soccer City Stadium als Austragungsort für das Eröffnungsspiel als auch für das Finale bestimmt ist. In die weiteren neu gebauten Stadien, darunter das Green Point-Stadion in Kapstadt, das Durban-Stadium in Durban, das Nelson Mandela Bay-Stadion in Port Elizabeth und das Mbombela-Stadion in Nelspruit, werden im Juni viele Zuschauer strömen und die Spiele verfolgen können.

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Der WM-Ball: Jabulani

 

Der offizielle Weltmeisterschaftsball 2010 heißt Jabulani. Das Wort entstammt einer afrikanischen Sprache und bedeutet so viel wie „feiern“. Darüber hinaus finden sich elf verschiedene Farben auf dem Ball. Sie repräsentieren die elf Spieler einer Mannschaft, die elf Stämme in Südafrika und die elf südafrikanischen Sprachen.

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Fußball in Südafrika

 

Fußball zählt zu der populärsten Sportart in Südafrika, da bereits 1860 britische Kolonialherren den Sport in das Land brachten. Heut ist das Spiel vor allem unter der schwarzen Bevölkerung beliebt. Der größte Erfolg der südafrikanischen Nationalmannschaft, die „Bafana Bafana“ genannt wird, stellt neben der zweimaligen WM-Teilnahme, 1998 in Frankreich und 2002 in Südkoreo und Japan, der Gewinn der Afrikameisterschaft von 1996 dar.

 

Makarapa und Vuvuzela

 

Vor allem die Fußballkultur der südafrikanischen Fans unterscheidet sich doch merklich von europäischen Fans. So betreten die leidenschaftlichen Fußballfans die Stadien ihrer Mannschaften mit einer Makarapa, einem geschmückten Bergarbeiterhelm, und einer Vuvuzela, einer Plastiktrompete mit dem charakteristischen Klang eines Elefanten. Damit werden auch die Ligaspiele der beliebtesten Clubs in Südafrika, den Kaizer Chiefs und den Orlando Pirates, zum lauten und farbenprächtigen Erlebnis.


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