Kribbelbunt

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"Schlaf, Kindchen, schlaf..."

Kinder haben einen gesunden Schlaf - diese Ansicht ist weit verbreitet. Umso überraschender ist die Erkenntnis, die eine Studie der Uni- und Kinderklinik Köln unter dem Titel "Gesunder Schlaf für Kölner Kinder" ergeben hat. Demnach haben 18 Prozent der Kinder im Einschulalter Schlafprobleme, in der vierten Klasse sind es bereits 23 Prozent. Fast 40 Prozent der befragten 11.500 Kinder berichteten von gelegentlichen oder sogar häufigen Albträumen.

Schlaf hat jedoch neben dem Gewährleisten von Erholung und Regeneration noch weitere wichtige Funktionen.
Kinder verarbeiten nachts wesentlich mehr Informationen und Eindrücke als Erwachsene. Daher schlafen sie länger und träumen mehr. Der Traumschlafanteil ist höher als bei Erwachsenen, und die Schlafzyklen sind kürzer.

Wird die Schlafstruktur gestört oder die Schlafdauer verkürzt, schwindet die Aufnahmefähigkeit des Kindes am Tag. Auch Hirnfunktionen werden durch Schlafstörungen beeinflusst.
So wird etwa die Ausschüttung von Wachstumshormonen beeinträchtigt, was vor allem für Säuglinge und Kleinkinder von Bedeutung ist.
Daher ist es durchaus wichtig, kindliche Schlafprobleme nicht als gegeben hinzunehmen, sondern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Anzeichen einer Schlafstörung liegen vor, wenn Ihr Kind:
- abends länger als eine halbe Stunde zum Einschlafen braucht, häufig nachts aufwacht und lange nicht wieder einschlafen kann.
- morgens müde und unausgeruht ist und lange braucht, um richtig munter zu werden.
- seine alterstypischen Aufgaben nur mit Mühe bewältigen kann und tagsüber unter Müdigkeit leidet.
- in der Schule Konzentrationsprobleme hat, gereizt, nörgelig, lustlos und überfordert wirkt. Klagt Ihr Kind über die genannten Beschwerden an mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche und leidet es seit über einem Monat daran, sollten Sie professionelle Hilfe suchen. (Stiftung Warentest | www.test.de/buecher)

Natürlich gibt es eine ganze Reihe verschiedener Ursachen für kindliche Schlafstörungen. Sie reichen von Darmkrämpfen bei Säuglingen, die oft durch eine homöopathische oder osteopathische Behandlung behoben werden können, bis zu unerkannten Allergien, Verengungen der oberen Atemwege oder Asthma. Auch hier hat sich gerade im Kindesalter die Naturheilkunde bewährt. Wird die Konstitution rechtzeitig und mit den geeigneten Mitteln gestärkt, kann dem Kind in der Regel die drohende lebenslange Einnahme von Medikamenten erspart werden.

Laut einer Studie der Dresdner Universitätskinderklinik schnarcht jedes achte Kind im Alter von zwei bis sechs Jahren fast ständig in jeder Nacht. Diese Schnarcher neigen verstärkt zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Infekten der oberen Atemwege.
Ekkehart Paditz von der Dresdner Kinderklinik erklärt: "Beim Schnarchen wird die Atmung unterbrochen, so dass weniger Sauerstoff aufgenommen wird." Dabei kommt es zu kurzen Weckreaktionen, die den Tiefschlaf verhindern. "Das verringert den Erholungseffekt des Schlafens und damit die geistige Leistungsfähigkeit am Tag." Wenn ein Kind oft und laut schnarcht, schwer atmet, sich aggressiv verhält, tagsüber müde ist und sich nicht konzentrieren kann, sollte ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden.

Meist mangelt es jedoch an der geeigneten Schlafhygiene. Das heißt, die Kinder haben keine festen Zeiten, zu denen sie ins Bett gehen und aufwachen, es fehlen Einschlafrituale wie die Gute-Nacht-Geschichte oder das Abendgebet. Alarmierend hier auch ein weiteres Ergebnis der Studie: Fernsehen vor dem Schlaf ist bei 57 Prozent der Erstklässler und 82 Prozent der Viertklässler üblich. Auf der anderen Seite brauchen gerade Kinder besonders lange, um die Reizüberflutung zu verarbeiten. Auch Lärmbelästigung verhindert einen gesunden Schlaf, ebenso das Rauchen der Eltern in der Wohnung.

Tipps für Eltern

• Übermäßige akustische und optische Reize (z. B. Fernsehen) vor dem Zubettgehen vermeiden
• Gleichbleibende Einschlafrituale einhalten
• Auf regelmäßige Schlaf-Wach-Zeiten achten
• Kinder schon früh in ihrem eigenen Bett schlafen lassen
• Koffeinhaltige Getränke und schwere Mahlzeiten meiden • Körperliche Betätigung ist tagsüber erwünscht, abends sollten die körperlichen und geistigen Aktivitäten (z. B. Hausaufgaben) aber gedrosselt werden
• Im Schlafzimmer sollte eine angenehme Atmosphäre herrschen
• Aktivitäten im Bett wie Lesen, Essen oder Fernsehen sollten unterbleiben
• Ab dem sechsten Monat keine nächtlichen Mahlzeiten
• Anregende Aktivitäten beim Aufwachen in der Nacht vermeiden
• Einschlafrituale wiederholen
• Wenn das Kind einen Albtraum hatte, lassen Sie sich den Traum erzählen. Statt jedoch zu erklären, das sei ja nur ein Traum, schreiben Sie ihn lieber gemeinsam mit dem Kind um. Lassen Sie das Kind ein Szenario entwickeln, wie die geträumte Situation gut ausgehen kann, und ersetzten damit die erschreckenden Bilder. Mit dem neuen "Film" im Kopf ist das Einschlafen dann viel leichter.


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