Berlin mit Kids
Berlin ist eine erstaunlich kinderfreundliche Stadt. Hier lebt es sich nicht nur gut als Hauptstädter mit Nachwuchs, auch als Besucher mit Familie kommt man in Berlin voll und ganz auf seine Kosten - und kann dabei richtig sparen… Claudia Atts verrät, wie's geht.
In kaum einer anderen Großstadt in Deutschland gibt es so viele spezielle Angebote für Kinder wie hier: so viele Spielplätze, Freibäder, Grünanlagen, kinderfreundliche Restaurants und andere Freizeitmöglichkeiten. Viele der Angebote sind auch über die Stadtgrenzen hinaus berühmt, wie der Zoo, der Tierpark und das FEZ-Wuhlheide - Europas größtes Kinder-, Jugend- und Familienzentrum - dass schon zu DDR-Zeiten gern und häufig besucht wurde, aber auch neuere, kommerzielle Attraktionen wie Jacks Fun World, Sealife-Center, Lego Discovery, Kindercity... Es (er-)lebt sich also erstaunlich gut mit Kindern in Berlin und wer die Augen offen hält, findet nicht nur die teuren, sondern auch erfreulich viele kostenlose oder günstige Angebote für seine Sprösslinge - ob Einheimischer oder Besucher. Dieser Artikel hilft Ihnen dabei, einen Berlinbesuch für die ganze Familie abwechslungsreich, günstig und mit möglichst wenigen Wartezeiten zu gestalten.
Im Sommer ist es angenehm, Berlin vom Wasser aus zu entdecken. Eine Brückenfahrt führt vorbei am Tiergarten, der grünen Lunge Berlins, dem Regierungsviertel mit seinen vielen neuen Gebäuden und der historischen Museumsinsel. Mehrere Schleusen und die Oberbaumbrücke mit den beiden malerischen Türmen sorgen für Abwechslung während der Fahrt. Um Wartezeiten zu vermeiden, können Sie sich im Internet auch vorab über die Abfahrten informieren. (Tip: Familienticket mit bis zu vier Kindern).
Um Berlin von oben zu genießen, müssen Sie nicht die 9,50 Euro teure Auffahrt auf den Fernsehturm am Alexanderplatz nutzen oder für 19 Euro in den Fesselballon steigen. Auch die Kuppel des Berliner Doms bietet einen beeindruckenden Blick über Berlins Mitte und zudem einen guten Ausgangspunkt für einen Bummel über die Museumsinsel. Eine Perlenkette von historischen Highlights bilden Altes-, National-, Pergamon- und Bodemuseum, die schon von außen interessant wirken. Dazu gehören außerdem der Lustgarten, in dem gerade die Einschusslöcher des 2. Weltkrieges beseitigt werden, und das Neue Museum, das als letztes der großen Fünf zur Zeit mit einem modernem Anbau versehen wird. (Wiedereröffnung ist für 2009 geplant).
Wenn Sie und Ihre Kinder an Geschichte interessiert sind, lohnt sich eine Kombikarte oder ein Besuch am Donnerstag, denn ab 18 Uhr, lassen sich die genannten Museen kostenlos besuchen. Aufgrund der Ausstellungsvielfalt, lohnt es, sich vorher ein wenig im Internet zu informieren und seine individuelle Rundtour zu planen: So können Sie Ihren Kindern in zwei Stunden die Nofretete, Caspar David Friedrichs Bilder, den Pergamon Altar und das antike Ischtartor präsentieren, um nur einige ausgewählte Schätze der Insel zu nennen. Wer schlechtes Wetter oder viel Zeit mitbringt, kann auch im Vorfeld eine der ausgezeichneten Kinderführungen des Museumspädagogischen Dienstes planen.
Kostenlose Ein- und besonders Ausblicke bietet auch der Reichstag. Und wer sich gleich früh morgens, zu Beginn der Öffnungszeiten ab acht Uhr, anstellt, spart sich lange Warteschlangen und wird mit einem schönen Blick über den Tiergarten, das Brandenburger Tor und den Potsdamer Platz belohnt.
Extra-Tip: Wenn Sie einen Kinderwagen dabei haben, umgehen Sie die Warteschlange und benutzen Sie den Behinderteneingang.
In unmittelbarer Nähe liegen dann auch sogleich die bekannten Touristenmagnete, die auch für Kinder interessant sind: Am Brandenburger Tor ist immer was los, sei es eine Busladung voll japanischer Touristen, Straßenkünstler oder Musiker. Im Vorbeigehen kann man dann auch einen Blick auf das Nobelhotel Adlon und die kürzlich fertig gestellte amerikanische Botschaft werfen.
Und auch das neue Madame Tussaud's Unter den Linden 74 ist ein begehrtes Ziel. Verlässt man den Pariser Platz, der jetzt in frischem Glanz erstrahlt, am Brandenburger Tor links in Richtung Potsdamer Platz, so liegt das Holocaust Mahnmal mit seinem Stelenfeld direkt auf dem Weg. Die unterirdische Ausstellung ist für Erwachsene sehr bewegend, wirkt aber auf Kinder eher bedrückend und sollte deswegen mit kleineren Kindern nicht unbedingt besucht werden.
Vorbei an den Botschaften der Bundesländer erreicht man schließlich den Potsdamer Platz. Die Segel in der Dachkonstruktion des Sonycenters bieten ein sehr fotogenes Bild. Direkt vor Ort gibt es das Imax-3D-Kino und für den Nachwuchs bis acht Jahre das Lego Discovery Center. Bei schlechtem Wetter ist das Film- und Fernsehmuseum eine sehr empfehlenswerte Alternative zum Stadtbummel und auch hier bietet sich ein toller Aussichtspunkt: Das rote Kollhoff-Gebäude mit dem schnellsten Fahrstuhl Europas. In nur wenigen Sekunden erreichen Sie eine wunderbare Sicht auf die Hauptstadt und ihre Umgebung. Und der Eintritt ist mit 3,50 Euro vergleichsweise günstig zu nennen. Wer mit seinen Jüngsten gern die Phantasie spielen lässt, kann folgendes probieren: Der Architekt hat das Gebäude einem aufrecht sitzenden, gekrönten Bären, dem Stadtsymbol, nachempfunden. Können Sie oder ihre Kinder ihn entdecken?
Last but not least gibt es noch weitere typischen Highlights von Berlin, die immer eine Reise wert sind: Der Berliner Zoo ist als der artenreichste der Welt und nicht nur wegen Eisbär Knut bekannt, welcher selbst mittlerweile ausgewachsen, aber immer noch niedlich ist. Sein Gehege befindet sich in direkter Nachbarschaft zum attraktivsten Spielplatz des Zoos. Wer Tiere liebt, kauft am besten gleich eine Kombikarte und besucht auch Deutschlands größtes und traditionsreichstes Aquarium. In der atemberaubenden Ausstellung tummeln sich in einigen großen Schaubecken Haie, Riesenbarsche und Rochen und in vielen kleinen, liebevoll eingerichteten Becken unzählige weitere interessante und exotische Fische aus allen Ecken der Erde.
Der Tierpark Friedrichsfelde setzt mit seiner weitläufigen Parklandschaft, dem Schloss Friedrichsfelde und der interessanten Auswahl an seltenen Tieren einen ganz anderen Schwerpunkt. Hier trifft man, mit etwas Geduld, auch auf die vom Aussterben bedrohten "Manatis", besser bekannt als Seekühe. Friedrichsfelde eignet sich aber auch für einen kompletten Tagesausflug: Die Eintrittskarte beinhaltet sowohl Tierparkbesuch, als auch den Eintritt fürs Schloss und nach einer Pause im Park, können die Kinder dort spielen und toben.
Tip: Picknick mitnehmen und den Park genießen.






