Kribbelbunt

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Gedanken des Erfurter Stadtführers Roland Büttner über die jüngste Generation

Nachdem Frauen, Väter und Mütter in diesem Jahr an bestimmten Tagen schon zu Ehren kamen, haben nun auch unsere Kinder am 20.09. ihren ganz speziellen Tag. Dies ist nun für mich als ein mit Erfurt verbundener Opa ein Grund, über unsere zukünftigen Erwachsenen einige Gedanken zu äußern.

  • Als Vielreisender stelle ich oft fest, dass Kinder in anderen Ländern sehr stark mit alten Traditionen, Sitten und Gebräuchen aufwachsen und bewusst (auch aus ökonomischen Zwängen) von den Erwachsenen in das Tagesgeschehen mit eingebunden werden. In arabischen Ländern lauschen sie gespannt den Märchenerzählern, auf der iberischen Halbinsel singen sie gemeinsam mit Eltern und Geschwistern vertraute Volksweisen. Dabei wird das Heimatgefühl und vor allen Dingen die Verbundenheit zu ihrer Heimat wesentlich geprägt.

  • In unserem Handy- und Internetzeitalter würde ich es begrüßen, wenn auch hierzulande die Liebe zu unserer Heimat noch besser ausgeprägt wäre. Es schlummern genügend Potentiale, die von uns Erwachsenen pädagogisch gekonnt bei den jungen Menschen nur zu aktivieren sind.
  • Ich bedauere, dass von unseren Kindern kaum eines ein Erfurtlied kennt, das auf Klassenfahrten oder bei sonstigen gemeinsamen geselligen Veranstaltungen gesungen werden könnte. Dies ist auch nicht verwunderlich, weil selbst Eltern und Erzieher hier entsprechende Defizite haben. Vom Bedauern und "schade, schade", ändern wir aber nichts.
  • Was sollte uns Erfurter hindern, unseren berechtigten Stolz auf unsere schöne Stadt eben auch musikalisch mit einem solchen Erfurtlied zum Ausdruck zu bringen? Schon im Kindergarten sollte unser Nachwuchs mit dem Erlernen eines solchen Liedes beginnen (zwei Erfurtlieder sind mir bekannt).
  • An einem Wochenendtag im Frühjahr könnte auf der ega eine musikalische Wanderung mit singenden Kindern die ega-Gäste erfreuen. Bedingung: In jedem Lied sollte der Name einer Blume oder eines Baumes vorkommen und vor diesen Blumen oder unter diesen Bäumen wird dann auch gesungen. Erwachsene werden gebeten, mitzusingen. Natürlich haben sich die Kinder damit auch freien Eintritt verdient und könnten nach erbrachter Leistung sich auf dem Spielplatz tummeln.
  • Unsere Kinder und die Jugend sollte sehr früh auch in kulturelle Belange unserer Stadt mit einbezogen werden. Das Thüringer Folkloreensemble ist auf Thüringen bezogen schon ein ausgezeichnetes Beispiel. Zu besonderen Anlässen und Empfängen könnten Erfurter Kinder in bunter Kleidung ein lebendes Erfurter Wappen oder die Lutherrose darstellen.
  • Am Wochenende, vielleicht am Freitag gegen 18:00, könnten von einem Erfurter Turm Musikschüler mit ihren Blasinstrumenten Erfurter und ihre Gäste mit Melodien erfreuen. Denkbar wäre z.B. der Turm der Ägidienkirche. Das lokale Fernsehen ist mit dabei und stellt den oder die Akteure vor. Das könnte vielleicht zu einer Tradition werden.

  • Wir könnten die Innenwände von öffentlichen Tiefgaragen und Parkhäusern von Erfurter Schülern gestalten lassen. Dies sollte für die Schüler eine Auszeichnung für einen vorausgegangenen Wettbewerb sein. Verschiedene Etagen könnten verschiedene Themen beinhalten. Aber alle sollten für Erfurt werbewirksam sein. Beispiele wären die Gloriosa, Tiere aus dem Thüringer Zoopark, Motive von der ega. Auch Besonderheiten der Erfurter Museen, der Innenstadt, der Domstufenfestspiele oder auch ein typisches Bild (Wahrzeichen) der Partnerstädte, um nur einige Beispiele zu nennen, könnten bildlich dargestellt werden.

  • Gewinnen wir doch jedes Jahr eine Klassenstufe der Erfurter Schulen für einen Blumenmalwettbewerb oder Basteleien mit Blumen oder Collagen. Die besten Arbeiten werden öffentlich vorgestellt und in verschiedenen Schaufenstern in Läden der Innenstadt mit Name und Alter des Kindes für einen festzulegenden Zeitraum auch ausgestellt.
  • Deutschlandweit wird in Regionen und Ortschaften von Vereinen der dortige Dialekt gepflegt. Der Dialekt ist ein Teil unserer Kulturgeschichte, der in zunehmendem Maße durch unsere hochdeutsche Sprache in Vergessenheit gerät. Gibt es in Erfurt auch eine Mundartpflege? Wie wird sie an folgende Generationen weiter vermittelt? Hier könnten Seniorenheime für unsere jungen Menschen ein guter Anlaufpunkt sein, wo alt und jung auf "Erfurtsch" eine gute Partnerschaft pflegen sollten.

Und auch andere Dinge bewegen den traditionsbewussten Stadtführer, dem in unserer schnellebigen Zeit vor allem auch, neben einer Verbundenheit für die Heimat, ein vermehrtes Umweltbewusstsein am Herzen liegt. Folgende Ideen hält er diesbezüglich bereit:

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