Kribbelbunt

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Unpünktlicher Spatz

Festival-Rückblick

Endlich…wir haben Plätze ergattert und sitzen zusammen mit etwa 200 weiteren Menschen - Kindern und Jugendlichen, Schülern samt Lehrern, Pädagogen und Studenten - in einem voll besetzten Kinosaal.


…laut Programm des Kindermedienfestivals "Goldener Spatz" Minuten zu spät, doch trotzdem noch zu früh. Der Film "Leroy" startet heute später. Für eine Lehrerin von auswärts keine gute Nachricht, denn der Stundenplan ihrer Klasse erlaubt keine Zeitverzögerung und die geplante Abreise mit der Bahn steht fest. Sie müssen den farbigen Deutschen Leroy und seine bunte Welt früher verlassen, ohne vom versöhnlichen Ende des Films zu erfahren, in dem es anschaulich um das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit geht. Witzige Dialoge, spritzige Musik und eine erfindungsreiche und flotte Dramaturgie sorgen an diesem Vormittag im Kinosaal des Cinestar Erfurt für Lachsalven und amüsierte Gesichter bei Klein und Groß.

Und auch die verhältnismäßig zurückhaltende Fragestunde nach dem Film, in der Hauptdarstellerin Anna Hausburg Rede und Antwort steht, ist dieser Klasse leider flöten gegangen. Und das, wo doch Karten für das Festival teilweise nicht mehr zu bekommen waren, wie wir von der 16jährigen Marie erfahren, die für mehrere Vorbestellungen leider nur die Info "ausverkauft" bekam. Ärgerlich, dass der Zeitplan und die Organisation hier so ins Wanken gerät. Liegt es daran, dass es der erste Tag vom dreitägigen Goldenen Spatz Festival und zeitgleichem Mediensymposium in Erfurt ist? Weil alle Veranstalter und Organisatoren doch ein wenig wegen des Besucherandranges aufgeregt sind oder in Eile und noch nicht perfekt eingespielt?

Auch am zweiten Tag, morgens um neun, werden plötzlich und ohne Ankündigung oder Hinweise Kinosäle getauscht… Gerade noch rechtzeitig erfahren wir, wo es stattdessen für alle neugierigen Zuschauer hingeht. Heute heißt es: "Meer is nich" - der Überraschungserfolg des gebürtigen Thüringer Regisseurs Hagen Keller. Hauptdarstellerin Elinor Lüdde aus Weimar erntete 2007 für ihre Rolle der 17jährigen Lena den bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin.

pictureHier gibt es im Anschluss des Films, nach einem riesigen Beifall und begeistertem Pfeifen im Publikum trotzdem wieder überstürzte Aufbrüche seitens der Gruppen… Und das mitten im Interview mit Hagen Keller. Unangenehm für den Regisseur, der seine Verwunderung darüber auch ohne Umschweife zeigt. Nachdem viele gegangen sind, erfahren wir durch die Fragen aus den Sitzreihen noch viel Interessantes zu Drehbuch, Filmproduktion und Darstellern. Dieses junge Publikum ist sehr interessiert.

Das freut uns und auch Hagen Keller natürlich sehr. Die 14jährige Jennifer aus Sömmerda erklärt uns, warum der Film scheinbar so gut ankommt: »Der Film ist so gut, besonders am Ende. Es sah so aus, als würden die beiden endlich zusammen kommen. Das ist romantisch.« Marlene, ebenfalls 14 Jahre, gefällt "Meer ist nicht" sogar so gut, dass sie ihn hier bereits zum zweiten Mal gesehen hat. In Gera hatte der Film Premiere für die Jung-Redakteurin des Pixel Studioteams. Der Fernsehsender aus Gera berichtet hier jeden Abend mit Hilfe des jungen Teams vom Festival. Deshalb muss nun auch Marlene schnell weiter zu ihrer Redaktionsgruppe, um die Nachrichtensendung für den heutigen Abend vorzubereiten…

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