Kribbelbunt

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Miniagenten bringen die Großen zum Schmunzeln

»Ich hab heut zwei Teller aufgegessen, Mama«, erzählt die vierjährige Felina ihrer Mutter. Dann flitzt sie in ihrem gelben Schlafanzug zu ihrer Matratze. Sechs weitere Kinder warten schon auf die Einschlafgeschichte zur Mittagsruhe.

pictureNoch ein letzter Handkuss und die Mama der fast Vierjährigen kann beruhigt an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Für "normale Kitas" kein Alltagsbild. Birgit Schippel war nur kurz in der Mittagspause nach ihrem kleinen Schatz schauen. Felina geht in den Betriebskindergarten der HVB Direkt im Leipziger Listbogen. Zusammen mit derzeit elf Kindern besucht sie das 2002 gegründete Child Care Center, so nennt sich die Kita im Dienstgebrauch des HypoVereinsbank-Dienstleisters.

Bis zu 24 Mädchen und Jungen zwischen einem halben Jahr und zwölf Jahren können in den hellen Räumen im Erdgeschoss des Bürokomplexes von den drei Erzieherinnen betreut werden. Und nur zwei Stockwerke höher, über den Hof hinweg, sitzen dann auch schon die Mütter und Väter der Kleinen bei ihrer Arbeit. Birgit Schippel hat nicht nur ihre Tochter in der Einrichtung, sie ist für diese Kindertagesstätte und zwei weitere in München und Schweinfurt verantwortlich. Als gelernte Erzieherin weiß sie, worauf es bei der Kinderbetreuung ankommt und darauf hat man auch vertraut, als man ihr diese Leitungsposition übertragen hatte. »Man kann innerhalb der Firma viele Synergieeffekte nutzen, um den Kindern eine schöne Zeit zu gestalten und den Eltern, die auch fast alle Mitarbeiter unserer Callcenter sind, ein sicheres Gefühl zu geben«, erzählt die 38-jährige.

Mütter und Väter bringen in der Kernöffnungszeit zwischen 07:30 und 18:00 Uhr ihre Sprösslinge zu den HVB-Minis. Auch wenn es mal wacklig mit der Gesundheit sein sollte, können sie in die Obhut der Mitarbeiterinnen übergeben werden, denn dort fühlen sich die Kinder wohl und die Eltern sind schnell zur Stelle, wenn es doch Probleme geben sollte. »Wir legen sehr viel Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter im Callcenter mit der Gewissheit auf Arbeit kommen können, dass es ihren Kindern gut geht. Dann können sie ihre anstrengende Arbeit auch entspannter angehen«, so Birgit Schippel weiter.

Viel Zeit und Kraft wurde von der Finanzgruppe in die Ausbildung der Mitarbeiter investiert und so kann man über den betriebseigenen Kindergarten auch nach der Babypause die vorwiegend weiblichen Beschäftigten schneller von der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit überzeugen. Innerhalb der HVB Direkt ist der Platz für die Kleinen bis auf Bastel- und Essengeld kostenfrei und gehört zu den Sozialleistungen des Unternehmens für die Angestellten. Solidarisch zeigen sich auch die Kollegen, die keine Kinder haben. Denn so gibt es am Arbeitsplatz nebenan keinen Ausfall und Mehrarbeit kann vermieden werden. Und außerdem kommen die Kinder des Öfteren zu Besuch. Ob im Faschingskostüm oder mit kleinen Osterkörbchen. Da fallen immer mal ein paar Bonbons für die Callcenter-Agenten ab.

Und Spaß macht das Ganze auch. Besonders, wenn die Knirpse mal das Headset aufsetzen dürfen und mit ernster Miene schon mal den Callcenter Miniagenten spielen.»Diese Momente bringen die Mitarbeiter zum Lachen und das überträgt sich dann auf die Freundlichkeit am Telefon«, weiß Birgit Schippel zu berichten. Die Mitarbeiterzufriedenheit überträgt sich positiv auf das Alltagsgeschäft im Unternehmen.

Dieser Erkenntnis und der Aufforderung der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen nach mehr betriebsnahen Kitaplätzen folgen immer mehr Unternehmen. Seit Januar 2008 hat auch das Leipziger Klinikum St. Georg eine bestehende Einrichtung als betriebseigenen Kindergarten übernommen und beim Universitätsklinikum Leipzig will demnächst mit einer betriebsnahen Kita folgen, die vom Internationalen Bund getragen wird. Interessante Modelle, die wie bei der HVB Direkt sogar aus Landesmitteln gefördert werden können.

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