Unerfüllter Kinderwunsch - Möglichkeiten seiner Abklärung und Behandlung
Von ungewollter Kinderlosigkeit oder
Sterilität spricht der Arzt, wenn nach einem Jahr
regelmäßigen Sexualverkehrs keine Schwangerschaft
eintritt. Etwa 15 Prozent der Paare werden mit den Sorgen der
ausbleibenden Schwangerschaft konfrontiert, das sind in Deutschland
ca. 2 Millionen.
Die Ursachen für eine offensichtliche Zunahme dieses
Problems sieht man vor allem in der Verschiebung des Kinderwunsches
ins höhere Lebensalter der Frau. Aber auch das Ansteigen von
Unterleibsentzündungen bei der Frau mit Eileiterverklebung
durch verändertes Sexualverhalten und Verbreitung von z. B.
Chlamydien werden dafür verantwortlich gemacht. Ob sich die
Spermaqualität tatsächlich verschlechtert, ist Gegenstand
der Forschung.
Die Praxisklinik für
Reproduktionsmedizin (Fortpflanzungs-) und Gynäkologische Endokriniologie
(Hormonstörungen) hat sich auf die Abklärung und
Behandlung der Sterilität spezialisiert. Gegründet wurde
die Praxis 1993 durch Herrn Dr. med. F.A. Hmeidan als erste private
Einrichtung in Sachsen, welche die Kinderwunschbehandlung ambulant
anbieten konnte. Es sind inzwischen ca. 4.000 Kinder nach
Kinderwunschbehandlung geboren. Ab Mai eröffnet das inzwischen
auf fast 30 Mitarbeiter angewachsene erfahrene Team in Chemnitz
eine zweite Praxis, verbunden damit ist eine Namensänderung in
"Kinderwunschzentrum
Leipzig-Chemnitz".
Ursachen der Kinderlosigkeit:
Weibliche Faktoren:
1. Eierstock (45 %) durch Hormonstörungen, Entzündungen,
Zysten, Endometriose
2. Eileiter (40 %) durch Entzündungen, Fehlbildungen
3. Gebärmutter (10 %) durch Myome, Entzündungen,
Fehlbildungen, nach OPs
4. Scheide (5 %) durch Fehlbildungen, nach Stenosen
5. andere Ursachen: Schilddrüsen - Über-/Unterfunktion,
Diabestes mellitus Krankheiten der Nebennieren, Alkohol, Drogen,
Über - oder Unterernährung
Organische Ursachen beim Mann:
1. Hoden und Samenleiter: fehlende oder verminderte
Bildung/Transport der Spermien durch Entzündungen,
Fehlbildungen, Erbkrankheit, Hormonstörungen nach
Chemotherapie oder Bestrahlung 2. Schadstoffe wie Alkohol, Drogen,
starkes Rauchen
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt
es?
Die Wahl der Behandlungsart ist stets individuell. Neben den
männlichen und weiblichen Sterilitätsfaktoren müssen
andere Aspekte, wie z. B. das Alter der Frau, die Dauer des
Kinderwunsches, persönliche Begleitumstände und auch
Wünsche des Paares Berücksichtigung finden.
1. Geschlechtsverkehr zum
Zyklusoptimum:
Bei Paaren mit unauffälligen Befunden ist es mitunter
ausreichend, wenn zum Zeitpunkt um den Eisprung Sexualverkehr
stattfindet.
Bei regelrechtem weiblichen Zyklus und Heranreifen eines
Eibläschens (= Follikel, enthält die Eizelle) zur
Zyklusmitte, wird mittels Ultraschall der Follikel ausgemessen und
ab einer gewissen Größe der Eisprung mit eine
Hormonspritze künstlich unterstützt. Nach etwa 36 Stunden
sollte dann das Paar miteinander schlafen. Bei
Zyklusunregelmäßigkeiten der Frau optimiert man mit
Tabletten oder Hormonspritzen den Zyklus und regt die
Eierstöcke zum Bilden von max. drei Follikeln an.
2. Intrauterine Insemination:
Bei einem einseitigen Eileiterverschluss und/oder leicht
eingeschränkter Spermaqualität raten wir zur
Einspülung des aufbereiteten Spermas in die
Gebärmutterhöhle.
Dies erfolgt mittels eines kleinen Katheters und ist nicht
schmerzhaft. Der weibliche Zyklus kann dabei wiederum hormonell
unterstützt sein.
3. Künstliche Befruchtung (in vitro
Fertilisation IVF) und Intracytoplasmatische Spermieninjektion
(ICSI, Mikroinjektion):
Bei Frauen mit beidseitigem Verschluss der Eileiter, Endometriose,
bzw. ungeklärter Sterilität oder deutlich
eingeschränkten Spermabefunden ist die IVF zu empfehlen.
Zuerst werden mit Hormongabe die Eierstöcke zur Bildung mehrer
Follikel angeregt. Zwei Tage später werden bei der Frau in
einer kurzen Narkose von der Scheide aus die Follikel
abpunktiert.
Die in der Flüssigkeit gewonnenen Eizellen werden mit dem an
diesem Tag frisch abgegebenen Sperma des Mannes versetzt und die
Befruchtung abgewartet.
Bei sehr schlechten Spermiogrammen
führen wir die ICSI oder Mikroinjektion durch, wo jeweils ein
einzelnes Spermium in je eine Eizelle injiziert wird. Dies ist ein
technisch sehr aufwendiges und teures Verfahren, welches sehr viel
Erfahrung voraussetzt.
In einigen Fällen ohne Nachweis von Spermien im Ejakulat
können Samenzellen aus dem Hodengewebe (TESE) gewonnen
werden.
Zwei Tage nach Punktion werden der Patientin maximal 3 Embryonen
mittels Katheder in die Gebärmutter zurückgesetzt.
Hat die Patientin überzählig befruchtete Eizellen,
können diese bei uns als "Reserve" für weitere
Zyklen im Pronukleusstadium (vor Verschmelzung der Erbinformation
beider Partner) eingefroren werden (= Kryokonservierung).
4. Insemination mit Spendersamen
Wenn im Ejakulat und Hodengewbe keine Spermien vorhanden sind, kann
eine Insemination (s.o.) mit Samen von Spendern durchgeführt
werden.
Zur Einschätzung der
Schwangerschaftschancen muss man wissen, dass ein gesundes
Paar in nur ca. 25 % pro Zyklus/Eisprung mit einer Schwangerschaft
rechnen kann.
Geschlechtsverkehr oder Insemination zum Zyklusoptimum : 15 %
Insemination nach Hormonstimulation: 25%
IVF: 38 %
IVF/ICSI: 35 % (jeweils pro Behandlungszyklus)
Nach 3 IVF oder IVF/ICSI-Zyklen können wir in ca. 80 % eine
Schwangerschaft nachweisen.
Für verheiratete Paare übernimmt die gesetzliche
Krankenkasse 50% der Behandlungskosten. Der aufzubringende
Eigenanteil liegt je nach Behandlung zwischen 200 und 1600
Euro.
Trotz der guten Ergebnisse darf man Risiken, die mit der Therapie einhergehen können,
nicht außer Acht lassen. Dies betrifft zunächst die
Mehrlinge, die wir natürlich vermeiden wollen, da insbesondere
Drillinge eine Gefahr für Mutter und Kinder darstellen.
Zur Vermeidung von Drillingen empfehlen wir Frauen unter 38 Jahren
nur zwei Embryonen. Die Follikelpunktion birgt wie jeder anderer
operativer Eingriff ein gewisses Risiko. Durch die
medikamentöse Stimulation der Eierstöcke kann es zu einem
so genannten Überstimulationssyndorm kommen, was mit einer
Vergrößerung der Eierstöcke, Bauchschmerzen und in
schweren Fällen mit Wasseransammlungen in Bauch oder Lunge
einhergeht. Letzteres ist jedoch relativ selten.
Neben der Arbeit auf höchstem medizinischem Niveau (die Praxis
ist nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert und unterliegt damit
ständigen Qualitätskontrollen) ist es unser wichtigstes
Anliegen, den Patientenpaaren die oft sehr anstrengende und
belastende Zeit der Kinderwunschbehandlung leichter und so angenehm
wie möglich zu gestalten.
So bieten wir unterstützend zur Therapie und zum
ganzheitlichen Wohlbefinden die Möglichkeit der begleitenden
Akupunktur.
Goldschmidtstraße 30 I
04103 Leipzig I Telefon: 0341 141200 I www.ivf-leipzig.de






