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Die Rolle von Patentante und Patenonkel im Wandel der Zeit

Ein Kind zu erziehen, ist die größte Herausforderung im Leben. Oft lässt sich das nicht im Alleingang bewerkstelligen, sodass jede hilfreiche Hand willkommen ist. Neben der familiären Unterstützung gab und gibt es Personen, die von den Eltern als Paten ausgewählt werden und die Entwicklung des heranwachsenden Kindes unterstützen. Dabei baut die Begleitung auf unterschiedlichen Wertevorstellungen auf.

Kinder brauchen neben den Eltern weitere Bezugspersonen. Je intensiver sich diese auf den Nachwuchs ausrichten und je emotionaler die Verbindung ist, desto hilfreicher ist dieser Mensch für die Entwicklung des Kindes. Kinder kommen täglich mit anderen Menschen in Berührung, doch es sollten Personen sein, die das Beste wollen. Erzieher in Kindereinrichtungen versorgen ein Kind. Eltern und Paten lieben es und haben daher ein ganz anderes Vertrauensverhältnis zum Nachwuchs. 

1. Geschichtlicher Hintergrund

In früheren Zeiten war es die Großfamilie, die einem zur Seite stand, wenn ein Kind auf die Welt kam. Schnell wurde ersichtlich, welches Familienmitglied eine besonders enge Bindung zu dem Neuankömmling aufbaute, die meist ein Leben lang hielt. Anders als heute war der zwischenmenschliche Zusammenhalt stärker, denn das Leben war in früheren Zeiten ein materieller Überlebenskampf. In diesen Zeiten war es wichtig, sich auf Freunde und Familie verlassen zu können. Wer allein dastand, kam kaum zurecht. Solange das Nötigste fehlte, die medizinische Versorgung unzureichend war, keine Kinderbetreuung zur Verfügung stand und die Lebensbedingungen schwierig waren, waren andere Menschen sehr wichtig.

In der Großfamilie übernahmen die älteren Geschwister die Fürsorge bezüglich der Kleineren. Fielen Mutter oder Vater aus, mussten die Ältesten diese Rolle übernehmen. So wurde die Versorgung der gesamten Familie garantiert. Bis sich die Zeiten wandelten und die Großfamilie zerfiel. Nun wurde das Aufwachsen eines Kindes von weiter entfernten Angehörigen, Freunden oder sogar fremden Personen unterstützt. Kindermädchen hielten Einzug in die Familie, Kinder ohne Eltern wurden in Heimen aufgezogen. Die Bindung zu den Eltern und Geschwistern wurde zunehmend von Außenstehenden beeinflusst.

2. Religiöser Hintergrund

Die Patenschaft geht weit über die Auswahl eines Taufspruchs hinaus. Das Wort "Pate" entstammt dem lateinischen Begriff "pater spiritualis". Das bedeutet, dass die Kirche in einem Paten einen geistigen Beistand sah. Wer die Patenschaft übernahm, ging gegenüber dem Kind eine Bindung ein, die einem Familienmitglied ähnelte. Diese Person ist zwar biologisch nicht blutsverwandt, trotzdem übernimmt sie eine elternähnliche Rolle.

Diese bestand in der Übernahme der Taufpatenschaft sowie der Versorgung des Kindes im Todesfall der Eltern. Einfach ausgedrückt übernimmt ein Taufpate die Aufgabe, dem Kind beim Vorleben des christlichen Glaubens ein Vorbild zu sein. Er oder sie wird dem Kind die Welt aus der Sicht Gottes und der Bibel erklären. Als Pate baut diese Person ein inniges Verhältnis zu ihrem Schützling auf und behandelt diesen wie ein eigenes Kind. Sie fühlt sich verantwortlich, wenn es um die Erziehung im religiösen Sinne geht. Sie würde aber auch eingreifen, wenn es um menschliche Werte geht.

3. Patenschaft in der katholischen und evangelischen Kirche

3.1. Paten in der katholischen Kirche

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um in der katholischen Kirche die Aufgaben eines Paten übernehmen zu dürfen:

  • Paten müssen Mitglieder der katholischen Kirche sein
  • Paten müssen getauft und gefirmt sein
  • Mindestalter von 16 Jahren
  • Paten müssen ihr Amt freiwillig und im Wissen um die Verantwortung übernehmen

Wer eine Patenschaft übernimmt, wird von den Eltern festgelegt. Diese benennen einen oder zwei Paten, die dem Täufling zur Seite gestellt werden. Soll ein Christ Taufpate werden, der nicht der katholischen Religion angehört, ist auch das möglich. Der Pate wird dann als "zusätzlicher Taufzeuge eines katholischen Paten" bezeichnet und zugelassen. Allerdings nur, wenn es einen weiteren Paten gibt, der im katholischen Glauben verankert ist. Eltern dürfen die Funktion des Paten nicht übernehmen.

3.2. Paten in der evangelischen Kirche

Im evangelischen Glauben werden Täuflingen unter 14 Jahren ein oder mehrere Paten zur Seite gestellt, um die Eltern bei der christlichen Erziehung zu unterstützen. Diese Aufgabe endet auf formaler Ebene jedoch mit der Konfirmation des Täuflings. Hier wird davon ausgegangen, dass die Unterweisungen des Konfirmandenunterrichts den Täufling in die Lage versetzen, den christlichen Glauben selbstständig zu leben. Im täglichen Leben bleiben die Paten aber auch weiterhin der Ansprechpartner für das Patenkind.

Voraussetzungen, um die Patenschaft zu übernehmen:

  • Mitgliedschaft in einer evangelischen oder einer anderen christlichen Gemeinde
  • Mindestalter von 14 Jahren
  • Paten müssen getauft und gefirmt sein
  • Paten müssen ihr Amt freiwillig und im Wissen um die Verantwortung übernehmen

Stehen keine Paten zur Verfügung, darf ein Elternteil diese Rolle übernehmen, sofern es der evangelischen Kirche angehört. Lassen sich Erwachsene taufen, gibt es keine Patenschaft.

Im evangelischen Glauben besteht die Patenschaft lebenslang und kann weder von der Kirche noch vom Paten beendet werden. Sollte der Täufling jedoch die Zulassung zum Abendmahl verlieren (Austritt aus der Kirche), erlischt die Patenschaft.

4. Die heutige Bedeutung von Paten und deren Aufgaben

In den heutigen Zeiten hat sich vieles geändert. Christlicher Glaube wird in der Kirche und der Familie gelebt. Schulen orientieren sich weltlich, was zur Folge hat, dass Kinder keinerlei christliche Vorbilder außerhalb des Elternhauses haben. Sofern sie nicht in einer christlichen Bildungsstätte untergebracht sind.

Deshalb kommt Paten die wichtige Aufgabe zu, die Werte zu vermitteln, die in der Gesellschaft oft abhandengekommen sind. Hier werden viele Fragen kommen, die auf die Ungerechtigkeiten hinweisen. Es braucht viel Vertrauen und eine gefestigte Grundhaltung im Glauben, um seinem Patenkind die Zusammenhänge verständlich zu machen. In der Schule wird das Konkurrenzverhalten genährt, weil nur die Besten ein Stück vom Kuchen bekommen und bevorzugt werden. Bei Streitigkeiten werden Kinder zum Sozialarbeiter geschickt, der es aber auch nicht richten kann, weil er nur die menschliche Stärke kennt.

4.1. Ein Halt in der Gesellschaft

In der gegenwärtigen Zeit ist es schwer, einem Kind den christlichen Glauben im Alltag nahezubringen. Es fehlt an Menschen, die den Glauben und seinen Inhalt praktisch vorleben. Es fehlen auch Menschen, die sich im Streitfall engagieren und das Problem an der Wurzel anpacken. Für Kinder ist es schwer verständlich, dass sich ihre Umwelt aggressiv und ungerecht verhält, wenn Gott doch jeden Menschen liebt. Ein sensibles Kind wird in diesem Fall fragen, warum die Menschen negative Charaktereigenschaften ausdrücken, wenn sie doch glücklich sein müssten.

Anders gesagt kommen Kinder heute sehr früh mit der Tatsache in Berührung, dass die Aussagen der Bibel im Gegensatz zu den Erfahrungen in der äußeren Welt stehen. Hier sind Eltern und Paten gefordert, ein Sicherheitsnetz für den Nachwuchs zu spannen. Damit der aufkeimende Glaube an das Gute nicht im Keim erstickt wird. Ganz praktisch heißt das, dass sich die Familie viel Zeit nehmen muss, um täglich zu erklären, warum sich manche Menschen so und nicht anders verhalten. Obwohl sie es könnten.

4.2. Anleitung zum Leben

Selbstreflexion ist ein Wort, das jedem Christen vertraut sein sollte. Nur so kann ein Mensch entscheiden, ob das nächste Vorhaben richtig oder falsch ist. Richtig im Sinne, niemandem physischen oder psychischen Schmerz zuzufügen und den eigenen Werten treu zu bleiben. Paten übernehmen dabei die Aufgabe, dieses Verhalten mehr denn je vorzuleben, alltägliche Situationen zu hinterfragen und das Patenkind zu ermuntern, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen.

Die positiven Werte sind in jedem Menschen verankert. Doch die Mehrheit hört nicht mehr darauf. In Zeiten des Betens oder der Meditation findet sich Raum, um damit in Berührung zu kommen. Werden Kinder bewusst zu diesem Schritt angeleitet, erfahren sie in sich eine tragende Kraft. Sie macht es möglich, christliche Werte zu leben und ein Beispiel für die Gesellschaft zu sein.

5. Wer ist als Pate meines Kindes geeignet?

Paten sollten immer Bezugspersonen sein. Wir müssen bei ihnen das Gefühl haben, dass wir in Frieden gehen könnten, wenn es die Situation erfordert und unsere Kinder trotzdem in liebevollen Händen zu wissen. Die Personen, bei denen wir dieses Gefühl haben, sind als Paten geeignet.

Andererseits zählt auch die Lebensreife. Ältere Menschen, die fest im Glauben verankert sind, können durch ihr Wissen viele Weichen stellen. Natürlich sollten auch sie ein emotionales Gespür besitzen, mit welchen Dingen das Patenkind gerade beschäftigt ist. Ältere Menschen können allerdings von eigenen Erfahrungen erzählen, was für die heranwachsende Generation sehr wichtig ist.

Eltern stehen ihren Kindern oft so nahe, dass diese sich für bestimmte Themenbereiche andere Bezugspersonen suchen. Gibt es einen solchen Menschen im Familien- oder Verwandtenkreis, ist diese Person perfekt als Pate geeignet. Kinder haben vor allem zur Zeit der Pubertät ein "Problem" mit ihren Eltern. Sie genießen die Fürsorge, wenn das Essen auf den Tisch gestellt wird und der Strom für den Computer zur Verfügung steht. Gleichzeitig wollen sie jemand anderer als die Eltern sein. Je älter sie werden, desto mehr differenzieren sie und machen deutlich, welche Ansichten und Verhaltensweisen sie nicht in ihr Leben übernehmen wollen.

Dadurch baut sich ein Widerstand auf, der ausgedrückt und gelebt wird. In diesen Momenten stehen Eltern eher an letzter Stelle, wenn es darum geht, die kindlichen Gefühle und Gedanken mit einem anderen Menschen auszutauschen. Obwohl es Beratungsstellen und Sozialarbeiter in den Schulen gibt, halten sich Kinder mit der Kontaktaufnahme zurück. Sie teilen ihre Probleme eher mit Gleichaltrigen, weil sie sich ihnen emotional mehr verbunden fühlen. Wäre von Anfang an zusätzlich zu den Eltern eine Vertrauensperson vorhanden, könnte diese speziell in dieser Zeit einen positiven Einfluss auf das Kind nehmen.

Ein weiter Aspekt ist auch die finanzielle Stabilität des potenziellen Paten. Diese sollte zwar nicht im Vordergrund stehen, dennoch ist es nicht unüblich, dass der Pate oder die Patin in die finanzielle Zukunft des Kindes investiert. So kann sich das Kind beispielsweise mit Erreichen des 18. Lebensjahres über eine solche Unterstützung freuen. Gerade dann gibt es viele Möglichkeit die Auszahlung sinnvoll zu nutzen. Sei es für die erste eigene Wohnung, das Studium oder den Führerschein.

6. Was können Eltern vom Paten ihres Kindes verlangen?

Es kommt immer darauf an, in welchem Verhältnis Paten und Eltern zueinanderstehen. Übernehmen Geschwister der Eltern die Patenschaft, sorgt die Familienbande für die notwendige Nähe. Kommt der Pate nicht aus den familiären Reihen, haben Eltern immer persönliche Gründe für die Wahl. Dabei kann es sich um jemanden aus Schulzeiten handeln, zu dem die Verbindung nie abgerissen ist. Auch im Freundeskreis der eigenen Eltern lassen sich Paten finden. Diese haben die Eltern des Täuflings möglicherweise seit der Geburt begleitet und können jetzt wie Onkel, Tanten oder Großeltern als liebevolle Paten einspringen.

Es ist in jedem Fall wichtig, dass potenzielle Paten das absolute Vertrauen der Eltern haben. Nur weil es sich um die besten Freunde der Familie handelt, müssen Menschen nicht automatisch gute Paten sein. In diesem Moment sollten wir uns folgende Fragen stellen:

  1. Kann dieser Mensch mit Kindern umgehen? Liebt er oder sie Kinder?
  2. Traue ich ihm oder ihr zu, den Bedürfnissen meines Kindes gerecht zu werden?
  3. Lebt diese Person ihr Leben so, dass er oder sie meinem Kind ein Vorbild sein kann?
  4. Würde mein Kind so wie der potenzielle Pate werden, wäre ich damit glücklich?
  5. Würde ich mich bei dem Gedanken wohlfühlen, dass mein Kind mit seinem Paten Zeit verbringt oder bei ihm oder ihr lebt?

Wer die meisten Fragen positiv beantworten kann, hat den richtigen Paten gefunden.

Es ist ganz wichtig, mit dem (potenziellen) Paten zu besprechen, was wir uns von diesem für unser Kind wünschen. Ist es uns wichtig, dass unser Nachwuchs regelmäßig Zeit mit seiner neuen Bezugsperson verbringt? Erwarten wir, dass sich der Pate in dieser Zeit in einer besonderen Art und Weise mit dem Kind beschäftigt und spezielle Themen anschneidet?

Wählen wir einen Paten aus, wissen wir, auf welchen Charakter wir uns einlassen. Deshalb ergibt sich der Umgang mit dem Kind oft ganz von selbst. Haben wir besondere Wünsche oder wollen wir, dass der Pate spezielle Charakterqualitäten im Umgang mit seinem Patenkind an den Tag legt, müssen wir darüber sprechen und klären, was für beide Seiten möglich ist. Besonders heikel ist das Thema der Betreuung des Kindes im Todesfall der Eltern. Hier müssen wir im Vorfeld detailliert absprechen, ob der Pate diese Aufgabe übernehmen kann und will. Wichtig ist auch die Tatsache, dass ein Pate nicht automatisch Vormund wird, sollte den Eltern etwas zustoßen. Hier ist ein Schriftstück der Eltern hilfreich, wer als Pflegeeltern infrage kommen soll. Die Entscheidung liegt letztlich beim Jugendamt und Gericht.

7. Inwieweit übernimmt der Pate auch erziehungstechnische Aufgaben?

Erziehung umfasst auch, dass Erwachsene ihr Leben leben und dabei von Kindern beobachtet und nachgeahmt werden. Erziehung ist also nichts, was theoretisch vermittelt wird. Es geschieht von selbst. Deshalb ändern Kinder ihr Verhalten auch nicht, nur weil andere Menschen sie kritisieren und zu einem anderen Verhaltensweisen auffordern. Sie haben den Ausdruck Erwachsener übernommen und zu ihrem eigenen gemacht. Änderungen lassen sich dabei nur durch Bewusstwerdung erzielen.

Das heißt, dass ein Pate automatisch an der Erziehung seines Patenkindes beteiligt ist. Allerdings kann er auch absichtlich am Geschehen beteiligt werden. Er kann das Kind zum Kindergarten, zur Schule oder zum Training begleiten und abholen, wenn es den Eltern zeitlich nicht möglich ist. Das Patenkind kann aber auch regelmäßig Wochenenden beim Paten verbringen.

Paten sind wie Menschen, die wir lieben und die wir in unserem Leben nicht missen möchten. Sie wurden vielleicht nicht in unsere biologische Familie hineingeboren, aber sie sind der Halt, wenn es in der Familie kriselt. Wir legen fest, wie der Umgang zwischen diesen Menschen und unseren Kindern erfolgen soll. Dabei muss jeder individuell bestimmen, welches Maß an Nähe und Distanz im Alltag passend ist.

Paten übernehmen nicht die elterliche Rolle. Sie sind oft der Puffer zwischen Eltern und Täufling, leisten Hilfestellung bei organisatorischen Dingen und sind da, wenn es um Dinge geht, für die sich Kinder und Eltern zu nahe sind. Sie sind einfach wie Großeltern, die ein kleines Kind bedingungslos lieben.

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