Erste Hilfe am Kind – Unfälle sind Todesursache Nummer 1 bei Kindern

Kinder entdecken mit viel Freude und Spaß die Welt. Doch immer wieder kommt es bei ihren Entdeckungen zu Unfällen, die leider zugleich auch zu den größten Gesundheitsrisiken zählen: Täglich sterben im Durchschnitt drei Kinder und Jugendliche an den Folgen von Unfällen. Ein richtiges Handeln in Notfallsituationen durch Erste Hilfe am Kind kann daher entscheidend sein. Klar ist: Ein rasches Handeln – und das angeeignete Wissen aus Erste-Hilfe-Kursen für Baby und Kinder können lebensrettend sein!

Kinder-Notfall: Ersticken

Gerade Kleinkinder sind besonders gefährdet, da sie ihre Umwelt gerne auch mit ihrem Mund erkunden: Murmeln, Knöpfe, Büroklammern, unaufgeblasene Luftballons und Münzen können schnell zu einer großen Gefahr werden. Doch auch beim Essen kann es schnell passieren, dass Würstchen, Bonbons und insbesondere ganze Weintrauben oder Kirschtomaten, aufgrund ihrer glatten Oberfläche, verschluckt werden. Nahrungsmittel sind für die Hälfte aller Erstickungstode bei den unter Fünfjährigen verantwortlich.

Kleinkindern fehlt der volle Satz Zähne, um das Essen richtig kauen zu können, zudem sind die Atemwege der unter Fünfjährigen noch sehr eng, so dass beispielsweise eine Weintraube, die Atemwege vollständig blockieren kann und zudem auch schwerer zu entfernen ist. (Weintrauben und kleine Tomaten daher idealerweise vierteln, bevor sie Kleinkindern unter fünf Jahren zu Essen gegeben werden.)
 

Erste Hilfe am Kind: Wie äußert sich ein Fremdkörper in den Atemwegen?

  • durch plötzliche einsetzenden Husten
  • Atemgeräusche wie Pfeifen, Rasseln oder Keuchen
  • das Kind kann nicht mehr Sprechen
  • Atemnot, Würgen, Heiserkeit, nach Luft schnappen
  • eine Blauverfärbung der Haut

 

Erste Hilfe leisten

Kontrolliert, ob ein Fremdkörper in Mund beziehungsweise Rachen sichtbar ist und versucht ihn auch nur dann vorsichtig zu entfernen. Achtung: Ist der verschluckte Gegenstand nicht sichtbar, besteht die Gefahr, dass er so noch weiter nach hinten geschoben wird!
 

Lässt sich der Fremdkörper nicht entfernen wird, dann geht wie folgt vor:

Das Kind hustet, kann jedoch noch ausreichend atmen? – Lasst es weiterkräftig husten. Kann der Gegenstand nicht ausgehustet werden – wählt den Notruf: 112! Kann das Kind noch ausreichend atmen – lasst es aufrecht sitzen.
 

Erste Hilfe am Kind bei deutlicher Atemnot:

Bringt das Kind in Kopftieflage oder setzt es mit nach vorne gelehntem Oberkörper hin. 5 x kräftig mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter schlagen. Ist diese Maßnahme nicht erfolgreich: Führt 5 x Kompressionen des Oberbauchs durch: Stellt dazu das Kind aufrecht hin und stellt oder kniet euch hinter das Kind. Legt beide Arme um den Oberbauch, ballt eine Hand zur Faust, die andere legt ihr darüber und zieht kräftig zwischen Brustkorb und Nabel nach innen oben – 5 x. Wiederholt die Maßnahmen abwechselnd - bis sich der Fremdkörper entfernen lässt oder die Rettungskräfte eintreffen.
 

Bei Kindern unter einem Jahr:

Führt 5 x Brustkompressionen durch: Bringt das Kind in Kopftieflage. Drückt 5 x kräftig in die untere Hälfte des Brustbeins – ähnlich wie bei einer Herzdruckmassage, nur mit langsamerer Frequenz.

Tritt keine Besserung ein: Beginnt wieder mit fünf Schlägen auf den Rücken und wiederholt die Maßnahmen abwechselnd – solange bis sich der Fremdkörper entfernen lässt oder die Rettungskräfte eintreffen.
 

Erste Hilfe am Kind bei Bewusstlosigkeit:

Legt das Kind flach auf den Rücken, streckt den Kopf vorsichtig nach hinten und beatmet es – 5 x. Bleibt das Kind regungslos: Beginnt ihr mit einer Herzdruckmassage – 30 x mit einer Frequenz von 120 x pro Minute.
Wenn ihr alleine seid: Wiederholt den Zyklus aus 2 x beatmen und 30 x Herzdruckmassage – 5 x und wählt anschließend den Notruf: 112!

Habt ihr schon an einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder teilgenommen?

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