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Gromann Petersen & Partner

Wieder einmal hat eine Entscheidung des Europäischen Gerichts- hofes die Deutsche Rechtslandschaft verändert. Bisher war es so, dass das Sorgerecht für uneheliche Kinder allein bei der Mutter lag. Diese konnte – musste aber nicht – dem Vater das Mitsorgerecht gewähren durch eine entsprechende Eintragung bei dem Jugend- amt.

Sorgerecht für nichteheliche Väter

Letztes Jahr hat nun der Europäische Gerichtshof entschieden, dass dies gegen die Elternrechte der Väter verstößt und dem Deutschen Gesetzgeber aufgegeben, die Regelung zu ändern. Nun wird zwar weiterhin die nicht verheiratete Mutter zunächst das alleinige Sorgerecht haben. Der Vater kann jedoch durch ein vereinfachtes Verfahren vor dem Familiengericht das gemein- same Sorgerecht beantragen. Verwehrt wird es ihm nur, wenn eine gemeinsame Sorge der Eltern dem Wohl des Kindes  widerspräche. Insbesondere ist nicht Voraussetzung, dass er mit dem Kind gelebt oder eine Beziehung mit der Mutter geführt hat.

Aber was bedeutet Sorgerecht eigentlich? Vielfach wird das Sorge- recht mit anderen Elternrechten verwechselt oder vermengt. So hat jeder leibliche Elternteil ein Umgangsrecht auch wenn er nicht Inhaber des Sorgerechts ist. Das Sorgerecht betrifft nur die „großen Entscheidungen“, die für ein Kind getroffen werden müssen. So zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht, die Bestimmung der Religionszugehörigkeit und der Schulwahl sowie die Einverständniserklärung zu ärztlichen Eingriffen. Alle anderen Entscheidungen kann derjenige, bei dem das Kind lebt, auch dann allein treffen, wenn es ein geteiltes Sorgerecht gibt.

Obwohl die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes noch nicht Gesetz geworden sind, wenden die Familiengerichte das neue Recht bereits an. Es gibt zahlreiche Klagen auch von Vätern älterer Kinder, die nun die Chance nutzen, das Mitsorgerecht zu erhalten.

Die Zukunft wird zeigen, ob dies für die Kinder und Eltern Segen oder Fluch bringt. Es ist sicher nicht zu leugnen, dass der grundsätzliche Wunsch sein muss, ein Kind von beiden Eltern umsorgt zu sehen. Die Realität zeigt jedoch, dass selbst Eltern, die ihre Kinder vorher gemeinsam versorgt haben, nach der Trennung oft nur schwer in der Lage sind, ihre eigenen Gefühle zurück zu stellen und im Sinne der Kinder einvernehmliche Entscheidungen zu treffen. Durch ein gemeinsames Sorgerecht in – fast – jeder Familienkonstellation könnten  Streitigkeiten noch vermehrt werden. Und letztlich belastet jeder Streit zwischen den Eltern das Kind.

Die Rechtsanwaltspartnerschaft Gromann Petersen & Partner berät Sie gern persönlich zu allen weiteren Fragen rund um das Sorgerecht und das Familienrecht.


Adresse

 

Rechtsanwaltspartnerschaft Gromann Petersen & Partner
Dorotheenstraße 3
10117 Berlin

Telefon: (030) 609892950
Telefax: (030) 97990228

eMail: dr.inga.petersen@gromann.com
Web: www.gromann.com
 

Rechtsanwältin Dr. Inga Petersen
Fachanwältin für Medizinrecht

Nach dem Studium in Münster/Westfalen wurde Rechtsanwältin Dr. Petersen 1997 als Rechts- anwältin zugelassen. Es folgte die Promotion im familienrechtlichen Bereich, in dem auch einer ihrer Schwerpunkte liegt.

Sie betreut Trennungen und Scheidungen mit allen dazugehörigen Auseinandersetzungen und erarbeitet individuelle Eheverträge.

Seit 2005 ist sie Fachanwältin für Medizinrecht und hier insbesondere in den Bereichen Arzthaftungsrecht, Vertrags- arztrecht und Gestaltung von Praxisverträgen tätig.