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Ohne Druck Sprache fördern

Bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres haben Kinder ein erhöhtes Lernpotential, insbesondere bei der Sprache. Die Entwicklung der Lautsprache mit Aussprache, Wortschatz und grundlegender Grammatik ist mit etwa sieben Jahren abgeschlossen. Als Elternteil ist man bemüht sein Kind richtig zu unterstützen.

Kinder lernen Sprache durch Sprachinput sowie Rückmeldung zu ihren sprachlichen Äußerungen. Beispielsweise lenkt eine Person die Sprache des Kindes in neue Bahnen, indem sie dessen Äußerungen korrekt wiederholt beziehungsweise erweitert. Solche Techniken bewähren sich als spracherwerbsförderliche Verhaltensweisen seitens der erwachsenen Personen.  

Negativ wirkt sich dagegen aus, wenn Kinder direkt zum korrekten Nachsprechen aufgefordert werden, z.B.: „Das heißt nicht lauft, das heißt läuft“. Dies kann zur Folge haben, dass Kinder entmutigt werden und die Freude am Sprechen verlieren. Für sensible Kinder ist es sehr frustrierend, wenn sie ständig auf Fehler hingewiesen werden.

Sichere und ohne Druck erzeugende Reaktionen sind sogenannte Modellierungstechniken.  Die Modellierung der Sprache verstärkt Kinder immer positiv. Der erwachsene hebt durch die Wiederholung der kindlichen Äußerungen hervor, dass sie das Kind inhaltlich verstanden hat und gleichzeitig wird die Aussage des Kindes erweitert. Die Wiederholung signalisiert eine Art Solidaritätsbekundung und zeigt dem Kind, dass der Inhalt bei der zuhörenden Person angekommen ist. Das hat den Vorteil, dass die Freude der Kinder am Sprechen aufrechterhalten bleibt.
 

Die 4 Grundformen zum Modellieren

Expansion:

Bei der Expansion handelt es sich um die Vervollständigung des Satzes. Diese wird beispielsweise angewandt, wenn Kinder einzelne Satzelemente auslassen und ihre Äußerungen von den Erwachsenen aufgegriffen und ergänzt werden, z.B.  „Ich hab` was drauf.“ „Auf deinem Hemd ist Schmutz.“

Extension:

Bei der Extension handelt es sich um die Erweiterung eines Inhalts auf semantischer Ebene (Wortschatz). Die Äußerung des Kindes wird von der erwachsenen Person aufgegriffen und inhaltlich weitergeführt. Das hat den Vorteil, dass neue sprachliche Elemente seitens der erwachsenen Person eingeführt werden können, z.B. „Das hab ich drauf‘ getan.“ „Du hast das Buch auf das Regal gelegt.“

Umformung:

Bei der Umformung wird eine Aussage des Kindes in einer veränderten Satzstruktur aufgenommen. Durch die Umstellung der sprachlichen Äußerung des Kindes - das kann beispielsweise auch eine formulierte Frage sein - erlebt das Kind eine Alternative, z.B. „Ich bin Auto gefahren“. „Mit wem bist du Auto gefahren?“

Korrektives Feedback:

Das korrektive Feedback ist eine weitere nachfolgende Modellierungstechnik. Dabei verbessert die erwachsene Person Fehler bezüglich der Aussprache der Kinder indirekt. Die indirekte Korrektur kann sich auf die Aussprache, die Wortform und die Grammatik beziehen. So z.B. „Slange“ statt „Schlange“.  

Kinder, die bis zum Schulalter Laute noch nicht richtig aussprechen, Wörter vertauschen oder mit grammatischen Formen Mühe haben, sollten die richtigen Formen immer wieder hören, um sie in ihr eigenes Sprachwissen aufnehmen zu können.
 

Praxis für Logopädie – Dietrich Roloff

Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und SchluckstörungenMelchendorfer Str. 1
99096 Erfurt
Tel.: 03 61 / 6 53 86 79
dietrich.roloff@logopaedie-erfurt.de

© Praxis für Logopädie – Dietrich Roloff

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