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Umschulen mit Familie – Möglichkeiten und Tipps

Eine Umschulung kann aus vielen Gründen im Leben sinnvoll sein. Wer allerdings eine Familie gegründet hat, steht dabei vor einigen Herausforderungen. Es gilt, Partner, Kinder, Haushalt und eventuell noch einen Teilzeitjob unter einen Hut zu bringen. Wie soll das alles gelingen? Hier einige Tipps.

Umschulung mit Baby oder Kleinkind

Das Leben mit Baby oder Kleinkind bis drei Jahren lässt sich nicht mit typischen Organisationsplänen und Terminen durchstrukturieren. Eltern sollten diese Entscheidung vor einer Umschulung gemeinsam besprechen. Wie ist die Arbeitssituation des Partners? Wo kann er unterstützen? Oder ist man ein alleinerziehender Elternteil? Dann liegen die organisatorischen Herausforderungen für die Zeitplanung und verlässliche Teilnahme allein auf den Schultern des Umschülers. Um die Bildungsphase mit sehr kleinen Kindern gut zu schaffen, bieten sich mehrere Möglichkeiten an.

Online-Umschulung

Dank moderner Digitallösungen müssen Umschüler heutzutage nicht mehr zwingend vor Ort bei einem Bildungsträger erscheinen. Viele Bildungsziele lassen sich im Home Office erreichen. Bei der Online-Umschulung findet Gruppenunterricht am PC statt. Die Umschüler kommen aus ganz Deutschland und werden im virtuellen Klassenraum vernetzt. Wenn Umschulungen online stattfinden, ist die Teilzeit-Variante eine sinnvolle Wahl. Für die Kinderbetreuung stehen dann unterschiedliche Wege offen. Zeitlich am flexibelsten ist die Tagesmutter. Sie kümmert sich am intensivsten um den eigenen Sprössling. Eine weitere Möglichkeit ist die Krippe – vorausgesetzt, es gibt freie Plätze. Wer weltoffen ist, gerne mit anderen Kulturen in Kontakt kommt und die Räumlichkeiten hat, kann auch ein Au-Pair für die Umschulungszeit bei sich aufnehmen.  

E-Learning

Im Gegensatz zur Online-Umschulung gibt es beim E-Learning keine festen Unterrichtszeiten. Das ermöglicht eine noch größere Freiheit, die Lernzeiten an die häuslichen Gegebenheiten anzupassen. So muss die Umschulung nicht zwingend am Vormittag erfolgen, sondern kann an den eigenen Zeitplan angepasst werden. Vielleicht kommt der Partner regelmäßig am frühen Nachmittag von der Arbeit zurück und kann sich ab diesem Zeitpunkt um das Kind kümmern? Dann könnte ab diesem Zeitpunkt die eigene Lernzeit starten. Zu bedenken ist allerdings, dass nur wenige Umschulungsangebote als komplettes E-Learning angeboten werden. Hier hängt Vieles vom Bildungsziel ab.

Teilzeit-Umschulung außer Haus

Allerlei Umschulungsberufe lassen sich nicht per Laptop im Home-Office erlernen. Ob Pflegeberuf oder Zerspanungsmechaniker – manches muss praktisch geübt werden. Auch ein Praktikum kann Teil der Umschulung sein. In solchen Fällen muss die Kinderbetreuung sehr gut organisiert sein. Sollte die Umschulung von der Agentur für Arbeit finanziert werden, können auch Betreuungskosten für die Kinder beantragt werden.

In jedem Fall empfiehlt sich eine Teilzeit-Umschulung. Neben den Fahrtwegen muss auch Zeit für Hausaufgaben, Prüfungsvorbereitungen oder das Wiederholen von Lernstoff eingeplant werden. Selbst wenn es gelingen sollte, ein Kind ganztätig betreuen zu lassen, fielen bei einer Vollzeit-Umschulung immer noch Lernzeiten an. Selbst Power-Man und Power-Woman sollte klar sein: Die Kinder bleiben dann doch auf der Strecke. Für sie gibt es dann fast keine Zeit mehr im Leben. Gerade bei den Kleinen dürfte man das später bereuen, denn wichtige Entwicklungsphasen erlebt man dann nur am Rande. Anders bei der Teilzeit-Umschulung außer Haus. Sie lässt noch ausreichend Möglichkeiten, eine „Quality-Time“ mit der Familie zu erleben. Die gemeinsame Zeit ist wichtig, um bei allen Herausforderungen einer neuen Berufsausbildung seelisch wieder aufzutanken.

Umschulung mit schulpflichtigen Kindern

Sind Kinder schon älter und müssen ohnehin zur Schule gehen, wird die gesamte Umschulungssituation leichter. Die Kinder sind viele Stunden am Tag in der Schule und im Hort. Da es dennoch nie eine perfekte Übereinstimmung zwischen Schulzeiten und eigenen Schulungszeiten geben kann, sollte die Betreuung in diesen schwierigen Phasen gut geplant werden. Dabei ist zu berücksichtigen, wie viele Kinder man hat. Die Stundenpläne von drei Kindern lassen sich schwieriger mit der eigenen Umschulungszeit vereinbaren, als wenn man Elternteil eines Einzelkinds ist. Auch das Alter der Kinder spielt eine Rolle. Muss man sich um drei Kinder im Alter von acht, zehn und zwölf Jahren kümmern? Oder ist ein Kind schon 16 Jahre und ein Nachzügler ist neun?

Die Situation mit älteren Kindern

Ältere Kinder ab 14 Jahren können sich meistens schon gut selbst organisieren und haben ausreichend Verständnis für die Umschulungssituation. Auf ihre Fähigkeiten dürfen Eltern vertrauen. Es ist hilfreich, mit den Teenagern feste Rituale zu vereinbaren und Absprachen zu treffen. Feste Regeln, dass bei Heimkehr der Eltern das Geschirr in die Spülmaschine eingeräumt ist, das Bad nach Pflegeritualen sauber gemacht wird, haben einen Sinn: Dass eine ordentliche Küche  oder ein sauberes Bad bei der Rückkehr von der Schule angenehm sind, wissen die Kinder aus eigener Erfahrung. Es geht also um Verständnis, Rücksicht und Zusammenhalt in der Familie. Die eigenen Kinder sind meistens bereit, ihre Eltern bei Herausforderungen zu unterstützen. Dazu zählen auch Vereinbarungen, wenn ein älteres Geschwister für einige Stunden die Betreuung der kleineren übernimmt. Hier sollte aber alles sorgfältig und gemeinsam besprochen werden. Einfaches Zuweisen von Aufgaben kann die Motivation auch schwächen. 

Verwandte und Freunde

Wenn die Kinder noch jünger sind, sollte es erwachsene Betreuung geben. Da die Kinder einen festen Stundenplan haben, lässt sich genau planen, wann Hilfe benötigt wird. Gut ist, wenn es möglichst viele Personen gibt, die den Kindern nahe stehen und in die Situation einbezogen werden können. Vielleicht wird der Montag dann der Oma-Tag, an dem sie für zwei Stunden vorbei kommt und die Kinder beaufsichtigt. Der Mittwoch wird vielleicht der Freundin-Susanne-Tag. Solche festen Rituale sorgen für Verlässlichkeit. Die Bande zwischen den Familienmitgliedern und in der Freundschaft festigen sich und die Betreuung liegt auf mehreren Schultern. Zu bedenken ist, dass die Kinder genau wie die Umschüler manchmal zuhause noch lernen müssen. Diese Zeit sollte man bewusst einplanen.

Freizeit nicht zu kurz kommen lassen

Die Zeit einer Umschulung ist schwer – neuer Lernstoff, beruflicher Wechsel als biografischer Einschnitt, die oft komplizierte Organisation. Die ganze Familie braucht regelmäßig einfach Spaß, Freizeit und schöne Momente. Wird die Umschulungszeit in ein Organisationskorsett eingeschnürt und alles muss immer reibungslos funktionieren, stellen sich häufig Reibereien ein. Dahinter steckt Erwartungsdruck bei Kindern und Eltern, ein latenter Zwang zu Disziplin und gemeinsamem Funktionieren. So baut sich Stress auf. Deshalb sollten bewusst Wochenendausflüge, schöne Entspannungsmomente und Zeit für Nichtstun eingeplant werden. Hauptsache, es gibt Phasen, wo niemand etwas schaffen und leisten muss. Gemeinsame Familienzeit ist wie ein Lebenselixier und darf nicht zu kurz kommen.

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