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Unfallvermeidung bei Kindern

Kleine Unfälle und Hoppalas gehören dazu, wenn Kinder selbstständig werden. Um schlimmere Verletzungen oder gar Folgeschäden zu vermeiden, geben wir heute praktische Tipps zur Unfallverhütung bei Kindern.

Unfälle vermeiden

Alle Eltern kennen es: Kaum macht euer Nachwuchs die ersten selbstständigen Schritte, sind kleine Stürze und aufgeschlagene Knie nicht mehr weit. Das gehört einfach dazu und hat in den meisten Fällen keine schlimmen Folgen. Damit es im Alltag mit Kindern nicht zu größeren Verletzungen kommt, solltet ihr als Eltern die wichtigsten Regeln der Unfallverhütung kennen. 
 

Gefahren erkennen 

Eine ungeschützte Steckdose, ein Topf mit heißem Wasser auf dem Herd, ein paar verstreute Münzen auf dem Couchtisch – was für Erwachsene keine unmittelbare Gefahr darstellt, kann bei Kindern zu Unfällen mit teils gravierenden Folgen führen. Das liegt in erster Linie daran, dass Kinder noch kein Gefahrenbewusstsein haben. Umso wichtiger ist es, dass die erwachsenen Familienmitglieder die gefährlichen Situation erkennen können, die sich für Kinder im Haushalt und in der Freizeit ergeben. 
 

Unfalltypen bei Kindern 

Dabei ist es hilfreich, euer Kind und sein Risiko für Unfälle richtig einschätzen zu können. Experten wie der Orthopäde, Unfallchirurg und Sportarzt Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits unterscheiden bei Kindern zwei Unfalltypen. Typ 1 ist ein kontaktfreudiges, dynamisches und angstfreies Kind, das sich aber oft selbst überschätzt. Der Unfalltyp 2 beschreibt ein empfindliches, oft abgespanntes und lustloses Kind. Beide Typen neigen aufgrund ihres Charakters zu unterschiedlichen Unfällen und Verletzungen. 
 

Unfallursachen bei den Kleinen 

Je nach Charakter und Alter haben Verletzungen bei Kindern unterschiedliche Ursachen. Neben dem bereits erwähnten fehlenden Gefahrenbewusstsein ist das oft die große Neugierde eurer Kleinen. Diese führt vor allem in den ersten beiden Lebensjahren zu Haushaltsunfällen wie Verbrühungen, Vergiftungen oder Stürzen. 
 

Kinder-Sinne in der Entwicklung 

Außerdem solltet ihr bedenken, dass Kinder ihre Umwelt ganz anders wahrnehmen, als ihr selbst. So haben sie schon alleine aufgrund ihrer geringeren Körpergröße eine andere Sichtperspektive. Zudem ist das Gesichtsfeld bis zum 12. Lebensjahr seitlich um etwa 30 % eingeschränkt. Auch die Geräuschwahrnehmung entwickelt sich erst im Laufe der Zeit: Erst ab etwa 8 Jahren hilft das Gehör Kindern dabei, eine Gefahr zu lokalisieren. Geschwindigkeiten können von Kindern bis 4 nicht richtig eingeschätzt werden und die Reaktionszeit ist bis zum Alter von 5 Jahren doppelt so lange wie bei Erwachsenen. Auf diese in Entwicklung befindlichen Sinne müssen Eltern und betreuende Personen Rücksicht nehmen. 
 

Praktische Tipps zur Unfallverhütung bei Kindern 

Bedenkt ihr diese Voraussetzungen und fühlt euch bei der Einschätzung einer Situation in euer Kind hinein, ist schon viel für die Unfallverhütung bei Kindern getan. Jetzt wollen wir euch noch ein paar praktische Tipps zur Vermeidung von ganz konkreten Unfallsituationen geben, die vor allem für die Kleinen und Kleinsten typisch sind. 
 

1. Sturzunfälle vermeiden

Um Verletzungen durch Stürze zu vermeiden, geht zunächst mit offenen Augen durch euer Heim. An welchen Stellen könnte euer Kind zu Sturz kommen? Habt ihr das erkannt, setzt entsprechende Maßnahmen. So solltet ihr einen Säugling nie – auch nicht für einen winzigen Augenblick – alleine am Wickeltisch liegen lassen. Bei der Kindereinrichtung sind Prüfzeichen und Normen eine gute Hilfestellung: „Achten Sie immer darauf, dass ein Kinderhochstuhl GS-geprüft ist und der Körpergröße sowie der Sicherheitsnorm EN 1178 entspricht“, rät Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits, der sich in seiner Wiener Ordination auch auf die Behandlung von Prellungen, Verstauchungen und Wunden sowie Knochenbrüchen bei Kindern spezialisiert hat. Der wichtigste Tipp des Orthopäden: „Trainieren Sie Bewegungsabläufe bereits im Kindergartenalter und üben Sie mir Ihrem Kind das richtige Fallen!“ 
 

2. Erstickungsgefahr vermeiden 

Um die Gefahr des Erstickens bei Kindern zu vermeiden, solltet ihr auf einige grundlegende Dinge achten. So solltet ihr bei Säuglingen im Idealfall kein Kissen benutzen und ausschließlich geprüfte Kinderbetten und Laufställe verwenden. An Treppen verwendet ihr Schutzgitter mit einem maximalen Abstand von 7,5 cm. Zudem müssen Plastiktüten, Bänder, Kabel und Kordeln unerreichbar für eure Kleinen sein. 
 

3. Unfallverhütung Ertrinken 

Bis zum 3. Lebensjahr ist der Kopf im Vergleich zum restlichen Körper besonders schwer und kann daher nicht andauernd selbstständig über Wasser gehalten werden. Zwischen dem 7. und 15. Lebensmonat reichen bereits 10 cm Wassertiefe, um zum Ertrinken zu führen. Daher sollten eure Kinder nicht nur bei Teichen oder Pools, sondern auch in der Badewanne und in der Nähe von kleineren Wassergefäßen wie Eimern immer unter Beobachtung sein. Ein wichtiger Hinweis: Schwimmflügel sind keine ausreichende Sicherheitsvorkehrung, auch wenn Kinder diese tragen, müssen sie ständig beaufsichtigt werden. Außerdem rät Univ.-Prof. Dr. Stefan Marlovits, der selber Vater von Zwillingen ist, Kindern nach dem 3. Lebensjahr das Schwimmen beizubringen. 
 

4. Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern verhindern 

Zuletzt widmen wir uns dem Thema Verbrennungen und Verbrühungen. Hier gelten im Haushalt mit Kindern folgende Regeln. Benutzt während der Mahlzeit keine Tischdecken. Sichert den Herd mit geeigneten Schutzvorrichtungen. Wenn ihr den Raum verlasst, sichert Geräte wie das Bügeleisen und zieht den Stecker heraus. Gegenstände wie Streichhölzer und Feuerzeuge sollten konsequent an unerreichbaren Stellen verwahrt werden. 
 

Für ein sicheres Aufwachsen 

Wenn ihr diese Ratschläge und praktischen Tipps beherzigt und die Welt durch die Augen Ihres Kindes seht, könnt ihr Gefahren rechtzeitig erkennen und bannen. So nehmt ihr die Perspektive eures Kindes ein und ermöglichen ihm ein behütetes, sicheres Umfeld, im dem es Neues gefahrlos selbstständig erkunden kann. 

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