Zuckerkonsum

Wie viel Zucker am Tag darf man essen? Diese Frage kann einen besonders zur Weihnachtszeit beschäftigen.

Zucker

Zucker kann nützlich sein

Zunächst einmal soll klar gestellt werden, dass Zucker durchaus wichtig für den Körper sein kann. Der Körper kann zur Energiegewinnung unter anderem auf verschiedene Kohlenhydratquellen zugreifen. Abhängig von ihrer chemischer Struktur werden diese unterschiedlich schnell zu wichtiger Glukose verstoffwechselt. Zucker gehört zu den kurzkettigen Kohlenhydraten und  steht für schnelle Energiegewinnung. Der Körper braucht also nur kurze Zeit, um Glukose aus Zucker zu gewinnen. Tatsächlich ist besonders das Gehirn auf Glukose angewiesen, um ausreichend funktionieren zu können. Aber auch für Sportler kann Zucker ein Hilfsmittel sein, um über einen kurzen Zeitraum schnell Energie zu gewinnen. Theoretisch ist Zucker also nicht schädlich.

Die vermeintliche Gefahr des Zuckers entwickelte sich  erst durch die industrielle Herstellung und somit den massenhaften und uneingeschränkten Zugang dazu. Das macht sich auch die Industrie zu Nutze. In vielen Lebensmitteln wie zum Beispiel Softdrinks, Fruchtjoghurt oder sogar Heringssalat versteckt sich Zucker. Oft getarnt unter Decknamen wie Maltodextrin, Gerstenmalzextrakt oder Polydextrose ist er für viele Verbraucher nicht erkenntlich. So kann schnell ein Überkonsum entstehen, welcher gesundheitliche Folgen mit sich ziehen kann.

Darum ist zu viel Zucker ungesund

Bei Zuckerkonsum kommt es zu einem Ausschlag des Hormons Insulin, welches den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Wer sich oft  zuckerhaltig ernährt, erfährt häufige Schwankungen des Blutzuckerspiegels. Diese könne Heißhungerattacken zur Folge haben und langfristig sogar zu Insulinresistenzen wie  Diabetes mellitus oder Adipositas führen. Außerdem begünstigt Zucker nachweislich die Bildung von Karies. Dies kann wiederum andere Krankheiten zur Folge haben wie die Ausbildung von Allergien und Hautkrankheiten. Aber auch Herzprobleme können eine Langzeitfolge von Karies sein. Bei Kindern sollte deshalb darauf geachtet werden, dass auch die Milchzähne kariesfrei bleiben. Denn obwohl diese irgendwann ausfallen, kann frühkindliche Karies ein höheres Risiko für Karies bei den bleibenden Zähnen mit sich bringen.

Die Mythen über Zucker

Ein Mythos, der den Konsum von Zucker umgibt, ist die Begünstigung von Hyperaktivität, insbesondere bei Kindern. Für die Vermutung, dass Zucker zu Hyperaktivität bei Kindern beiträgt, konnte noch kein wissenschaftlicher Beleg erbracht werden und bleibt somit vorerst ein Mythos. Obwohl Zuckerkonsum Glückshormone im Körper ausschüttet, ist auch die Hypothese Zucker mache süchtig wissenschaftlich umstritten, da auch hier keine signifikanten Studien vorliegen.

Wie viel Zucker am Tag darf ich essen?

Wie viel Zucker am Tag zu sich genommen werden soll, entspricht einer Empfehlung der WHO. Diese empfiehlt weniger als 10%, besser seien sogar weniger als 5% seines Tagesbedarfs an Kalorien durch Zucker aufzunehmen. Bei Kindern kann der Zucker Tagesbedarf (je nach Alter, Geschlecht und Aktivität) zwischen 1200kcal und 2200kcal liegen, bei Erwachsenen zwischen 2000kcal und 3000kcal. Ein Kleinkind mit einem Bedarf von 1200kcal dürfte somit 60 kcal durch Zucker zu sich nehmen. Das entspricht 15g Zucker. Zum Vergleich: Ein einziges Stück Schokolade kann bereits um die 9g Zucker enthalten.

Hinzu kommt, dass man häufig den versteckten Zucker aus anderen Lebensmitteln vergisst. 15g Zucker sind also schnell erreicht. Das  führt dazu, dass man leicht in einen Kalorienüberschuss gerät, welcher langfristig zu Übergewicht führt. Auch der Zucker aus Obst sollte nicht vernachlässigt werden, denn auch hier können sich große Mengen befinden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Süßigkeiten liefert Obst allerdings noch wichtige Nährstoffe und Vitamine. Außerdem führen die vorhandenen Ballaststoffe im Obst dazu, dass der vorhandene Zucker langsam und stetig ins Blut abgegeben wird, anstatt rasant zu einem Blutzuckeranstieg zu führen.

Zuckeralternativen

Wer Naschereien nicht komplett aufgeben möchte, kann darauf achten auf Zuckeralternativen zurückzugreifen. Zuckeralternativen sind beispielsweise Süßstoffe. Es gibt mittlerweile viele unterschiedliche. Man kann sie beim Einkaufen unter anderem an den Namen Aspartam, Sucralose und Cyclamat erkennen. Allerdings gibt es auch hier eine Kehrseite: Süßstoffen stehen unter dem Verdacht stehen gesundheitliche Folgen mit sich zu führen, wenn bestimmte Mengen überschritten werden.

Des Weiteren stößt man immer mehr auf trendige Zuckeralternativen wie Birkenzucker, auch Xylit genannt. Problem hierbei ist, dass dieser Zuckerersatz im Dickdarm zur Verdauung vergärt wird. Das kann zu Bauchschmerzen führen. Übrigens ist auch der Mythos, dass brauner Zucker gesünder ist, falsch. Es handelt sich hierbei lediglich um einen anderen Herstellungsprozess, als beim weißen Haushaltszucker.

Generell gilt, dass die Dosis das Gift macht. Wer über einen langen Zeitraum hinweg einen übermäßigen  Zuckerkonsum hat, setzt sich einem erhöhten Risiko aus. Wenn man jedoch mal ein bisschen Schokolade zu viel isst und sich körperlich fit hält, wird nicht sofort an Diabetes erkranken. Für Kinder gilt, schon früh ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen und somit den Grundstein für eine ausgewogene Lebensweise zu legen.

Wie ist eure Meinung zum Thema Zuckerkonsum und welche Themen rund die Ernährung interessieren euch noch? Schreibt uns einfach eine Nachricht an redaktion@kribbelbunt.de oder besucht uns auf Facebook und diskutiert mit.

Bild: © Fotolia