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Motorik und Sprachentwicklung: Kinder unterstützen und fördern

Im Prinzip brauchen Kinder keine spezielle Förderung für die Entwicklung ihrer Motorik. Das ergibt sich mit der Zeit von ganz alleine – bei dem einen Kind früher, bei dem anderen später. Dennoch möchten Eltern ihren Kindern den besten Start ins Leben ermöglichen und zugleich sind gute motorische Fähigkeiten schon im Kindergarten wichtig. Anders als die Motorik entwickelt sich das Sprachvermögen nicht von selbst, ist aber ebenfalls eine ganz wesentliche Fähigkeit. Deswegen haben wir für euch einige Tipps zusammengetragen, mit denen ihr die Motorik sowie die Sprachentwicklung eures Kindes aktiv fördern und unterstützen könnt.

Durch eine aktive Förderung stellt ihr nämlich für euer Kind die Weichen für ein erfolgreiches Leben. Denn sowohl die Motorik als auch die Sprachentwicklung sind wichtige Voraussetzungen für das Schul- und spätere Berufsleben. Aber sie ist noch auf einer ganz anderen Ebene wichtig: für die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Das Kind merkt also, dass es Aufmerksamkeit erhält und die Eltern gerne Zeit mit ihm verbringen. Dabei sollte es weniger um das Erreichen von Lernzielen gehen und keinesfalls solltet ihr das Kind unter Leistungsdruck setzen. Wer aber spielerisch mit seinem Kind an die Sache herangeht, verschiedene Impulse setzt und es zum Ausprobieren ermuntert, kann es in vielerlei Hinsicht unterstützen. Es wird nicht nur eine bessere Motorik und Sprache entwickeln, sondern auch mehr Selbstbewusstsein und ein größeres Selbstwertgefühl – und damit ebenfalls zwei Eigenschaften, die für ein glückliches sowie erfolgreiches Leben unverzichtbar sind. Förderung kann also ein Zeichen von Liebe sein, wenn sie richtig angegangen wird. Aber wie?

Die kindliche Motorik

Wenn ihr die Motorik eures Kindes unterstützen möchtet, gilt es erst einmal zu verstehen, wie sich diese je nach Alter entwickelt. Motorik bezeichnet die Gesamtheit der Bewegungen, also der Aktionen durch die Muskulatur. Dazu gehört beispielsweise das Gehen, aber auch die Motorik der Finger beim Greifen. Es wird also gemeinhin unterschieden zwischen der Grob- und der Feinmotorik:

  1. Die Grobmotorik beschreibt die Gesamtbewegung, wenn also der gesamte Körper bewegt wird, beispielsweise beim Gehen oder beim Springen. Für eine gute Grobmotorik sind dementsprechend vor allem das Gleichgewicht, die Muskelspannung sowie die Körperwahrnehmung wichtig. Gleichzeitig müssen, ebenso wie bei der Feinmotorik, die koordinativen Fähigkeiten ausgebildet werden. Gemeinsam mit der Koordination und Kondition legt die Grobmotorik also den Grundstein für gute sportliche Leistungen des Kindes.
  2. Die Feinmotorik bezeichnet einzelne oder kombinierte Bewegungsabläufe, bei denen jedoch nur einzelne Körperteile in Bewegung gesetzt werden. Die Hand-Finger-Koordination ist dafür ein typisches Beispiel. Aber auch die Mund-, Augen-, Gesichts-, Fuß- oder Zehenmotorik sind wichtig. Wer über eine gute Feinmotorik verfügt, kann also feinste Bewegungsabläufe ausführen, wie sie beispielsweise beim Basteln, beim Nähen oder beim Schreiben notwendig sind. Dafür bedarf es einem guten Gefühl für kleinste Bewegungen, einer grundlegenden Muskelspannung in den jeweiligen Bereichen sowie einer angemessenen Kraftdosierung.

Bei der Feinmotorik spielt zudem die Händigkeit des Kindes eine wichtige Rolle, die sich bis zum dritten Lebensjahr entwickelt und spätestens zwischen dem vierten sowie fünften Lebensjahr festigt. Die Motorik ist also zwar eine natürliche und quasi automatische Entwicklung im Kindesalter, aber sie ist keinesfalls angeboren und kann aktiv gefördert werden. Von einer guten Motorik profitiert euer Kind nämlich sein Leben lang, sei es in sportlicher Hinsicht, im Beruf oder einfach im Alltag. Ein sinnvoller erster Schritt kann daher sein, die Motorik eures Kindes im groben sowie feinen Bereich zu testen, um die altersgemäße Entwicklung zu überprüfen. Im zweiten Schritt können dann Anreize gesetzt werden, damit das Kind seine Grob- sowie Feinmotorik spielerisch übt. Denn wie so oft im Leben gilt auch diesbezüglich der Grundsatz: Übung macht den Meister!

Entwicklung der Motorik im Kindesalter

Die Überprüfung der motorischen Entwicklung ist Teil der sogenannten U-Untersuchungen. So kann sichergestellt werden, dass sie altersangemessen verläuft. Individuelle Unterschiede gibt es trotzdem immer, denn nicht jedes Kind entwickelt die Grob- sowie Feinmotorik zum gleichen Zeitpunkt in demselben Ausmaß. Einige Kinder sprechen vielleicht mehr als Gleichaltrige, können dafür aber noch nicht selbständig laufen. Andere stehen ungewöhnlich früh auf eigenen Beinen, haben aber keine allzu gute Feinmotorik. Auch kann es sein, dass euer Kind eine Phase der motorischen Entwicklung einfach überspringt oder diese in anderer Reihenfolge als nach „Lehrbuch“ durchläuft. Eine gewisse Gelassenheit der Eltern ist bei diesem Thema also wichtig, um sich selbst und das Kind nicht unnötig unter Druck zu setzen. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle hilft dabei, eine normale von einer verzögerten Entwicklung der Motorik zu unterscheiden. Die „typische“ motorische Entwicklung verläuft in folgenden Phasen:

  • Erste Bewegungen führt das Ungeborene bereits im Mutterleib ab der zehnten Schwangerschaftswoche aus. Diese Bewegungen sind aber noch spontan und können nicht bewusst gesteuert werden.
  • Nach der Geburt besitzt das Kind grundlegende Reflexe, die ihm das Überleben sichern. Dazu gehört der Saugreflex, um an der Brust zu trinken, der jedoch mit steigendem Lebensalter verschwindet.
  • In den ersten zwei Lebensjahren bilden sich weitere Reflexe aus und teilweise wieder zurück. Beispiele hierfür sind der Schreitreflex, der Greifreflex oder der Moro-Reflex. Diese Reflexe können sehr gut in den U-Untersuchungen überprüft werden.
  • Bis zum ersten Lebensjahr erwirbt das Kind verschiedene motorische Fähigkeiten: Das Heben des Kopfes, die Drehung in Bauch- oder Rückenlage, das eigenständige Sitzen, das Krabbeln und schließlich das Aufrichten mit ersten Gehversuchen. Auch das Greifen verbessert sich zunehmend, dennoch steht in dieser Lebensphase eher die Grobmotorik als die Feinmotorik im Vordergrund.
  • Anschließend werden die erworbenen grobmotorischen Fähigkeiten weiter verbessert, während sich auch die Feinmotorik zunehmend ausbildet, beispielsweise die Geschicklichkeit der Finger oder die Augen-Hand-Koordination.

Wenn ihr euer Kind bei der motorischen Entwicklung aktiv unterstützen möchtet, ist es wichtig, die Einflussfaktoren zu kennen. Um dieses Thema ranken sich nämlich viele Halb- und Unwahrheiten. Keinen Einfluss auf die Motorik eines Kindes haben demnach seine Geschwister, sein Geschlecht, sein Geburtsgewicht, der soziale Status, das Alter der Eltern, der Wohnort oder ob das Kind durch einen Kaiserschnitt auf die Welt kam. Stattdessen sind es vor allem körperliche Probleme oder Stress, die zu einer Entwicklungsverzögerung führen können, zum Beispiel zerebrale Krampfanfälle oder eine frühkindliche Hirnschädigung. Ebenso sind Kinder nach einer Frühgeburt nicht selten langsamer in der motorischen Entwicklung und zuletzt spielt die Psyche eine wichtige Rolle: Merkt das Kind (unbewusst), dass es von den Eltern nicht gewollt ist oder dass des Probleme in deren Partnerschaft gibt, kann sich dies in einer Entwicklungsverzögerung bemerkbar machen. Auch ein niedriges Bildungsniveau der Eltern kann sich negativ auswirken, wie die Wissenschaft mittlerweile weiß.

Die Entwicklung der Grobmotorik unterstützen

Die Wissenschaft weiß aber auch, dass eine Förderung der Motorik großen Einfluss auf ihre Entwicklung nehmen kann, beispielsweise durch die Anmeldung des Kindes in einem Sportverein. Die Grobmotorik kann und sollte also auf verschiedenste Weise sowie in jedem Lebensalter gefördert werden. Dadurch bekommt euer Kind ein gutes Körpergefühl, von dem er sein Leben lang in unterschiedlichsten Bereichen profitieren kann. Wichtig ist also, dem Kind entsprechende Anreize zu geben. Als Baby ist dafür beispielsweise die Bauchlage-Position förderlich, denn so lernt das Kind schneller sich zu drehen oder zu krabbeln. Wenn es mit dem Laufen beginnt, können Spielsachen wie ein Lauflernwagen die grobmotorische Entwicklung unterstützen. Als Eltern könnt und solltet ihr dem Kind also Hilfsmittel oder Spielsachen zur Verfügung stellen, welche die Entwicklung ihrer Motorik fördern – ohne dass das Kind diese Förderung überhaupt bemerkt.

Sobald euer Sohn oder eure Tochter laufen kann, sollten Bewegung und Sport im Alltag eine wichtige Rolle spielen. Anstatt die Freizeit passiv zu gestalten, beispielsweise mit dem Tablet auf dem Sofa, sollte das Kind also möglichst viel laufen, springen, rennen, balancieren oder anderen Aktivitäten nachgehen, bestenfalls an der frischen Luft. Zudem probieren Kinder gerne unterschiedliche Spielzeuge aus, die ebenfalls verschiedene motorische Fähigkeiten fördern:

  • Ballspiele
  • Hüpfseile
  • Klettermöglichkeiten
  • Kriechtunnel
  • Laufrad
  • Trampolin
  • u. v. m.

Als Eltern könnt ihr also dem Alter angemessenes Spielzeug zur Verfügung stellen, mit den Kindern auf einen Spielplatz gehen, Ausflüge in den Wald unternehmen, Bewegungsspiele vorschlagen und schlichtweg als gutes Beispiel vorangehen – denn sportliche Eltern haben meist auch sportlichere Kinder. Es gilt also, einen aktiven Lebensstil vorzuleben und für das Kind zu implementieren, dann wird davon auch seine grobmotorische Entwicklung profitieren. Wichtig ist in Bezug auf die Grobmotorik zudem das Gleichgewicht. Auch dieses kann und sollte also durch Sportgeräte sowie spielerische Übungen gezielt gefördert werden, beispielsweise durch

  • Balancieren,
  • Einbeinstand,
  • Trampolin,
  • Wackelbrett,
  • Medizinball oder
  • weiche Matten.

Diese sind nur einige von vielen Beispielen. Gerne könnt ihr diesbezüglich kreativ werden und immer neue Spiele erfinden, welche die Entwicklung der Grobmotorik und des Gleichgewichts bei eurem Kind trainieren.

Die Feinmotorik fördern

Ebenso wie Bewegung und Sport sollten auch feinmotorische Tätigkeiten von Beginn an in den Alltag des Kindes integriert werden. Vor allem temperamentvolle Kinder lassen sich aber nicht immer für Aktivitäten wie das Basteln begeistern. Auch hier gibt es jedoch eine große Auswahl an Übungen oder Spielsachen, die sicherlich für jedes Kind eine geeignete Wahl bieten, damit auch eure Tochter oder euer Sohn sich für diese begeistern kann. Das beginnt bereits im Säuglingsalter, noch bevor das Kind laufen kann. Dann können Greiflinge, Rasseln oder Mobile das Kind zum Greifen animieren. Mit steigendem Lebensalter sind dann auch anspruchsvollere Übungen der Feinmotorik möglich:

  • Auffädeln von Perlen
  • Basteln
  • Bauklötze
  • Fingerspiele
  • Kneten
  • Malen (mit Fingerfarben)
  • Motorik-Spielzeug
  • Puzzeln
  • Spiele mit Sand und Wasser
  • Steckspiele
  • Stempeln
  • Weben
  • u. v. m.

Auch hier sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt also eigene Spiele erfinden oder das Kind dazu animieren, um zugleich seine Kreativität und Fantasie zu fördern. Ihr könnt gemeinsam auf Erkundungstour gehen oder das Basteln am Wochenende zur Tradition machen. Ihr könnt das Kind in den Kochprozess oder die Weihnachtsbäckerei integrieren. Alles, was Spaß macht und spielerisch die Feinmotorik fördert, ist nicht nur erlaubt, sondern explizit erwünscht. Aber auch alltägliche Aufgaben wie das Binden der Schuhe, das Werfen von Münzen in die Spardose oder das Einpacken von Geschenken sollten unter Aufsicht durch das Kind so früh wie möglich selbst erledigt werden – selbst wenn das für euch zur Geduldsprobe wird. Auch hier macht schließlich nur Übung den Meister.

Ebenso müssen die feinmotorischen Herausforderungen an das Alter des Kindes angepasst werden. Mit dem Puzzle wurde dafür ein hervorragendes Beispiel genannt: Im Kleinkindalter sind einfache Puzzle eine schöne Möglichkeit, um sowohl die Feinmotorik als auch die Konzentration sowie Entspannung des Kindes zu fördern. Puzzles aus Holz erweisen sich gegenüber Puzzles aus Kunststoff als eine schöne Alternative, da sie weitaus stabiler und länger haltbar sind. Sie können also je nach Alter und Interessen des Kindes ausgewählt und immer wieder ausgetauscht werden. Mit steigendem Lebensalter und besserer Feinmotorik können dann anspruchsvollere Puzzle zum Einsatz kommen. Ein Hobby, das sich zudem hervorragend als Eltern-Kind-Beschäftigung eignet, denn auch Erwachsene können noch vom Puzzeln profitieren und daran viel Freude finden. Selbiges gilt natürlich für viele andere Beschäftigungen, welche die Grob- oder Feinmotorik fördern.

Die kindliche Sprachentwicklung

Ebenso spielerisch kann und sollte die Sprachentwicklung von Kindern gefördert werden. Auch diesbezüglich lohnt sich daher ein Blick auf die verschiedenen Entwicklungsphasen und die Frage, wie ihr euer Kind dabei aktiv unterstützen könnt. Bei der Geburt bringt das Baby alle Voraussetzungen mit, denn die Sprachzentren wurden bereits im Gehirn angelegt und mit dem Geburtsschrei gibt es seinen ersten Laut von sich. Anschließend werden die Zunge, die Lippen und das Zwerchfell durch alltägliche Laute wie das Schreien oder „Brabbeln“ weiter trainiert. Aber auch das Gehör spielt für die Sprachentwicklung eine essentielle Rolle: Bereits im Mutterleib nimmt das Kind vielerlei Geräusche wahr. Nach der Geburt lauscht es den Umgebungsgeräuschen sowie den Worten seiner Eltern, bis es mit steigendem Lebensalter beginnt, selbst das Sprechen zu üben. Typische Entwicklungsstadien der Sprache sind daher:

  • Nach der Geburt wird das Kind erst einmal nur still den Umgebungsgeräuschen lauschen oder hin und wieder schreien.
  • Nach etwa zwei Monaten beginnt es damit, eigene Laute zu kreieren.
  • Mit rund einem Jahr versucht es gezielt, seine Stimmung durch unterschiedliche Laute auszudrücken oder Worte nachzuahmen. Oft kann das Kind bereits zwei bis drei Wörter sprechen.
  • Nach dem ersten Geburtstag gewinnt die Sprachentwicklung an Tempo. Das Kind ahmt die Eltern nach und lernt rund  50 verschiedene Wörter. Meistens werden diese aber noch einzeln, also nicht in zusammenhängenden Sätzen verwendet.
  • In einem Alter von rund 19 bis 20 Lebensmonaten kommt das Kind ins „Zwei-Wort-Satz-Alter“. Es beherrscht jetzt 50 bis 200 Wörter und einen passiven Wortschatz von bis zu 400 Wörtern. Es kann kleine Gespräche führen, einfache Sätze bilden und grundlegende grammatikalische Regeln anwenden.
  • Bis zum vierten Lebensjahr werden die Sätze komplexer, das Kind erlernt auch komplizierte Laute wie „ch“ oder „tz“ und stellt viele Fragen. Die Kinder hören zudem aktiv zu, um daraus zu lernen, und kann Satzgruppen von sechs bis acht Wörtern bilden. Vorsicht: Auch Schimpfwörter werden nun gerne aufgeschnappt.
  • Mit fünf Jahren beherrscht das Kind etwa 2.000 Wörter, kann sich selbständig ausdrücken und einfache Nebensätze bilden. Es beginnt damit, fantasievolle Geschichten zu erzählen oder das Gesprochene der Eltern wiederzugeben. Viele Kinder entwickeln zudem bereits ein Interesse an Buchstaben und daher kann in diesem Alter mit dem Lesenlernen begonnen werden.

Auch die Sprachentwicklung wird in den U-Untersuchungen regelmäßig durch den Arzt überprüft – hier sind individuelle Unterschiede aber ebenfalls vollkommen normal. Häufig sind die Motorik und die Sprachentwicklung im Kleinkindalter sogar ein Entweder-oder, sprich: Die Kinder sind entweder motorisch oder sprachlich sehr weit, während sie sich im jeweils anderen Bereich eher langsam entwickeln. Auch das ist vollkommen normal und kein Grund zu Sorge. Durch die richtige Förderung werden sich beide Fähigkeiten im Kindesalter ausreichend ausbilden.

Aktivitäten zur Förderung der Sprachentwicklung

Auch bei der Sprachentwicklung ihres Kindes spielen die Eltern also eine wichtige Rolle. Je besser ihre eigenen sprachlichen Fähigkeiten sind, desto schneller und besser werden sich in der Regel auch jene ihres Kindes ausbilden. Die eigene Sprache zu hinterfragen und zu verbessern, schafft deshalb beste Voraussetzungen für eine gute Sprachentwicklung beim Kind. Es wird schließlich schon in jungem Alter aktiv zuhören und von der Sprache der Eltern mit ihm, untereinander oder mit anderen Personen lernen. Bewusst und viel mit dem Kind zu sprechen, ist deshalb bereits eine sinnvolle Form der Förderung. Ebenso sollten Geschichten vorgelesen oder selbst erfunden und kreativ erzählt werden. Je interessierter das Kind ist, desto mehr wird es die Sprache aufsaugen und verinnerlichen. Sobald es selbst sprechen kann, könnt ihr es zudem animieren, eigene Geschichten zu erfinden und zu erzählen.

Bücher spielen bei der Sprachentwicklung eine wichtige Rolle. Im Kleinkindalter können Bilderbücher gemeinsam angesehen werden, um dazu Geschichten zu erfinden, Texte vorzulesen oder die Motive zu erklären. Mit der Zeit können die Geschichten immer komplexer werden und irgendwann wird das Kind einfache Bücher selbst lesen. Auch Lückentexte oder ähnliche Übungen eignen sich hervorragend, um die Sprache des Kindes zu fördern. Ebenso können einzelne Wörter geübt werden, beispielsweise Tiernamen oder Farben. Auch dafür bieten Bücher tolle Möglichkeiten, aber auch andere Spiele kommen infrage. In gesundem Ausmaß können dafür digitale Medien zum Einsatz kommen.

Hörspiele sind ebenfalls eine tolle Möglichkeit, um die Sprachentwicklung der Kinder zu fördern und sobald sie alt genug sind, sollten sie zum eigenständigen Lesen animiert werden. Das erweitert ihren Wortschatz und verbessert ihre Grammatik sowie Rechtschreibung. Vielleicht begeistert sich euer Kind irgendwann sogar dafür, eigene Geschichten aufzuschreiben oder ähnliche Schreibübungen zu machen. Andere Kinder lassen sich gerne zum Erzählen oder zum Erfinden von fantasievollen Geschichten ermutigen, wieder andere singen gerne mit den Eltern oder sagen Sprechreime auf. Eure Aufgabe als Eltern besteht also darin, das Kind zu beobachten, seine Vorlieben zu entdecken und aktiv zu fördern. Aber auch, wenn sich Defizite bemerkbar machen, ist eine spielerische Förderung wichtig – gegebenenfalls unter professioneller Anleitung.

Extra-Tipp: Eltern neigen dazu, die sprachlichen Fehler ihrer Kinder nicht zu korrigieren. Das ist für die Sprachentwicklung aber wichtig. Dabei sollte das Kind nicht den Eindruck erhalten, etwas falsch gemacht zu haben oder sich schämen zu müssen. Stattdessen wiederholt ihr die richtige Formulierung beiläufig und in einem positiven Tonfall. Dann merkt euer Sohn oder eure Tochter, dass ihr aktiv zuhört. Er oder sie fühlt sich verstanden und verinnerlicht quasi beiläufig die Korrekturen.

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