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„Aber Papa sagt, ich darf“ – Medienerziehung gemeinsam regeln

Studien zeigen, dass Väter und Mütter bei der Medienerziehung oft unterschiedliche Ansätze verfolgen. Für Kinder ist es wichtig, dass Regeln verbindlich sind und von der ganzen Familie gelebt werden.

Medien & Co

Viele Mütter und Väter haben unterschiedliche Ansichten, was die Medienerziehung betrifft: Mütter sind oft restriktiver, während Väter mehr erlauben und sich bei digitalen Medien für kompetenterhalten. Dies kann zu Konflikten führen, wie die Studie „Zwischen Anspruch und Alltagsbewältigung: Medienerziehung in der Familie“ der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen zeigt.

Im Alltag sind vor allem Väter nachgiebiger bei medienbezogenen Regeln, etwa in der Frage, was und wie lange gespielt wird. Doch: „Kinder brauchen klare Regeln, auch bei der Medienerziehung. Deshalb sollten sich Mütter und Väter mit dem Kind auf gemeinsame Regeln verständigen, die möglichst überall gelten, bei Mama und Papa, Großeltern und Freunden“ erklärt Kristin Langer, Mediencoach vom Medienratgeber „SCHAU HIN! Was Dein Kind macht“. Auf mediennutzungsvertrag.de finden Eltern Vorlagen für solche Vereinbarungen.

Ein weiteres Konfliktthema ist oft, dass ältere Geschwister mehr dürfen als jüngere. Unterschiede sollten daher begründet sein, etwa dass ältere mehr Erfahrung und Reife mitbringen und daher etwa auch andere Filme oder Games nutzen können. Dies gilt natürlich auch für Erwachsene. Wichtig ist nur, dass sich die Beteiligten nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Medienkompetenz von Kindern wird nicht nur durch Worte und Regeln, sondern durch eigenes Verhalten und eigene Haltungen beeinflusst. Wichtig ist, dass sich Väter und Mütter ihrer Vorbildrolle auch in der Medienerziehung bewusst sind und mit gutem Beispiel vorangehen. Am besten beobachten sich Eltern selbst: Gehen sie beim Essen oder bei Gesprächen ans Handy? Läuft der Fernseher dauernd? Wird jedes Familienerlebnis gleich auf Facebook gepostet? Im Onlinetest auf schau-hin.info/mitmachen/elterntest können Eltern ihr Medienverhalten reflektieren.

Die gemeinsame Mediennutzung von Eltern und Kindern ist oft auch vom Geschlecht beeinflusst. So spielen Väter eher mit ihrem Sohn Computerspiele und schauen Action-Filme, während Mütter ihre Vorlieben für Fernsehen (zum Beispiel Castingshows) und romantische Filme meist mit ihren Töchtern teilen. Um Rollenmustern vorzubeugen, können Mütter auch mal das neue Computerspiel testen und Väter eine Folge der Lieblings-Soap anschauen. Dies zeigt Kindern, dass bestimmte Inhalte nicht einseitig einem Geschlecht zugesprochen werden müssen. Zudem erhalten Eltern so einen möglichst umfassenden Einblick in die Medienvorlieben ihrer Kinder und können dazu im Gesprächbleiben.

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