Bergbau erleben im Harz

Wie Adern ziehen sich die Stollen der Bergwerke durch den Harz. Jeder mit seiner eigenen Geschichte und Legenden. Erfahrt hier mehr darüber!

Bergbau ganz nah

Der Harz kann auf eine lange Bergbaugeschichte zurückschauen. Die erste urkundliche belegbare Förderung geht auf das Jahr 968 zurück. Die Bergwerke versorgten Königs- und Kaiserreiche mit Silber oder anderen Erzen. Zwischen der Grenze von Oberfläche und Untertage entwickelten die Bergmänner eine eigene Kultur. Neben einer eigenen Sprache entstanden vor allem ganz eigene Mythen und Geschichten. Die bekannteste ist die des Berggeistes oder des Bergmönches. Zu seinen Lebzeiten soll ein Mönch seine Leidenschaft im Bergbau gefunden haben. Nach seinem Tod soll er Gott gegeben haben bis zum Tag des Jüngsten Gerichts untertage verbringen zu dürfen. In der Gegend um Clausthal und Zellerfeld war der Mönch noch zu Lebzeiten Bergmeister. Danach erschien er vor allem als Mönch, als Bergmeister oder als Geschworener gekleidet. Zwar helfe er Bergarbeitern in größter Not, doch wenn er auf einem faulen Kameraden trifft, wird dieser seinem Ende gegenüberstehen.

Noch heute sind erzählt man sich die Geschichten, da 1992 die letzte Grube im Harz schloss. Dafür entwickelten sich viele Stollen und Bergwerke weiter zu Museen und Erlebnisstätten.

UNESCO Weltkulturerbe

Das älteste Bergwerk liegt am Rammelsberg bei Gosla und gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Der älteste Stollen des deutschen Bergbaus, der „Rathstiefsten Stollen“, steht Besuchern offen. Das aus dem 13. Jahrhundert stammende „Feuergezäher Gewölbe“ ist ebenfalls eines der ältesten gemauerten Grubenräume in Europa. Für eine bessere Visualisierung wurde sogar eine originalgetreue Rekonstruktion eines großen Wasserrades im Roeder-Stollen umgesetzt.

In Wildemann findet man den „19-Lachter-Stollen“ der nicht rein zum Abbauen benutzt wurde, sondern die Entwässerung als Aufgabe hatte. Dieser Entwässerungsstollen diente dazu, das Grundwasser aus höher gelegenen Erzgruben abzuleiten. Es ist ein sehr wichtiges Bauwerk für die damalige Zeit, da dadurch der Bergbau überhaupt erst möglich wurde, bis zu seinem Ende erreichte der Stollen eine Länge von 8800 Metern. Zudem ist er der einzige Wasserlösungsstollen des Harzes, der für Besucher zugänglich ist.

Es kann also zu einem richtigen Erlebnis werden auch sprichwörtlich „in den Harz“ zu schauen und ist gerade für Familien sehr zu empfehlen.