Bommel und das Frühlingserwachen

Beitrag von Bommel Bär
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Wir kennen unseren kleinen Teddy immer gut gelaunt und hilfsbereit. Doch der ständig graue Himmel schlägt unserem plüschigen Freund aufs Gemüt. Und auch wenn unser Bommel ein kuschliges Fell hat, die anhaltende Kälte mag er gar nicht. So verwundert es nicht, dass sich Bommel, sobald sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke gekämpft haben, aufmacht, die erwachende Natur zu erkunden.

Auf seinem Weg durchstreift er die Parks und Vorgärten seiner Nachbarschaft. Während die ersten Baume zu knospen beginnen, haben es Bommel besonders die Frühblüher angetan: Krokusse, Schneeglöckchen, Narzissen und Tulpen bilden ein reines Blumenmeer und verschönern die kahle Landschaft mit ihrer Farbenpracht. „Soo schön!“, denkt Bommel laut und fügt hinzu: „Wie gut, dass es Pflanzen gibt, die auch bei niedrigen Temperaturen und wenig Sonnenschein blühen. Wie schrecklich langweilig sonst alles aussehen würde.“

Als Bommel so gedankenversunken inmitten der blühenden Wiese stand, hört er plötzlich ein lautes Schnattern. Er blickt sich um und sieht über sich einen Schwarm Gänse hinwegziehen. „Oh, auch die Zugvögel haben gemerkt, dass es Frühling ist. Sie kommen aus ihren Winterquartieren zurück“, stellt Bommel begeistert fest. Doch was ist das? Am Ende des Schwarms sieht Bommel ein Tier, das immer mehr an Höhe verliert. Immer schneller trudelt die Gans Richtung Erde. Mit offenem Mund schaut Bommel dem Unvermeidlichen entgegen. „Da ist jemand in Not. Ich muss ihm helfen, sonst könnte das Ganze böse ausgehen“, ruft Bommel alarmierend. In der Nähe sieht der kleine Teddy die Wäsche von Frau Fuchs im Wind flattern. Da kommt ihm die Idee! Er rennt los, schnappt sich ein großes Bettlaken, spannt es auf und versucht die abstürzende Gans aufzufangen. „Vorsicht. Ich komme!“, ruft es ihm entgegen. Und da ist es auch schon geschehen, Bommel hatte den freien Fall zwar abgemildert, lag aber jetzt selbst am Boden. Die erschöpfte Gans saß währenddessen erleichtert auf seinem Bauch. Bommel rappelt sich auf und fragt: „Geht es dir gut? Das sah ganz schön gefährlich aus. Wie konnte das denn passieren?“, sprudelte es aus Bommel heraus. „Ach, wie unhöflich von mir … Ich bin Bommel. Und wer bist du?“ „Hallo Bommel, nett dich kennenzulernen. Mein Name ist Georg Gans und ich danke dir vielmals für die Rettung. Der Flug zurück aus Afrika war wohl doch ein wenig zu anstrengend für mich gewesen. Ich hatte einfach keine Kraft mehr zum Flügelschlagen“, erklärt sich der gefiederte Pechvogel. „Jetzt hab ich doch glatt den Anschluss an meine Gruppe verloren. Die werden mich bestimmt schon vermissen. Würdest du mich zu unserem Nistplatz begleiten? Der ist direkt hinter dem Wald.“ „Natürlich, keine Frage!“

Und so machen sich die Zwei auf den Weg. Unterwegs sehen sie nicht nur, wie die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht, sondern auch das ein oder andere Tier aus seinem Winterquartier krabbeln. Als sie den Wald durchqueren, werden Sie von raschelndem Laub empfangen. Doch es war nicht der Wind, der die bunten Blätter tanzen ließ, sondern Carl Radler, der nach der langen Kältezeit auf Futtersuche war. „Hallo Carl,“ grüßte Bommel freundlich. „Hast du den Winter gut überstanden?“ „Ja, danke der Nachfrage. In meinem Bau konnte ich ungestört Winterschlaf halten und auf den Frühling warten. Jetzt muss ich aber weiter, sonst finde ich nie genug Futter, um meinen riesigen Hunger zu stillen.“ Und so trippelte der kleine Igel davon und ließ Bommel und Georg ihrer Wege gehen.

Als sie ein Stück weiter gekommen waren, hörten Sie ein Pfeifen in der Luft. Weil an dieser Stelle des Waldes wenig Licht durch das Geäst fiel, konnten sie nicht erkennen, was da vor ihnen durch die Luft segelte. Doch dann ließ sich das fliegende Etwas direkt vor ihnen auf einem Ast nieder, riss die leuchtenden Augen auf und sprach: „Was habt ihr denn hier in diesem Teil des Waldes verloren? Ohne Augen, die auch nachts super sehen können, werdet ihr euch doch blitzschnell verlaufen.“ „Oh, das wussten wir nicht“, versicherten Bommel und Georg der Fledermaus. „Aber wärst du vielleicht so freundlich, uns sicher zu führen?“ „Es ist mir eine Freude. Versucht einfach meinem Pfeifen zu folgen.“ Bei diesen Worten ließ sie sich bereits fallen und schwirrte durch die Luft.

Unsere kleine Reisegruppe hatte Mühe, dem Tempo zu folgen. Als sie an einem Bachlauf ankamen, verabschiedeten sich von der Fledermaus und stießen direkt auf den nächsten Waldbewohner. Am Ufer saß ein Waschbär und putzte eine Nuss im Wasser. Verwundert schauten sie dem Treiben zu. „Was machst du da?“, fragte Bommel schließlich. „Oh, hallo ihr Zwei. Ich habe euch gar nicht bemerkt – war viel zu beschäftigte diese Nuss hier zu öffnen. Wenn die Nuss weich geworden ist, lässt sie sich hoffentlich leichter knacken.“ „Tolle Idee! Das klappt bestimmt“, ermutigten ihn Bommel und Georg. „Sag mal, wir müssen zum Nistplatz der Gänse, sind wir da hier auf dem richtigen Weg?“ „Ja, da seid ihr hier richtig. Folgt jetzt einfach diesem Pfad und ihr stoßt direkt auf die Gruppe. Die scheinen erst kürzlich wiedergekommen zu sein. Unterwegs dürftet ihr noch einem großen Braunbären begegnen. Eigentlich ist er ganz harmlos, aber direkt nach dem Aufwachen aus dem Winterschlaf ist er noch etwas mufflig.“ „Ok, vielen Dank für den Rat. Lass dir deine Nuss dann schmecken!“

Bommel und Georg blieben, wie ihnen empfohlen, auf dem Pfad und liefen dem Braunbären direkt in die Arme. Er war mächtig groß. Da konnte man schon Angst bekommen, aber der Bär lächelte den beiden freundlich zu und ging weiter seiner Wege. „Puh, ich bin zwar auch ein Bär, aber bei dieser Größe kann einem schon angst und bange werden. Lass uns schnell weitergehen, bevor sich seine Stimmung ändert.“ So setzten sie ihren Marsch fort und konnten in naher Ferne schon die Lichtung erkennen, auf der sich der Nistplatz befinden musste. „Schau Bommel, wir sind gleich am Ziel.“ „Na dann sollten wir uns beeilen. Umso schneller bist du wieder bei deiner Familie.“

Als sie sich der Lichtung näherten, schwoll die Geräuschkulisse zu einem lauten Geschnatter an. Als Bommel und Georg entdeckt wurden, kam zusätzlich noch aufgeregtes Flügelschlagen dazu. Die Gänse waren in heller Aufregung ihr verlorengegangenes Familienmitglied wiederzusehen. Sie bedankten sich überschwänglich bei Bommel indem sie ihn mit ihren weiten Schwingen umarmten. Keiner wollte es versäumen, Georgs Retter zu danken. Das bedeutete für Bommel geduldig zu sein, denn Georgs Familie bestand aus hunderten von Tanten und Onkeln. Doch er genoss die Herzlichkeit der Gänse und würde sich auch beim nächsten Mal nicht anders entscheiden und helfen, wenn jemand in Not ist.

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