Bommel und der Heilige St. Martin

Beitrag von Teddy Bommel
„Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir!“ So summt und singt Bommel jetzt schon seit vielen Tagen. Morgens wenn er aufwacht, singt er los und abends wenn er ins Bett geht, singt er sich damit in den Schlaf. Denn Bommel liebt den St. Martinstag.
Laternen

Den Tag zuvor trifft er sich mit seinen Freunden um eine Laterne für den St. Martinstag zu basteln. Bommels Freunde sind besondere Sänger. Sie haben eine tolle Stimme, die sie gemeinsam zeigen wollen, um Süßigkeiten von Haus zu Haus einzusammeln. Alle sind gekommen: Pipsi – die Kohlmeise, Trällerchen – der Spatz und Charly – die Katze. Da sitzen sie nun zusammen, inmitten von riesigen Papierbergen, verborgen hinter vielen Klebestiften und wühlend in Stiftesammlungen.
„He Bommel, du summst ja schon wieder das Lied!“, sagt Charly.
„Ja, findet ihr das etwa nicht schön?“, fragt Bommel zurück.
„Doch, sogar sehr, Bommel. Aber…“, ruft Pipsi dazwischen. Charly, Pipsi und Trällerchen schauen sich gegenseitig an. Sie scheinen ganz verlegen zu sein. Dann sagt Trällerchen, was alle drei denken: „Bommel, wir lieben den St. Martinstag genauso sehr wie du. Und es macht riesigen Spaß Laternen zu basteln und dann mit dir gemeinsam für Süßigkeiten zu singen. Aber weißt du eigentlich warum wir das jedes Jahr machen?“
Bommel legt seinen Kopf schräg zur Seite und schaut abwechselnd seine Freunde mit großen Augen an. Plötzlich rutscht Bommel immer weiter den Stuhl nach unten, den Blick auf den Boden gesenkt: „Ich weiß es nicht. Ich dachte, dass sich das jemand ausgedacht hat, damit die Kinder zeigen können wie toll sie singen. Und irgendwo müssen doch die Süßigkeiten hin! Die kann einer allein doch nicht essen. Da bekommt man sonst Bauchweh!“, sagt Bommel und schämt sich etwas dabei.
„Wenn du nicht weißt, weshalb wir den St. Martinstag feiern, musst du dich noch nicht schämen, lieber Bommel“, sagt Charly und lächelt Bommel an.
„Ja, das stimmt!“, stimmen Pipsi und Trällerchen zu.
Und dann beginnt Charly zu erklären, weshalb wir den St.Martinstag feiern:
„Bommel, vor vielen vielen Jahren wurde ein Junge namens Martin geboren. Mit 15 Jahren wurde er Soldat. Damals war das normal. Da sind viele Jungen in den Krieg gezogen. Als Martin bei der Armee war, war er dafür bekannt immer allen zu helfen. Wo er nur konnte, war Martin für die Menschen da. Eines kalten Wintertages kam Martin an einem armen Bettler vorbeigeritten, der ohne Sachen im kalten und nassen Schnee saß…“.
„Oh, das ist ja fürchterlich! Der arme Mann muss ja schrecklich frieren!“, sagte Bommel traurig.
„Das dachte Martin auch“, erzählte Charly weiter, „deswegen nahm er sein Schwert und teilte seinen Umhang. Den gab er dann dem Bettler, damit er wieder warm wurde.“
„Ach, deswegen heißt es, dass man am St. Martinstag miteinander teilen soll“, überlegte Bommel laut.
„Stimmt!“, riefen Pipsi und Trällerchen mit einer Stimme.
„Aber wartet, es geht doch noch weiter!“, setzte Charly an, „der Bettler erschien Martin in dieser Nacht im Traum und sagte ihm, dass er gar kein Bettler ist, sondern der heilige Jesus Christus, der Sohn Gottes. Weil das Martin so beeindruckte, beschloss er kein Soldat mehr zu sein und ein Mann der Kirche zu werden. Martin wurde Bischof und half den Menschen weiterhin, wo er nur konnte. Weil das wirklich toll ist, wurde Martin heiliggesprochen. Deswegen nennt man ihn Sankt Martin.“, beendete Charly die Geschichte.
„Wow, Charly, was du alles weißt!“, sagte Trällerchen beeindruckt.
Bommel steht von seinem Stuhl auf und geht um den Tisch herum. Mit ausgestreckten Armen zieht er seine Freunde an sich und umarmt sie. Bommel sagt: „Vielen Dank, dass ihr mir erklärt habt, weshalb es den St. Martinstag gibt. Ich finde es total schön, dass wir so viele Jahre später nicht vergessen haben zu teilen. Wir haben sogar einen besonderen Tag dafür. Die Kinder singen und machen den Menschen damit eine Freude, als Dankeschön bekommen sie etwas zu essen.“
„Jetzt hast du es verstanden, Bommel!“, sagt Piepsi.
„Ich finde, dass wir jetzt weiter basteln sollten! Wir wollen ja morgen eine tolle Laterne haben und viel singen!“, sagt Charly.
„Und viele Süßigkeiten bekommen!“, ruft Piepsi dazwischen.
Da müssen Bommel, Charly und Trällerchen lachen. Alle setzen sich wieder an den Tisch und basteln bunte Laternen. Mit Kleber, Schere und Stiften in der Hand singen sie gemeinsam das Laternchen-Lied und freuen sich auf den St. Martinstag.