Bommel und der Tag im Schnee

Beitrag von Bommel Bär
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Wie viele Kinder, hat Bommel lange darauf gewartet. Und als er eines Morgens aus dem Fenster schaute, war es endlich passiert: Es hatte geschneit. Soweit das Auge reicht, war die Landschaft weiß gezuckert mit Schnee. Aufgeregt hüpfte unser kleiner Teddy auf und ab und rief: „Yippieeee! Endlich kann ich im Schnee toben und meinen neuen Schlitten ausprobieren.“

Gesagt, getan. Bommel schnappt sich Handschuhe und Mütze und stapft durch den hohen Schnees Richtung Rodelberg. Von weitem kann er schon das vergnügte Lachen der Kinder hören. Vor lauter Ungeduld beschleunigt der kleine Teddy seinen Schritt. So schnell ihn seine kurzen Beinchen tragen, zieht er seinen Schlitten durch den Schnee hinter sich her, hinauf zur Bergkuppe. Oben angekommen, setzt sich unser plüschiger Freund auf seinen Schlitten, nimmt Schwung und saust vergnügt den Berg hinunter. „Jucheee! Macht das einen Spaß“, ruft Bommel vergnügt. „Das muss ich gleich noch einmal machen!“ Nach zwei weiteren Runden kommt Bommel atemlos am Fuße des Rodelbergs an. „Puh, jetzt bin ich ganz schön außer Atem. Bevor ich mich wieder auf den Weg nach oben mache, muss ich kurz verschnaufen“, stellt der Teddy erschöpft fest.

Als hätte da jemand Bommels Gedanken gelesen, kommt Sven, der Husky auf unseren kleinen Teddybären zugelaufen und stupst ihn freundlich an. „Hallo Bommel, das ständige Hinaufmarschieren scheint anstrengend gewesen zu sein. Vielleicht kann ich dir ja helfen?“, bietet sich Sven bereitwillig an. „Schnee Huskys sind nämlich ausgezeichnete Schlittenhunde. Ich kann dich also gern den Berg hinaufziehen.“ „Das würdest du tun?“, fragt Bommel dankbar. „Klar. Genauso wie es dir Freude bereitet, den Berg hinunterzurutschen, habe ich Spaß daran, Schlitten zu ziehen.“ „Na wenn das so ist, sag ich nicht Nein!“, stimmt der kleine Teddy dem Vorschlag grinsend zu. Und so konnte man stundenlang dem bunten Treiben zusehen: Bommel, wie er brausend und vor Freude jauchzend den Berg hinabrodelt und Sven, wie er seinen plüschigen Gefährten unermüdlich wieder hinaufzieht.

Doch irgendwann hat leider auch der größte Spaß ein Ende. Bevor Bommel aber den Heimweg antritt, hatte er sich fest vorgenommen, die wunderschöne Schneepracht zu nutzen, um einen Schneemann zu bauen. Und so machte er sich daran, aus einem kleinen Schneeball große Kugeln zu rollen. Nach und nach nahm das Männchen Gestalt an – angefangen beim Unterkörper, dann dem Bauch und abschließend dem Kopf. Und wie der Zufall es will, kam ihm auch hierbei wieder jemand zu Hilfe…

Auf leisen Pfoten konnte sich Smirre, der Fuchs, unbemerkt an Bommel heranschleichen. Als er sich mit einem, für Füchse typischen, Knurren zu erkennen gab, zuckte Bommel merklich zusammen. „Hab ich dich erschreckt?“, fragte Smirre, obwohl er die Antwort kannte. „Sehr! Ich war so vertieft in meine Arbeit, dass ich dich gar nicht bemerkt habe“, antwortete Bommel mit klopfendem Herzen. „Als Wiedergutmachung für diesen Schreck, könntest du mir helfen. Dann bin ich auch nicht nachtragend“, sagte der Teddy augenzwinkernd. „Du hast eine gute Nase und bist eines der schlauesten Tiere im Wald. Du kannst doch sicher etwas aufstöbern, was ich benutzen kann, um meinem Schneemann ein Gesicht zu geben?“, forderte Bommel die Fähigkeiten des Fuchses heraus. Und mit einem „Kein Problem, ich bin gleich zurück,“ verabschiedete sich Smirre und huschte davon.

Zurück kam der rotfellige Freund mit Tannenzweigen, Eicheln und Zapfen. „Prima. Da hast du ja genau das Richtige gefunden. Damit wird der Schneemann fast lebendig aussehen“, rief Bommel begeistert. Gemeinsam machten sie sich ans Werk: Die Zweige stellten die Arme dar, aus den Eicheln wurden Augen und Mund, und ein großer Tannenzapfen diente dem Schneemann als Nase. Zufrieden schaute Bommel auf die fertige Figur. Aber was war das? Plötzlich standen dort zwei Schneemänner. „Kann es sein, dass ich doppelt sehe?“, frage Bommel den Fuchs verwirrt. „Nein, ich sehe es auch. Das kann doch nicht sein!“, pflichtete Smirre seinem Freund bei. Die Augen der beiden wanderten ungläubig von einem Schneemann zum anderen, bis sich der rechte Schneemann auf einmal bewegte und sogar zu sprechen begann.

Erschrocken wichen Smirre und Bommel zurück. „Freunde, ihr schaut ja, als ob ihr einen Geist gesehen hättet. Ich bin es doch bloß – euer Frosti.“ Aufgrund der Komik dieser Situation konnte sich der kleine Schneemann aber ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Mensch Frosti, wir haben schon gedacht, wir bilden uns das ein. Da hast du uns ja schön reingelegt“, sagte Bommel. „Wenn du schon einen Doppelgänger von mir baust, musst du mir diesen Spaß schon lassen. Ich revanchiere mich aber gerne mit einer heißen Tasse Kakao. Wenn man den ganzen Tag in der Kälte war, gibt es nichts Besseres, um sich wieder aufzuwärmen.“

Und so traten die Freunde gemeinsam den Heimweg an und ließen diesen ereignisreichen Wintertag in Frostis Iglu ausklingen. Obwohl man meinen könnte, dass ein Haus aus Eis auch kalt sein müsste, herrschte innerhalb seiner Behausung eine wohlige Wärme. Und so redeten, scherzten und lachten die Freunde, bis auch die Sonne sich schlafen legte und dem Mond den Himmel überließ.

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