Bommels Herbstspaziergang

Beitrag von Bommel Bär
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Es war ein schöner Tag im Herbst, als sich der kleine Bommel dazu entschied, einen Spaziergang zu unternehmen. Bommel ist ein kleiner flauschiger Teddy und wenn er nicht gerade am Honig nascht, trifft er sich am liebsten mit seinen Kuscheltierfreunden oder nutzt die Zeit für eine Entdeckungstour. Bommel ist nämlich ein furchtbar neugieriger Teddy.

Als an diesem Sonntag die Sonne schien und die bunten Blätter auf dem Boden tanzten, entschloss sich Bommel, einen Spaziergang in den Wald zu unternehmen. Er war schon öfters im Wald, doch noch nie hatte er ihn in diesen tollen Farben gesehen. Alle Bäume leuchteten in sonnigem Gelb, feurigem Rot und warmen Braun. „Es sieht wunderschön aus“, sagte Bommel und stapfte gedankenversunken durch das bunte Laub.

Plötzlich hörte Bommel ein Rascheln und Grunzen aus einiger Entfernung, gefolgt von einem lauten ‚PLATSCH‘. „Merkwürdig“, dachte sich Bommel. Neugierig wie Bommel ist, ging er dem Geräusch nach, um herauszufinden, wer im Wald so einen Lärm macht. Zuerst konnte Bommel nichts erkennen – zu viele Büsche und Bäume waren im Weg, doch das Rascheln wurde immer lauter.

Und als Bommel seinen Kopf durch einen der Büsche steckte, sah er plötzlich Willi das Wildschwein, das sich ganz vergnügt im Schlamm wälzte und mit der Schnauze das Laub durchwühlte. „Willi“ schrie Bommel, doch das Wildschwein bemerkte ihn nicht. „WILLI“ schrie er noch einmal mit voller Kraft und plötzlich hob das Wildschwein ganz erschrocken den Kopf. „Was, wie, wo, wer ist da?“ fragte es ganz erschrocken und drehte den Kopf suchend nach links und rechts. „Hier bin ich.“ rief Bommel und sprang aus einem Busch hervor. „Bommel… Du hast mich vielleicht erschreckt“, sprach Willi. „Was machst du hier mitten im Wald?“ „Eigentlich nur spazieren gehen“, antwortete Bommel. „Aber dann habe ich komische Geräusche gehört. Das Platschen als du in die Schlammpfütze gesprungen bist, war bestimmt im ganzen Wald zu hören. Warum machst du sowas Willi? Dein Fell ist davon ja ganz dreckig. Und deine Schnauze ist auch voll mit Erde. Hast du damit gegraben?“

„Ach, das gehört sich so als Wildschwein“, entgegnete Willi ganz lässig. „Wir Schweine lieben es, in Schlammpfützen zu springen und uns darin zu suhlen.“ Willi hatte diesen Satz kaum beendet, da nahm er auch schon wieder Anlauf, um mit einem erneuten ‚PLATSCH‘ in die nächste Schlammpfütze zu springen. Bommel konnte sich gerade noch ducken, um nicht auch von den Spritzern getroffen zu werden. Willi wälzte sich noch ein paar Mal genüsslich im Schlamm hin und her, dann erzählte er weiter: „Der Schlamm ist gut für unser Fell und er schützt uns vor Mücken und anderen Insekten. Das ist sehr praktisch. Und im Schlamm spielen macht Spaß“, sagte Willi und lachte dabei. „Die Erde durchwühlen wir Wildschweine auch auf der Suche nach Essen. Jetzt im Herbst gibt es an den Bäumen keine Blätter oder Früchte mehr. In der Erde findet man aber immer noch Wurzeln, Nüsse und andere Leckereien. Das solltest du auch mal probieren Bommel!“ „Danke“, sprach Bommel, „ aber mir schmeckt Honig viieeeel besser.“

Plötzlich erblickte Bommel einen alten Bekannten. „Bruno?“ fragte er ungläubig. „Hey, dahinten ist Bruno. Wollen wir zusammen rübergehen und Hallo sagen?“ „Geh du ruhig rüber“, sprach Willi. „Ich will noch mein Schlammbad beenden.“ „Ok mach das. Dann bis später.“ Sagte Bommel und machte sich auf den Weg zu Bruno.

Bruno ist ein Braunbär
– genauer gesagt ein gemütlicher Braunbär. Egal was es zu erledigen gibt, Bruno macht es auf seine eigene Art – mit Ruhe und Gemütlichkeit. Im Augenblick war er damit beschäftigt, trockene Pflanzen in seine Höhle zu bringen und die Höhle damit zu polstern. „Hey Bruno, wie geht’s dir?“, rief Bommel. Doch Bruno schaute nur kurz auf und trug die Pflanzen gemächlich in seine Höhle. Dann drehte er sich zu Bommel um und begrüßte ihn. „Hallo Bommel. Wir haben uns ja lange nicht gesehen. Mir geht es gut. Aber setzt dich doch erst mal.“ Bruno tapste gemütlich zu einem Baumstamm und setzte sich neben Bommel. Dann fuhr er fort. „Und Bommel, was machst du hier mitten im Wald?“ „Ach, das ist schnell erzählt“, antwortete Bommel. „Eigentlich wollte ich bei diesem schönen Herbstwetter nur einen Spaziergang unternehmen. Doch dann habe ich Willi getroffen, der gerade dabei war ein Schlammbad zu nehmen und eine riesen Unordnung im Wald macht. Und dann habe ich dich gesehen und wollte unbedingt Hallo sagen. Ich hoffe doch, ich störe dich nicht bei etwas Wichtigem? Du siehst sehr beschäftigt aus.“ „Nein, das ist in Ordnung“, sagt Bruno. „Ab und an muss man auch mal ein Päuschen einlegen. Und da ich schon den ganzen Tag damit beschäftigt bin die Höhle zu bauen, passt das ganz gut.“ „Eine Höhle? Warum baust du eine Höhle?“, fragte Bommel. Bruno lächelte kurz. „Tja, mein lieber Bommel. Wir Braunbären bauen uns im Herbst immer Höhlen. In den haben wir es dann kuschlig warm, wenn der Winter kommt. Darum auch die vielen Blätter und Pflanzen. Die polstern den harten Steinboden ab und sorgen dafür, dass die Wärme nicht verfliegt. Und wenn Sie fertig ist dann lege ich mich für den Winterschlaf hin.“ „Winterschlaf?“, fragte Bommel erneut verwundert. „Winterschlaf ist wichtig für uns Braunbären. Wir legen uns im Herbst hin und verschlafen dann den ganzen Winter. Erst im Frühling werden wir wieder wach. Aber keine Sorge kleiner Bommel, du brauchst das nicht. Du hast dein kleines Häuschen.“ Bommel war ganz erstaunt. „Den ganzen Winter lang schlafen? Das wäre nichts für mich“, sprach er. „Dann hätte ich ja gar keine Zeit zum Rodeln oder Schneemann bauen.“ Bruno lachte. „Ja, da hast du recht. Aber für uns Braunbären ist es eben wichtig. Darum sollte ich auch langsam weiter machen. Danke für deinen Besuch, Bommel.“ „Kein Problem, Bruno. Dir wünsche ich noch viel Erfolg beim Bau deiner Höhle.“

So verabschiedeten sich die beiden und Bommel ging weiter seines Weges. Bis er auf einmal Rufe aus einiger Entfernung vernahm. „Pix…Pix wo bist du? Pix melde dich! … Pix?“ Bommel fragte sich, wer das wohl sein könnte und beschloss nachzusehen. Eilig lief er in die Richtung, aus der die Rufe kamen. Dann sah er auf einmal Schnäuzchen, den Igel. Schnäuzchen schien ganz aufgelöst und rannte von Baum zu Baum. „Hallo Schnäuzchen, was ist denn los? Warum schreist du so?“ „Hallo Bommel, schön dich zu sehen. Du musst mir helfen! Ich war mit meinem kleinen Sohn Pix unterwegs, um Kastanien im Laub zu suchen. Als wir welche gefunden hatten, habe ich nur einen kurzen Moment nicht auf ihn geachtet. Und jetzt ist er verschwunden. Er muss in den Wald gelaufen sein. Bestimmt hat er sich verlaufen.“ Schnäuzchen sah Bommel verzweifelt an. „Ach Schnäuzchen, hab keine Angst, ich werde dir bei der Suche helfen“, versprach Bommel in ruhigem Ton. „Zusammen finden wir ihn schon. Ich gehe in diese Richtung, du in die andere und in ein paar Minuten treffen wir uns hier wieder. Okay?“ Gesagt, getan. Bommel war fest entschlossen, Schnäuzchen zu helfen und so teilten sich die beiden auf und suchten den Wald Baum für Baum ab. Doch auch nach einer halben Stunde hatten sie Pix noch nicht gefunden. „Ach Bommel, was machen wir jetzt nur?“ „Bleib ganz ruhig Schnäuzchen. Ich habe da noch eine Idee. Wir können meinen Freund Emil um Hilfe bitten.“ Bommel holte tief Luft und rief ganz laut in den Wald hinein.

Es dauerte keine zwei Minuten, als es auf einmal über Bommel im Baum raschelte und Emil, das Eichhörnchen zum Vorschein kam. Emil war schon immer etwas sonderbar. Ein wenig aufgedreht, quirlig, aber immer hilfsbereit und nett. „Bommel, Bommel, Bommel – du hier? Das ist ja eine Überraschung. Was gibt’s, was gibt’s?“ „Hallo Emil, wir brauchen deine Hilfe“, sprach Bommel. „Schnäuzchen hat seinen kleinen Sohn Pix verloren. Wir suchen und suchen und können ihn nicht finden. Du hast doch von oben, aus den Bäumen, eine viel bessere Sicht. Kannst du uns bitte helfen, Pix zu finden?“ „Kein Problem“, antwortete Emil und war im gleichen Moment bereits im Baumwipfel verschwunden. Blitzschnell wie er war, huschte Emil von Baum zu Baum und hielt nur kurz an, um sich etwas genauer umzusehen.

Es dauerte keine 5 Minuten, da war Emil wieder zurück und rief Bommel zu: „Gefunden! Ich hab ihn gefunden. Er sitzt unter einem Baum. Folgt mir! Ich führe euch hin.“ Emil machte sich auf den Weg und führte seine Freunde zu der Stelle, an der er den kleinen Pix gesehen hatte. Und tatsächlich, als Bommel und Schnäuzchen den Baum erreichten, saß dort der kleine Pix. Als er seinen Vater sah, sprang er sofort auf und umarmte ihn. „Papa, da bist du ja“, rief er. „Es tut mir so leid. Ich wollte noch mehr Kastanien finden und bin in den Wald gelaufen. Und auf einmal warst du nicht mehr da.“ „Mach dir keine Gedanken Pix. Es ist ja alles nochmal gut gegangen“, beruhigte Schnäuzchen seinen Sohn. „Bommel, Emil, ich danke euch, dass ihr mir bei der Suche geholfen habt.“ „Gern geschehen“, antworteten die beiden fast gleichzeitig. Mittlerweile fing es bereits an zu dämmern und Bommel war froh, dass sie Pix noch rechtzeitig gefunden hatten.

Bommel verabschiedete sich von seinen Freunden und machte sich auf den Heimweg. Unterwegs dachte er darüber nach, was er alles auf seinem Spaziergang erlebt hatte. Er dachte an Willi, der es liebt, sich im Schlamm zu suhlen, an Bruno, der sich seine Höhle für den Winterschlaf baut und an Schnäuzchen, der seinen kleinen Pix wiedergefunden hat.

Und so wurde aus Bommels Herbstspaziergang doch noch ein richtiges Abenteuer.

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