Das Technikmuseum in Magdeburg

Beitrag von Ingcouti
Das Technikmuseum ist ein Paradies für alle, die sich für Handwerk, Technik und Industrie interessieren und dabei auch die Anfänge der Entwicklung kennen lernen wollen. Die ersten Flugzeuge, die ersten Dampfmaschinen, wie sahen sie aus? Hier können die Kinder es aus der Nähe bewundern und die Maschinen teilweise auch selbst testen.

Hier ist immer etwas los!

Das Museum liegt in der ehemaligen Produktionshalle 18 des Schwermaschinenbau-Kombinats „Ernst-Thälmann“. Seit 1871 hatten hier die Grusom-Werke Güter für die Eisenbahn und für das Militär produziert. Nach der Wende diente die Halle noch bis 1993 zur Stahlproduktion.

Dann ging diese Epoche zu Ende, und da Magdeburg schon länger ein Technikmuseum einrichten wollte, entstand es in dieser ehemaligen Werkhalle. Hier ist viel Platz für große Exponate und Maschinen, die in anderen Museen kaum genügend Raum bekommen würden. Die meisten Ausstellungsstücke sind alte Geräte, Handwerkszeug und Maschinen, mit denen die Maschinenarbeiter früher am Werk waren.

Zu den berühmtesten Exponaten gehören eine Kesseldampfmaschine aus dem Jahr 1862 und ein einmotoriges Flugzeug aus dem Jahr 1909. Aber es gibt auch alte Fahrräder, Mopeds, bunte Feuerwehrfahrzeuge und ganze Loks, die die Geschichte der Eisenbahn deutlich illustrieren. Wie funktioniert eine Druckerei, wie arbeitet eigentlich ein Schlosser und wie sahen die ersten Schreibmaschinen aus? All das kann im Technikmuseum gesehen und erfahren werden. Insgesamt gibt es inzwischen über 2500 Exponate in den Museumsräumen. Da aber noch tausend weitere im Depot liegen und darauf warten, restauriert zu werden, wird die Sammlung von Jahr zu Jahr umfangreicher und interessanter. Besonders stolz ist das Museum auf das Modell einer Hubbrücke. Hier kann aus der Nähe studiert werden, wie der komplizierte Mechanismus funktioniert. Aber es gibt auch eine riesige Dreschanlage und eine voll funktionstüchtige Druckerei, in der die Entwicklung vom ersten Buchdruck über Off-Set bis zum heutigen 3-D-Druck bestaunt werden kann.

Damit die Kinder Spaß am Lernen haben, setzt das Museum ganz bewusst auf die jüngsten Besucher. Für die Kinder gibt es Malbücher und Animationen, die den Mechanismus der Maschinen genau erklären. Außerdem finden das ganze Jahr über immer wieder Veranstaltungen extra für Kinder statt. Dann kann das Museum abends mit einer Taschenlampe erkundet werden, an anderen Tagen werden die Dampfmaschinen und Dampfmaschinen-Modelle angeworfen und gestartet. Es gibt auch reine Handwerkstage, an denen die Kinder die Druckmaschinen kennenlernen oder sich selbst als Metall-Gießer testen können. Statt des heißen Stahls wird dann das kinderfreundlichere Aluminium verwendet. Das Museum veranstaltet auch regelmäßig „Familientage“, an denen zu einem bestimmten Thema für alle Altersgruppen etwas demonstriert, montiert und gezeigt wird.

Kleinere Kinder werden dazu angeregt, die Ausstellungsstücke zu malen. Die besten Bilder werden im Museum ausgestellt. Außerdem können einzelne Exponate berührt und bedient werden. Für ältere Kinder und Jugendliche veranstaltet das Museum auch berufsorientierende Tage, an denen sich die Jugendlichen über handwerkliche Berufe genau ins Bild setzen können.

Besonders interessant ist auch die umfangreiche Bibliothek des Museums, in der über viele in Magdeburg ansässigen Betriebe Schriften und Unterlagen aufbewahrt werden. Wer möchte wissen, wie es früher in dem Betrieb zuging, in dem Opa gearbeitet hat? In der Bibliothek findet sich wahrscheinlich die Antwort.

Weitere Informationen unter www.technikmuseum-magdeburg.de

Bilder: © Technikmuseum Magdeburg