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Kinder in Deutschland – was sie brauchen und was sie bekommen

Gesunde Ernährung, Bewegung, Spielen. Diese drei Bestandteile brauchen Kinder - verkürzt gesagt - zu einem guten Aufwachsen. Doch wie steht es um die Möglichkeiten für Kinder in Deutschland, diese drei Komponenten tatsächlich zu leben und erfahren zu können?

Kinderspiel! Oder doch nicht?

Spielen ist ein Grundbedürfnis von Kindern, wie Essen oder Schlafen. Durch Spielen üben Kinder körperliche Koordination und trainieren ihre Orientierung im Raum. Sie lernen Grenzen auszutesten, kalkulierbare Risiken einzuschätzen, Regeln zu akzeptieren, Konflikte auszutragen und Rücksichtnahme zu üben. Und: Läuft beim Spielen mal etwas schief – super! Denn nur so lernen Kinder auch Schwierigkeiten zu bewältigen.

Raum für Kinderspiel

Um herauszufinden, wie gut Kinder in Deutschland heutzutage draußen spielen können, hat das Deutsche Kinderhilfswerk die Studie „Raum für Kinderspiel“ in Auftrag gegeben. Diese zeigt:

  • Unter „sehr guten“ Bedingungen der Wohnumgebung (d.h. gefahrlos, Spielorte zugänglich und gestaltbar, Interaktionschancen mit Gleichaltrigen) spielen Kinder im Durchschnitt 106 Minuten draußen ohne Aufsicht.
  • Ist die Wohnumgebung „sehr schlecht“ geeignet, spielen Kinder im Durchschnitt pro Tag 17 Minuten draußen ohne Aufsicht.

Auch weitere Umfragen und Studien ergeben seit vielen Jahren, dass das freie Spielen von Kindern immer mehr durch volle Terminkalender oder von Erwachsenen angeleiteten Spielen mit pädagogischen Zielen ersetzt wird. Selbstbestimmt spielen und ausprobieren – Fehlanzeige!

Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich seit vielen Jahren für Spielmöglichkeiten für Kinder ein. Zum Beispiel fördert die gemeinnützige Kinderrechtsorganisation jedes Jahr mehrere Hundert Spiel- und Bewegungsprojekte, koordiniert den jährlichen Weltspieltag am 28. Mai gemeinsam mit dem „Bündnis Recht auf Spiel“ sowie die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ in Kooperation mit dem Ökologischen Verkehrsclub (VCD) oder setzt sich für eine kinderfreundliche Stadtgestaltung ein, z.B. für die Einrichtung von temporären Spielstraßen oder von Naturerfahrungsräumen, sodass Kinder eigenständig und sicher ihre Umgebung erkunden können und dort ausreichend Möglichkeiten zum selbstbestimmten Spiel vorfinden.

Denn wie sagte der bekannte Neurologe und Autor Gerald Hüther so schön? "Aus der Gehirnforschung weiß man, dass völlig absichtsloses Spielen für die besten Vernetzungen im Gehirn sorgt." 
 

Gemeinsames Kochen in Kinderhäusern

Auch ausgewogene und regelmäßige Mahlzeiten gehören für Kinder zur Grundausstattung von gesundem Aufwachsen. Wenn Kinder sich nicht gesund ernähren, werden sie schneller krank, Geist und Körper kommen schwerer auf Touren und es wird der Boden für ernährungsbedingte Krankheiten in der Zukunft angelegt.

Untersuchungen zeigen, dass insbesondere arme Kinder tendenziell weniger frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen, sondern stattdessen eher zu billiger Wurst und zu Fertigprodukten mit hohem Kalorienanteil greifen.

Deswegen spielt auch in den vom Deutschen Kinderhilfswerk geförderten Kinderhäusern gesunde Ernährung eine wichtige Rolle. Hier finden Kinder aus schwierigen Verhältnissen einen Ort, in dem sie eine warme Mahlzeit bekommen, Hausaufgaben machen oder spielen können. Und: Hier lernen sie, was gesundes Essen ist und wie es zubereitet wird. Auch das gemeinsame Tischdecken und -abräumen gehört dazu. Darüber hinaus gibt es Kochkurse für die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern. Denn das gemeinsame Kochen schafft nicht nur Zusammenhalt und Austausch, sondern das Wissen um gesunde Ernährung soll so auch in die Familien hineingetragen werden. Es gibt schließlich nur eine einzige Chance auf ein gesundes Aufwachsen.

Habt ihr Interesse an diesen Themen oder an der weiteren Arbeit des Deutschen Kinderhilfswerkes? Dann schaut vorbei auf: www.dkhw.de
 

© J. Nobel / Deutsches Kinderhilfswerke
© H. Lüders / Deutsche Kinderhilfswerke
© Grüne Welle e.V.
© Cindy u. Kay Fotografie

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