Koliken - was tun?

Was hilft gegen Koliken bei Babys? Was man bei 3-Monats-Koliken tun sollte erfährt ihr hier.
Baby macht Bäuerchen

3-Monats-Koliken beim Baby - was hilft wirklich?

Ernährungsumstellung

Da der Magendarmtrakt eines Babys noch nicht vollständig entwickelt ist, kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Oftmals sind Spuren von Lebensmitteln in der Muttermilch daran Schuld, wenn Babys eine Kolik haben. Alkohol, Schokolade, starke Gewürze oder Bohnen, aber auch Gemüse wie Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl können dem Baby schwer zusetzen. Wenn ihr euch für eine Ernährungsumstellung entscheidet, ist es ratsam, sich von einem Ernährungsexperten oder einem Arzt beraten zu lassen.

Laktoseintoleranz?

Häufig leiden Babys in ihren ersten Monaten auch an einer Laktoseintoleranz. Dann kann es helfen, sich Laktase verschreiben zu lassen. Das Verdauungssystem des Babys bekommt dann Hilfe bei der Verdauung von Laktose. In der Regel verwächst sich diese Unverträglichkeit im Laufe der Zeit wieder. Auch die Umstellung auf hypoallergene Babynahrung kann Abhilfe schaffen. Sprecht in jedem Fall mit einem Kinderarzt darüber.

Beruhigende Maßnahmen

Nicht nur der Verdauungstrakt kann in den ersten Monaten empfindlich reagieren. Das Nervensystem von Babys ist sehr sensibel und manchmal mit den vielen Reizen, denen es täglich ausgesetzt ist, überfordert. Versucht, euer Baby immer nahe am Körper zu tragen, etwa in einem Tragetuch oder einer Schlinge. Auch sanftes Wiegen im Arm oder im Kinderwagen können helfen, denn die zusätzliche Bewegung kann beruhigend wirken. Zudem können gleichmäßige Geräusche oder Vibrationen wie von einem Staubsauger oder der Waschmaschine ihr Kind zum Einschlafen bewegen. Hier gilt weniger ist mehr, der direkte Kontakt mit der Waschmaschine oder dem Trockner sollte unbedingt vermieden werden! Besser ist es, ein Körbchen in die Nähe dieser Geräte zu stellen. Um ihrem Kind eine Reizüberflutung zu ersparen, sollte das Schlaf- oder Kinderzimmer immer dunkel und ruhig gehalten werden. So wird es auch schneller einschlafen. Schnuller- oder Daumennuckeln und eine sanfte Massage lassen ein Baby ebenfalls zur Ruhe kommen. 

Baby-Bäuerchen

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass euer Baby Blähungen oder Schmerzen hat, bevor es in die Windel macht? Es kann hilfreich sein, wenn das Baby nach der Nahrungsaufnahme "Bäuerchen" macht, damit keine unnötige Luft im Körper bleibt und Koliken verursachen kann. Um zu verhindern, dass überhaupt erst überschüssige Luft in den Körper gelangen kann, sollte das Baby aufrecht beim Stillen gehalten bzw. bei der Fütterung mit Fläschchen darauf geachtet werden, dass keine Luft geschluckt wird. Wenn auch das nicht helfen sollte, können Tropfen aus der Apotheke die Blähungen verschwinden lassen. Es gibt auch homöopathische Chamomilla-Globuli, Kümmelzäpfchen oder Windsalbe, die Koliken auf natürliche Weise heilen sollen.

Zigarettenrauch in der Umgebung - Ursache für Koliken?

Viele Studien haben ergeben, dass Babys mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit an schmerzhaften Koliken leiden, wenn die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat oder in der Umgebung des Babys geraucht wird. Da Zigarettenrauch auch zu vielen weiteren gesundheitlichen Einschränkungen für das Kind und euch selbst führen kann, ist es sinnvoll, als Elternteil das Rauchen aufzugeben.

Wie schaffe ich es, stark zu bleiben und nicht zu verzweifeln?

Es kann manchmal ganz schön anstrengend sein, die Nerven zu bewahren wenn ein Kind einfach nicht aufhört zu weinen. Schnell fühlt man sich ausgelaugt oder leidet unter Schlafmangel. In so einem Zustand ist es umso schwieriger, ein Baby zu beruhigen. Wenn ihr merkt, dass ihr euch innerlich verkrampft, legt das Baby erstmal für einige Minuten in die Wiege und versucht euch selbst zu beruhigen. Vielleicht könnt ihr jemanden Fragen, der auf das Kind aufpasst und einen Spaziergang machen. Es kann zudem nützlich sein, wenn man sich ein Bad einlässt oder sich eine Stunde schlafen legt. So tankt man neue Kraft und ist wieder in der Lage, sich mit seinem Kind auseinanderzusetzen. Auch eine Hebamme oder der Arzt können mit Ratschlägen oder aufbauenden Worten zur Seite stehen.

Auch wenn es euer Kind ist und ihr euch verantwortlich fühlt: Es ist nicht eure Schuld, wenn es weint und es wird keinen Schaden davon tragen. Auch Koliken sind zum Glück nur eine Phase und das Baby wird sich wieder beruhigen.

 

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