Rauchen in der Schwangerschaft

Das Rauchen in der Schwangerschaft ist ein weit umstrittenes Thema. Bestürzung und Ablehnung stehen dem Verständnis für eine Sucht gegenüber. Viele werdende Mütter können nicht aufhören zu rauchen, obwohl sie schwanger sind. Medizinisch bewiesen sind die Schäden für Mutter und Kind, die das Rauchen in der Schwangerschaft auslösen können. Als ebenso gefährlich für das Baby gilt das Rauchen in der Stillzeit. Welche Symptome und Folgeschäden sich durch das Rauchen in der Schwangerschaft für Mutter und Kind zeigen und welche Möglichkeiten es für werdende Mütter gibt, um der Zigarette den Rücken zu kehren, stellen wir euch vor!

Rauchen in der Schwangerschaft

Rauchen in der Schwangerschaft – Fetales Tabaksyndrom

In der Medizin bezeichnet man Ursachen, Symptome, Verlauf und Folgeschäden des Rauchens in der Schwangerschaft als „Fetales Tabaksyndrom“. Dabei wird sowohl das aktive, als auch das passive Rauchen in der Schwangerschaft betrachtet. Durch die Nabelschnur verbunden, nimmt das ungeborene Kind wichtige Nährstoffe auf. Allerdings kann die Nabelschnur, wie auch die Plazenta keine Schadstoffe filtern. Dementsprechend können bei rauchenden Schwangeren bis zu 5000 Gifte und Chemikalien an den Fetus weitergeleitet werden. Dazu gehören unter anderem Arsen, Blei und Teer.

Ebenso gefährlich für Mutter und Kind ist ein kontinuierliches Passivrauchen in der Schwangerschaft, dass ebenso zu Folgeschäden beitragen kann, wie das aktive Rauchen in der Schwangerschaft.

Während der Stillzeit werden Schadstoffe des Rauchens in die Muttermilch weitergeleitet. Eine rauchende, stillende Mutter gibt die Gifte einer Zigarette an das das Baby weiter, ebenso wie eine schwangere, rauchende Mutter.

Rauchen in der Schwangerschaft – Die Folgen

Das „Fetale Tabksyndrom“, oder auch das Rauchen in der Schwangerschaft haben schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind. Schwerwiegende Folgen des Rauchens in der Schwangerschaft sind Diabetes, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, chronische Entzündungen der Sinne und Übergewicht. Außerdem:

  • Das Nikotin in den Zigaretten beeinträchtigt den Transport von Blut und Nährstoffen in die Gebärmutter, indem die Gefäße verengt werden. Dadurch kann die Blut- und Nährstoffzufuhr zum Kind eingeschränkt werden – angeborene Herzfehler können die Folge sein. Aber auch für die Mutter ist das gefährlich, da es zu Komplikationen während der Geburt kommen kann.
  • Weiterhin wird über das Rauchen in der Schwangerschaft erhöhte Mengen von Kohlenmonoxid aufgenommen. Das bedeutet für Mutter und Kind, dass der Sauerstoff im Blut verdrängt wird. Der Sauerstoff im Blut verarbeitet die Nährstoffe in der Nahrung. Zu wenig Blutsauerstoff schädigt durch eine Nährstoffunterversorgung die inneren Organe, insbesondere das Herz.
  • Durch immense Mengen an Giftstoffen, die durch das Rauchen in der Schwangerscaft in den Blutkreislauf von Mutter und Kind gelangen, werden schwere Infektionen von Organen und Atemwegen begünstigt.
  • Durch den Tabakkonsum in der Schwangerschaft erhöht sich das Risiko von Früh- und Fehlgeburten. Babys von rauchenden Müttern sind im Durchschnitt kleiner und dünner, als Babys von Nichtrauchern.
  • In großem Zusammenhang mit dem Rauchen in der Schwangerschaft und dem Rauchen in der Stillzeit steht der plötzliche Kindstod. Babys von rauchenden Müttern leiden häufiger an Atemwegserkrankungen, Asthma und chronischen Entzündungen der Atemwege. Eine unzureichende Sauerstoffversorgung während des Schlafs erhöht die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Kindstodes.
  • Durch die in der Schwangerschaft aufgenommenen Giftstoffe wird das Wachstum und die Entwicklung des Kindes gestört. Ein niedriger IQ, aber auch Verhaltensstörungen wie Hyperaktivität oder/und das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) können die Folge sein.

Passivrauchen in der Schwangerschaft und Stillzeit

Passivrauchen in der Schwangerschaft und Stillzeit ist laut Medizin für Mutter und Kind ebenso gesundheitsgefährdend wie das aktive Rauchen. Insbesondere für Baby, Kinder und Jugendliche, die sich noch in der Wachstum- und Entwicklungsphase befinden ist Passivrauchen ein enormes Gesundheitsrisiko. Dementsprechend mahnen Mediziner Vätern von werdenden Eltern nicht in der Umgebung der schwangeren Frau zu rauchen, oder das Rauchen ganz aufzugeben. Außerdem sollten werdende Eltern darauf achten, dass Mutter und Kind während und nach der Schwangerschaft in einer rauchfreien Umgebung sind. Rauchergruppen im Familien- und Freundeskreis sollen gemieden werden. Dies gilt nicht nur für Schwangere, sondern auch für stillende Mütter. Über die Muttermilch wird das Baby mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Doch ebenso wie di Nabelschnur und die Plazenta gelangen giftige Chemikalien ungefiltert in die Muttermilch, die das Baby zu sich nimmt.

Aufhören zu Rauchen in der Schwangerschaft und Stillzeit

Viele werdende, rauchende Mütter sind sich der Folgen des Tabaks für das Baby bewusst. Allerdings ist das Rauchen eine Sucht, die das Leben der Rauchenden stark beeinflusst. Nervosität, Wut, Trauer und Langweile werden durch die „Auszeit“ einer Zigarettenlänge verarbeitet. Das Rauchen von einem Tag auf den anderen aufzugeben, ist für Raucher eines ihrer schwersten Lebensprojekte. Denn die Sucht sitzt tief und verleitet mit jeder Minute.

Um das Rauchen in der Schwangerschaft aufzugeben, ist es wichtig ein Beratungsgespräch mit dem Frauenarzt und der Hebamme zu führen. Außerdem sollte Familie, Freunde und Kollegen in das Vorhaben eingeweiht werden, um einen zusätzlichen Ansporn zu haben und mögliche Zigarettenfallen zu vermeiden. Auch sie müssen wissen, welche Folgen das Passivrauchen für ein ungeborenes Kind hat. Wichtig ist es, eine Strategie für den Fall der Fälle zu haben. Oder anders gesagt: Was mache ich, wenn mich die Lust nach einer Zigarette überfällt? Obst und Gemüse naschen, ein Glas Wasser leeren, oder spazieren gehen können gesunde Alternativen sein.
Am Wichtigsten ist es, das Ziel im Auge zu behalten und sich immer vor Augen zu führen weshalb man aufhört in der Schwangerschaft zu rauchen.

 

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