Schloss Molsdorf bei Erfurt

Bei Schloss Molsdorf handelt es sich um eine im 16. Jahrhundert erbaute Wasserburg. Sie wird auch „Thüringer Versailles“ genannt.

Die geschichtliche Entwicklung und einige Highlights im Schloss und im Park

Das heutige Erscheinungsbild des Schlosses geht hauptsächlich auf den Reichsgraf Gustav Adolf von Gotter (1692 – 1762) zurück. Der Reichgraf Adolf von Gotter war ein weltgewandter Diplomat, Adliger und auch Lebemann. Er wurde auch von Herzog Friedrich II von Sachsen-Gotha-Altenburg unterstützt, in deren Dienst er sich befand. Ebenso war er ein gern gesehener Gast (wurde auch mit diversen Orden ausgezeichnet) beim König von Preußen, dem deutschen Kaiser und dem russischen Zaren.

Der Umbau des Wasserschlosses von einer Burg in Richtung Lustschloss wurde von dem am weimarischen Hof tätigen Landbaumeister Gottfried Heinrich Krohne (1703 – 1756) durchgeführt. Die Innenausstattung wurde beispielsweise auch von anerkannten Baufachleuten, wie unter anderem von dem damals sehr bekannten Stuckateur Johann Baptist Pedrozzie (1710-1778), vorgenommen. Der bereits vorhandene Lustgarten und die Erweiterung durch neue Gartenbereiche erfolgten durch den Gärtner Johann Jacob Hartmann. 

Das Schloss und der Park haben sich insgesamt über 15 Jahre im Besitz von Reichgraf Gustav Adolf von Gotter befunden. Der Grund für die Veräußerung war der ausschweifende Lebensstil von dem Reichsgrafen. Trotz privater Zuwendungen von anderer Seite reichte es für den Reichsgrafen von Gotter nicht aus, seine Schulden zu begleichen und deshalb war der Verkauf erforderlich.

Damals beim Verkauf befand sich das Schloss bereits in einem mangelhaften Zustand und vor allem dann die Verwendung als Unterkunft für Umsiedler und als Kinderheim nach dem Zweiten Weltkrieg verschlimmerte diesen Zustand. Deshalb wurde dann Anfang der 1950er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auch Überlegungen angestellt, einen kompletten Abriss vorzunehmen. 

Das Lustschloss ist auch mit manchen Überraschungen ausgestattet. Dazu gehört zum Beispiel eine verborgene Wendeltreppe. Diese Wendeltreppe führte vom Schlafzimmer des Grafen auf direktem Weg in den Weinkeller. Ebenfalls gab es über die Wendeltreppe die Möglichkeit, nach außen zu gelangen. Sagen umwoben waren auch die Tafel, die der Reichgraf auf dem Schloss abgehalten hat. Hier wurden auch sehr seltsame Speisen angeboten. Dabei sollen dort auch Schüsseln an die Anwesenden gereicht worden sein, in denen sich Schmuck oder Uhren befanden, die sich dann jeder Gast als Andenken für den Besuch mitnehmen konnte. Eine Führung durch die festlichen Räume des Schlosses vermittelt den Besuchern auch einen Einblick in das Wirken sowie das Leben von dem Reichsgrafen Gustav Adolf von Gotter sowie die damalige Architektur. 

Im Obergeschoss befindet sich das 1910 dort eingebaute Marmorbad, das von der damaligen Besitzerin des Schlosses, Gräfin von Gneisenau, in Auftrag gegeben worden ist. Als Marmorbad wird das Bad deshalb bezeichnet, weil die Wandverkleidung aus grünen gerädertem Marmor besteht, der aus Jura-Kalk hergestellt worden ist. Gegenüber der Badewanne befindet sich ein Sofa mit einem vergoldeten Holzrahmen. Ebenfalls befinden sich in der Wand 2 goldene Gittertüren, die mit Jugendstilelementen versehen sind. Die übrige Ausstattung des Bades geht in Richtung Neoklassizismus. 

Dieses im Obergeschoss befindliche Marmorbad wird nach 1998 saniert, als das komplette Anwesen durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übernommen worden ist. Das Marmorbad ist ebenfalls in den Museumsrundgang mit einbezogen. Nachdem die Stiftung Thüringer Schlösser das Schloss und den Garten übernommen hatte, wurde auch ein Lapidarium an der Ostseite des Schlosses eingerichtet. In dem Lapidarium befinden sich auch Gartenskulpturen, die aus der barocken Zeit des Schlossgartens stammen. Hier erhält der Besucher oder die Besucherin auch eine Vorstellung davon, welcher reiche Bestand an Ziervasen und Figuren von damals sich in der parkähnlichen Landschaft befunden haben.

Der Park wurde im Jahr 1825 landschaftlich neu- und umgestaltet. Dies erfolgte damals unter der Führung des Gothaer Hofgärtners Johann Rudolp Eyserbeck und bis heute ist die damalige Umgestaltung erhalten geblieben. Der Schlossgarten von Mosldorf schafft eine besondere Verbindung mit der Ausstrahlung eines landschaftlich sehr schön gelegenen Gartens sowie die heute noch vorhandenen Spuren einer sehr repräsentativen und barocken Gartenanlage. Dabei wurden bei der Umgestaltung im Jahr 1825 viele Elemente, die ein Landschaftspark beinhaltet, mit eingefügt. Dazu gehören beispielsweise ein unregelmäßiger Teich und viele geschwungene Wege. Auch wurde die barocke Hauptachse mit deren Ausrichtung in südlicher Richtung als Blickachse des Parks beibehalten, aber auch parkähnlich umgestaltet. Dazu gehört zum Beispiel die große angelegte Rasenfläche mit Blumenbeeten, die dann damals anstelle der dort davor vorhandenen Paterrebeete angelegt wurde.

Der Park ist von einer Bruchsteinmauer umgeben. Innerhalb des Parks befinden sich Alleen, die zum flanieren einladen. Ebenfalls können schmiedeeiserne Tore sowie ein umfangreiches Kanalsystem besichtigt werden. Zusätzlich könnend die Besucher eine Vielzahl von Kübelpflanzen besichtigen.Außerdem sind ebenfalls auch im Park (also außerhalb des Lapidariums) Skulpturen zu besichtigen. Das alles zusammen macht einen Besuch von dem Park und dem Schloss in Molsdorf zu einem unvergesslichen und beeindruckenden Erlebnis. 

Öffnungszeiten und Preise

Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr. Eine Führung findet jeweils zur vollen Stunden statt (letzte Führung um 17.00 Uhr). 

Die Preise liegen bei Erwachsenen bei 6,00 Euro pro Person; ermäßigt bei 4,00 Euro pro Person. Familien zahlen 13,00 Euro und bei Gruppen ab 10 Personen liegt der Eintrittspreis bei 3,00 Euro pro Person.

Ausflugslokal

Hier befindet sich direkt am Schloss das Cafe im Schloss Molsdorf, das von Dienstag bis Sonntag von 12.00 bis 20.00 Uhr geöffnet ist (Tel.-Nr. 036206/90205).

Verkehrsanbindung

Hier gibt es eine Bus Linie 51/170 (an Wochentagen)nach Molsdorf/Mühlberg mit der Haltestelle Schloss Molsdorf. Mit dem PKW erreicht man das Schloss über die Autobahn A4 Abfahrt Neudietendorf in Richtung Molsdorf. Vor dem Schloss befinden sich auch Parkplätze. 

Besonderheiten

Mit Hilfe eines vielfältigen Programms, wie Konzerte sowie Vorträge und auch Sonderveranstaltungen, wird der Besuch des Schlosses Molsdorf jedes Jahr noch zusätzlich interessant. Im Jahr 2015 hat das Schloss Molsdorf die einmal im Jahr von der Stiftung Thüringer Schlösser vergebene Auszeichnung „Schloss des Jahres“ erhalten. 

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