Wehen anregen

Neun Monate sind vorbei, aber das Baby macht es sich noch immer im Bauch gemütlich. Es will einfach noch nicht auf die Welt kommen. Viele Schwangere werden ungeduldig und wollen die Wehen anregen. Was man dabei beachten muss, um sich und sein Kind nicht zu gefährden und welche wehenfördernde Mittel es gibt, erfahrt ihr hier.

Wehen anregen

Wehen anregen - Wehenfördernde Mittel

Gerade in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann es für die werdende Mutter sehr anstrengend werden. Das Kind drückt zunehmend auf die Blase und auf die Symphyse (erfahrt hier was eine Symphyse ist). Viele Schwangere wissen gar nicht mehr wie sie sich ohne Einschränkungen bewegen oder ausruhen sollen. So langsam zehrt es an den Nerven schwanger zu sein. Also einfach die Wehen anregen? Es ist nicht einfach ein neues Leben in sich durch die Welt zu tragen. Diesen Umstand können Ärzte und Hebammen sehr gut verstehen. Allerdings sollten ungeduldige Schwangere immer wieder Rücksprache mit ihrem Arzt und ihrer Hebamme halten, wenn es darum geht die Geburt und Wehen anzuregen. Im Internet kursieren zweifelhafte Methoden die Wehen von selbst einzuleiten. „Wehencocktails“ werden angepriesen, um die Geburt zu beschleunigen. Liebe Mütter: Bitte nutzt NICHT diese Mixturen! Die künstliche Einleitung der Geburt darf nur unter Aufsicht von ärztlichem Personal erfolgen. Solch ein Wehencocktail kann schwere Komplikationen hervorrufen und wird für Mutter und Kind zur Gefahr. Wehenfördernde Maßnahmen, die den Geburtstermin beschleunigen könnten, sollte immer in Absprache mit dem Arzt und der Hebamme beschlossen werden. Noch einmal: Finger weg vom Wehencocktail!

Wehen anregen – nicht mit diesen Maßnahmen!

Wie schon angesprochen, können wehenfördernde Mittel wie Wehencocktails ungeahnte Komplikationen während der Geburt auslösen. Mutter und Kind sind dann einem hohen Stresspegel ausgesetzt, der für die Gesundheit Beider immens abträglich ist. Ebenso gefährlich sind als „Hausmittel“ deklarierte Hinweise für wehenfördernde Maßnahmen. So soll exzessives Treppensteigen die Wehen anregen. Allerdings erhöht das für Mutter und Kind den Stresspegel enorm.

Kreislaufprobleme und ein stark erhöhter Blutdruck sind die Folge. Die an sich stressige Geburt wird so zu einem Marathonlauf, der Mutter und Kind krankmacht. In manchen Foren werden Abführmittel als wehenförderndes Hausmittel angepriesen. Dies kann für Mutter und Kind genauso gefährlich werden wie ein Wehencocktail. Zu dem Wehenschmerz kommen starke Bauchkrämpfe, die die Geburt für die Mutter nahezu unerträglich machen. Durch den Flüssigkeitsverlust wird es auch für das Baby gefährlich. Denn Mutter und Kind sind durch die Nabelschnur und den Blutkreislauf miteinander verbunden.

All diese zweifelhaften Ratschläge zur Förderung der Wehen rauben der Mutter zusätzlich Kräfte, die sie eigentlich für die Geburt bräuchte. Die Folgen für das Kind sind dabei nicht absehbar. Jede werdende Mutter sollte beachten, dass das Kind selbst entscheidet wann es auf die Welt kommen möchte. Ärzte und Hebammen helfen dabei den Schwangerschafts- und Geburtsprozess zu begleiten. Sie allein können aus ärztlicher Perspektive zum Wohle von Mutter und Kind entscheiden, welche wehenfördernden Maßnahmen unbedenklich sind.

Was ist wehenfördernd?

Wehenfördernde Mittel / Maßnahmen sollten immer im Voraus mit dem behandelnden Arzt und/oder der Hebamme abgesprochen werden. Denn jede Frau und jedes Baby reagiert unterschiedlich auf bestimmte Behandlungsmethoden. Folgende wehenfördernde Maßnahmen können im richtigen Maß und nach ärztlicher Rücksprache durchgeführt werden:

  1. Leichte körperliche Bewegungen können helfen, die Wehen zu fördern. Insbesondere Spaziergänge an der frischen Luft sind eine bewährte Methode um Mutter und Kind schonend auf die Geburt vorzubereiten. Manche Schwangere besuchen Bauchtanzkurse, um die Beckenbodenmuskulatur und das Bindegewebe auf die Geburt vorzubereiten. Allerdings sollte man in den letzten Schwangerschaftswochen genau auf seinen Körper hören und vielleicht bei manchen Übungen aussetzen, sollte es für Mutter und Kind zu anstrengend werden. Nichts ist wichtiger, als die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden des Kindes!
  2. Ein altes „Hausmittel“ um die Wehen zu fördern, dürfte auch die werdenden Väter erfreuen. Ärzte und Hebammen raten zu Sex, wenn das Baby allzu lang auf sich warten lässt. Vor allem der Orgasmus trainiert die Beckenbodenmuskulatur, die für die Geburt essentiell ist. Außerdem weitet sich beim Sex der Zu- bzw. Ausgang der Gebärmutter. Natürlich sollte man auch hier, wie beim Sport darauf achten eine Intimität zu wählen, die keine akrobatischen Meisterstücke abverlangt. Als werdende Mutter sollte man sich fallen lassen und die Zeit zu zweit genießen. Schließlich bedeutet Sex Gemeinsamkeit und ist keine ärztliche Verordnung, die strengstens umgesetzt werden muss.
  3. Die beste Methode, um sich auf die Geburt vorzubereiten: Entspannung in einem warmen, aber nicht zu heißen Bad. Manchmal können dadurch die Wehen ausgelöst werden. Deswegen ist es wichtig, dass die werdende Mutter während des Bades nicht allein ist, um Hilfe zu haben, sollten Kreislaufprobleme oder erste Wehen eintreten.
  4. Manchen Gewürzen und Lebensmitteln wird eine wehenfördernde Wirkung zugeschrieben. Dazu zählen Zimt, Ingwer, Zitrone, Himbeerblättertee und Nelken. Aber wie auch bei allen anderen wehenfördernden Maßnahmen gilt es nicht zu übertreiben! Das Baby allein entscheidet, wann es auf die Welt kommen möchte. Ärzte und Hebammen begleiten diesen Prozess.
  5. Alternative Therapien wie Akupunktur und Homöpathie sollten ebenfalls mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme besprochen werden. Die Vorgeschichte von Mutter und Kind sind hier sehr wichtig, um die richtige Behandlungsmethode auszuwählen.

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