Wie Bommel beinahe Neujahr verschlief

Beitrag von Bommel Bär
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Noch ganz euphorisch, aber auch erschöpft von dem Trubel der Feiertage, zerbricht sich unser kleiner Bommel den Kopf darüber, wie er Silvester verbringt. Ausnahmsweise will er bis Mitternacht aufbleiben, um nicht das große Feuerwerk zu verpassen, mit dem das neue Jahr eingeläutet wird.

Bis es jedoch soweit ist, steht Bommel vor dem Dilemma, entscheiden zu müssen, wo er diesen Anlass feiert. Gedankenversunken grübelt der Teddybär: „Was mach ich bloß? Sowohl Elli, der Elefant als auch Henry, der Hase haben mich zu ihrer Silvesterparty eingeladen. Ich kann ja kaum auf beiden Festen gleichzeitig sein…“, dachte Bommel ratlos. „Ich könnte dem Jahreswechsel auch einfach von daheim aus entgegenfiebern. Aber mit seinen Lieben das neue Jahr zu begrüßen, wär schon schöner…“, sprach Bommel gedankenverloren. „Vielleicht sollte ich mir erstmal einen Kakao machen – beim Trinken eines warmen Getränks kommen mir immer die besten Ideen.“

Und so kuschelte sich unser plüschiger Freund unter seine Bettdecke, nippte an seinem leckeren Kakao und hoffte auf den Einfall, der ihm die Lösung seines Problems bringt. Doch wie sollte es auch anders sein – in so einem gemütlichen Umfeld können einem nur die Augen zufallen. Und so passierte es auch unserem lieben Bommel: Seine Augen wurden immer schwerer und bevor er sich versah, war er ins Reich der Träume abgetaucht.

Vor seinem inneren Auge sah er das vergangene Jahr an sich vorbeiziehen. Er träumte von dem herrlichen Herbstspaziergang, bei dem er so viel vom Leben der Waldtiere gelernt hatte. Besonders lebhaft blieb ihm die Suche nach Pix, dem kleinen Igel in Erinnerung. Ob Willi, das Wildschwein oder Bruno, der Bär – alle waren schließlich erleichtert, als der kleine stachlige Racker wiedergefunden wurde.

Während die Bilder von dem Tag im Wald verblassten, wurden die Erlebnisse auf dem Reiterhof in seinem Traum noch einmal lebendig. Bei schönstem Wetter hatten Bommel und Bommelinchen einen Ausflug auf Land unternommen und wurden, als Dank für ihre tatkräftige Unterstützung, vom Bauern zu einem herrlichen Ausritt eingeladen. Doch während Bommel noch respektvollen Abstand zu den Pferden hielt, bemühte sich Pferdeliebhaberin Bommelinchen, ihm die Angst vor diesen stattlichen Tieren zu nehmen.

Man konnte sehen: Die beiden sind einfach ein super Team. Auch bei den Weihnachtsvorbereitungen konnte man das beobachten. Ohne die Unterstützung seiner besten Freundin, wäre Bommel das Festessen nie so gut gelungen. Und hätten die beiden nicht aneinander gedacht, wäre auch der Wunschzettel an den Weihnachtsmann leer geblieben. Bei dem Gedanken daran, wie froh er sein kann, eine solche Freundin zu haben, huschte Bommel im Schlaf ein Lächeln übers Gesicht.

Welchen Wert Freundschaft besitzt, hatte sich auch bei dem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt gezeigt: Hätten sich Bommel, Schneeflocke und Benny nicht um Frosti, den Schneemann gekümmert, würde dieser immer noch traurig dem bunten Treiben auf dem Weih-nachtsmarkt zuschauen, anstatt mit all seinen Freunden auf der Schlittschuhbahn eine Runde nach der anderen zu drehen.

Dass seine Freunde aber auch zu allerlei Schabernack aufgelegt sind, wurde Bommel in Erinnerung gerufen, als er von seiner Halloweenparty träumte. Mine, die Katze hatte sich an diesem Abend einen Spaß daraus gemacht Bommel, Lucifer und Tutulla das Gruseln zu lehren. Als Bommel von Mines Halloweenstreich träumte, schreckte er auf und wusste für den ersten Moment nicht, wo er sich befand. Als er sich in dem noch immer weihnachtlich geschmückten Raum umblickte, musste er entsetzt feststellen, dass es kurz vor Mitternacht war und er weder bei Ellis, noch Henrys Silvesterparty war. Mit klopfendem Herzen lief er zu seinen Freunden, die direkt in der Nachbarschaft wohnten und klingelte stürmisch. Doch niemand öffnete ihm die Tür. Stattdessen schaute Mama Elefant aus dem Fenster und rief dem aufgeregten Bommel zu: „Hallo Bommel, Elli und Henry haben sich getroffen und sind mit ihren Gästen zum Stadtberg aufgebrochen. Denn von da oben kann man am besten das Feuerwerk anschauen. Wenn du dich beeilst, kannst du dich noch zu ihnen gesellen, bevor es zwölf schlägt.“

Bommel bedankte sich und rannte, so schnell ihn seine kurzen Beinchen trugen, zum Stadtberg. Als er atemlos am höchsten Punkt ankam, konnte er bereits von weiten seine Freunde erkennen und lief der vergnügten Gruppe entgegen. „Freunde, ihr werdet es nicht glauben!“, rief Bommel ihnen zu. „Während ich darüber nachdachte, zu welcher Silvesterparty ich gehe, bin ich einfach eingeschlafen“, gab Bommel beschämt zu. „Unfassbar“, sagte Elli augenzwinkernd. „Aber jetzt bist du ja da“, beruhigte Henry ihn. „Da können wir jetzt gemeinsam das schöne Feuerwerk bestaunen und auf das neue Jahr anstoßen. Wir haben Kindersekt mitgebracht.“ „Großartig. Ich bin froh, dass ihr mir das Missgeschick nicht übel nehmt“, sagte Bommel erleichtert. Und so feierte unser kleiner Teddy den Jahreswechsel doch noch mit seinen Freunden und hoffte, dass das neue Jahr genauso abenteuerlich wird wie das vergangene.

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