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Gute-Nacht-Geschichte "Das Betthupferl"

Eine Geschichte von Katharina Wiese
Gute-Nacht-Geschichte "Das Betthupferl"

Hundert weiße Schäfchen springen Dich in’s Schläfchen
Doch seh’ ich noch ein munteres Blinzeln über Dein Gesichtlein tänzeln
Ganz versunken in Gedanken, die sich um Eis und Zuckerwatte ranken,
Die Purzelbäume schlagen und durch den Garten jagen
Ohne Pause Streiche aushecken, Deine ganze Welt entdecken
Nun aber schließ’ die Augen zu, denn nur dann siehst Du
Wie das Betthupferl zu seinem Namen fand.

Hundert weiße Schäfchen und ein kleines Böckchen
Mit weichem Fell von schwarzen Löckchen
Hugo wurde es genannt, doch genauso gut bekannt
als Schlingel, Frechdachs, Tunichtgut und Bengel, sieht auch nicht eben aus wie ein Engel
Die kleinen Hörnchen kess nach vorn, flink das Lämmerschwänzchen, helle Ohr’ n,
Ein Kullerbauch und kurze Beinchen und klitzeklein sind seine schnellen Hufen
Kurzum- den Hugo muss man nicht lang rufen, kann er nur munter treiben Possen, Jux und Neckereien.

Von diesem Schaf gibt es Geschichten
Diese eine will ich Dir berichten:
In einer Nacht wie Samt und Seide, Sommerhimmel im schönsten Abendkleide
mit funkelnden Sternlein und Mondlicht bedeckt 
Da sammelte sich zwischen Himmel und Erde die wolleweiße Schäfchenherde auf der Wolke Nummer neun
Mit einer Weide saftig grün, wo Klee und Butterblumen blüh’ n
Drum herum ein Zäunchen, darinnen steht ein Pflaumenbäumchen gleich neben einem Bächlein
Darüber springen all die Schäflein, dich nach und nach in Deine Träume hinein

Nun wollte aber jedes Schaf in jener warmen Sommernacht
das erste vor den anderen sein,
mit einem sanften Springen den Kindern groß und klein den tiefsten Schlaf zu bringen   
Doch Ordnung muss auch hier oben sein, das sahen alle endlich ein und stellten sich brav hinten an
Bis auf Hugo, der es nicht lassen kann
Wie immer tanzte er aus der Reihe, ihn hielt kein Blöken, kein Geschreie
Er wollte auf den ersten Platz, auf den Pflaumenbaum mit einem Satz
von dort den andern vor die Nase.

Nun steht jedoch der Pflaumenbaum ganz nah dran an jenem Zaun
links hinten auf dem Wolkensaum
Mit zu viel Schwung sprang Hugo hinauf, weder Blatt noch Ast hielten ihn auf
Zwei Pflaumen auf den Hörnern, zwei hinter seinen Ohren
Schon hatte er den Wolkenboden unter sich verloren
Auf einem Blatt vom Pflaumenbaum segelte Hugo einem Kind in den Traum
Mit einer Landung federleicht auf dessen Kissen watteweich
Brachte er dem Kind ins Träumchen vier saftig sommersüße Pfläumchen.

So wurde Hugo flugs bekannt
Sein Name klang in Stadt und Land
Ein süßer Hüpfer auf dem Kissen heißt seither wie-
Du wirst’s nun wissen:
Seit Hugos Sprung mit den vier Pflaumen wird so etwas ein Betthupferl genannt
Wie Hugo nun von diesem Kissen zurück auf seine Wolke fand?
Darauf bist Du gewiss gespannt,
Doch das ist eine and’re Geschichte, von der ich Dir ein andermal berichte.

Hundert weiße Schäfchen und ein kleines Böckchen
Mit weichem Fell von schwarzen Löckchen
Sie alle hüpfen Dich ins Schläfchen
Hab eine gute Nacht voll schöner Träume
mit sanften und mit süßen
Und morgen früh da wirst Du wach
Von einem Kitzel- Kribbel- Krabbeln an Deinen kleinen Füßen
Dein Lachen, Deinen Forscherdrang, Deine unbekümmerten Schritte und alle Deine Eigenarten
Schon heute kann der neue Tag Dich gar nicht mehr erwarten.

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