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Gute-Nacht-Geschichte "Der Pfannkuchendieb"

Eine Geschichte von Kristina Kipp
Gute-Nacht-Geschichte "Der Pfannkuchendieb"

Es war Pfannkuchentag auf dem Piratenschiff, das auf dem weiten blauen Meer vor sich hin gondelte. Aufgeregt standen alle Piraten in einer großen Schlange vor der Kombüse von Willi, dem Küchenchef. Für jeden gab es genau einen Pfannkuchen. Willi passte immer wie ein Schießhund auf, dass sich niemand noch einen stibitzte. Auch Kai wartete mit knurrendem Magen darauf, dass Willi ihm einen Pfannkuchen gab. Doch als er endlich an die Reihe kam, warf ihm der Küchenpirat nur einen flüchtigen Blick zu und knurrte: »Du nicht, Kai. Pfannkuchen gibt's nur für Piraten. Und du bist kein Pirat. Du bist ein Klabautermann.«

Traurig schaute Kai den Piraten dabei zu, wie sie die Leckereien in sich hinein stopften. »So eine Ungerechtigkeit, « dachte er sich, »Klabautermänner sollten auch Pfannkuchen bekommen!« Und da er nun mal ein Klabautermann war, überlegte er sich sogleich einen schlauen Plan, wie er es den gemeinen Piraten heimzahlen könnte.

Er grinste vor sich hin als ihm eine Idee kam und rannte zum größten Mast des Schiffes, an dem er sich geschwind empor schwang. Bis zur höchsten Spitze kletterte er. Von dort oben sah das Schiff ganz klein aus und auch die Piraten wirkten gar nicht mehr so angsteinflößend. Kai räusperte sich und rief dann so laut er konnte und mit ganz tiefer, verstellter Stimme: »Aufgepasst, ihr Piraten. Hier spricht das siebenköpfige Ungeheuer, das die Meere beherrscht. Alle Seefahrer fürchten mich, und das zu Recht, denn ich bin sehr mächtig!«

Die Piraten hatten mittlerweile von ihren Pfannkuchen aufgeblickt und schauten sich verschreckt um, woher die unheimliche Stimme kam. »Ich verlange, dass ihr mir alle Pfannkuchen gebt! Wenn ihr das nicht tut, fresse ich euch alle auf!« dröhnte Kai und hängte noch ein schreckliches »Uaaaaaahhh!« dran. Dabei wedelte er so übermütig mit den Armen, dass er das Gleichgewicht verlor und von seinem sicheren Plätzchen hinunter fiel und – oh Schreck – dem Piratenkapitän direkt vor die Füße fiel. Der schaute Kai bitterböse an und schrie: »Du warst das also! Du Nichtsnutz, nicht mal richtig klabautern kannst du!«

Hochrot im Gesicht schlich sich der kleine Klabautermann davon und versteckte sich in einer umgefallenen alten Tonne im hinteren Teil des Schiffes. Die Tränen liefen ihm über das Gesicht und sein Näschen fing an zu triefen. »Die Piraten haben Recht,« schluchzte er, »Ich kann gar nichts.«

Auf einmal hörte er wildes Geschrei. Ängstlich lugte der kleine Klabautermann aus seinem Versteck hervor und erblickte die ganze Horde Piraten, wie sie erbost und mit drohenden Fäusten vor dem großen Mast standen und riefen: »Arrr, fangt das vermaledeite Vieh ein, fangt es ein!« Ganz oben auf dem Mast saß eine große Möwe mit dem Pfannkuchen-Rezept vom Küchenpiraten Willi im Schnabel. Oh je, das war's dann wohl mit den leckeren Pfannkuchen! Denn welcher der Piraten war schon schnell genug, die Möwe zu fangen?

Blitzschnell schlängelte sich Kai zwischen den Piraten durch und kletterte in Windeseile an dem großen Mast hoch. Die Möwe war so verdattert von Kais plötzlichem Auftauchen, dass sie gar nicht merkte wie der ihr das Rezept aus dem Schnabel riss. Auch die Piraten staunten nicht schlecht als der kleine Klabautermann wieder sicher mit dem Rezept unten ankam. »Du hast den Pfannkuchentag gerettet!« riefen sie, und: »Hoch lebe Kai, der Klabautermann!« Kai platzte fast vor stolz und dachte sich: »Eigentlich kann ich doch schon ganz schön viel!«. Zur Feier des Tages gab es noch eine Runde Pfannkuchen für alle und für Kai sogar einen ganzen Teller voller Pfannkuchen.

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