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Gute-Nacht-Geschichte "Die Sprichwort-Hexe Maja"

Eine Geschichte von Kerstin Noack
Gute-Nacht-Geschichte "Die Sprichwort-Hexe Maja"

In einem kleinen Wald am Rande des Hexenberges lebt die Sprichwort-Hexe Maja. Warum man sie so nennt? Das werdet ihr erfahren!

Nach einem langen Tag im Hexenwald, wenn sich Kater Nunzius auf sein flauschiges Kissenbett vor dem Kamin kuschelt, ist für die kleine Hexe Maja die Nacht noch längst nicht angebrochen. Bevor Maja abends zu Bette geht, fegt sie noch einmal wie ein Wirbelwind durch die Stube. Wenn Kater Nunzius und Eule Rufus sie verdutzt ansehen, sagt Maja stets nur »Ordnung ist das halbe Leben!« Erst dann heißt es für die kleine Hexe: Schlafenszeit!

Auch früh am Morgen hört man schon Radau aus dem Wald am Rande des Hexenberges dröhnen. Noch bevor der erste Sonnenstrahl die kleine Hexenhütte erreicht hat, ist Maja auf den Beinen. Getreu dem Motto: „Morgenstund´ hat Gold im Mund“ werkelt sie in der Küche und klappert mit Töpfen, Pfannen und Tassen. Zum Frühstück zaubert sie für sich und ihre tierischen Freunde stets die tollsten Leckereien wie dicke, runde Pfannkuchen mit Ahornsirup und warmen Kakao.

Nach dem Frühstück erwartet Maja heute Besuch von ihrer Tante Gundula, die sich aber erst zur Mittagsstunde blicken lässt. Abgehetzt kommt sie durch den Wald geflogen. Maja stört das nicht. »Besser spät als nie!«, kichert sie und schnappt sich ihren Besen. An diesem Tag ist Hexenflohmarkt auf dem Hexenberg. Kater Nunzius will die beiden begleiten, doch Maja ermahnt ihn: »Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch!« und fliegt geschwind davon.

Tante Gundula kommt kaum hinterher. »Den Letzten beißen die Hunde!« hört sie die kleine Hexe noch rufen. Doch Maja ist zu schnell unterwegs. Als Tante Gundula sie endlich einholt, sieht sie die kleine Hexe kopfüber am Ast eines Baumes hängen und kann sich vor Lachen kaum halten. »Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!«, schimpft Maja über die Schadenfreude ihrer Tante.

Vom Baum geholt und endlich auf dem Flohmarkt des Hexenberges angekommen, flanieren die zwei Hexen durch die gefüllten Stände mit Zaubertränken, Hexenkesseln, schwarzen Umhängen, Hüten und herrlichen Gaumenfreuden. Plötzlich wird es finster auf dem Hexenflohmarkt, denn am Himmel brauen sich dicke Gewitterwolken zusammen und schon bald fängt es an, in Strömen zu regnen. Maja versucht, ihre bereits durchnässte Tante zu beschwichtigen. »Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!«, spricht sie und zaubert gleich zwei knallrote Regenmäntel herbei, mit denen die zwei wieder geschwind in das schützende Dickicht des Hexenwaldes flüchten.

Als Maja und Tante Gundula am Abend wieder in dem Häuschen im Hexenwald ankommen, streiten sich Kater Nunzius und Eule Rufus gerade um eine große Schachtel Schokoladenkekse. Geschwind geht Maja dazwischen und schnappt sich die begehrten Leckereien. »Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte«, flüstert sie Tante Gundula mit einem Augenzwinkern zu und bereitet einen fruchtigen Tee für die Zeit, bis das Gewitter endlich nachlassen würde. »Abwarten und Tee trinken! Das hat schon meine Großmutter immer gesagt«, erzählt Maja. Als Blitz und Donner dann endlich vorbeigezogen zu sein scheinen, traut sich der ängstliche Kater Nunzius unter dem Sofa hervor. Doch ein letzter großer Donnerknall fährt durch den tiefen Hexenwald und das Katerchen flüchtet mit einem Sprung wieder in sein Versteck.

Maja blickt mit einem Lächeln in den Spalt unter dem Sofa und spricht ermutigend: »Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!«, holt den zitternden Freund unter dem Sofa hervor und kuschelt sich mit ihm vor den Kamin, wo sie und Tante Gundula ihm solange die spitzen, flauschigen Ohren kraulen, bis er ganz sanft eingeschlafen ist.

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