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Gute-Nacht-Geschichte "Hotzenpock und Rumpedumm"

Eine Geschichte von Antje Frenzel
Gute-Nacht-Geschichte "Hotzenpock und Rumpedumm"

In einem Wald, der so groß war, dass kein Mensch hindurchlaufen konnte, lebten zwei Freunde, die unterschiedlicher nicht sein konnten.

Der eine war ein Zwerg, ganz winzig, von vielen wurde er oft übersehen, und der andere ein Riese, zumindest für die Zwerge. Der kleine hieß Rumpedumm und sein großer Freund war Hotzenpock. Sie kannten sich schon, seit sie in der Schule nebeneinander saßen, und waren wirklich die allerbesten Freunde. An einem nassen, trüben Tag ging Rumpedumm zu seinem Freund Hotzenpock, weil er mit ihm Pilze sammeln wollte. Rumpedumm liebte Pilze – in Soßen, in Eierkuchen oder mit Nudeln. Es gab nichts, was er nicht schon mit ihnen versucht hatte. Hotzenpock mochte Pilze auch sehr gern, aber noch viel lieber mochte er Holunderbeeren, weil sie die Zunge so schön blau machten – und außerdem kam er an die viel besser ran als an die Pilze unten am Boden.

Nachdem sich die Freunde bei einem leckeren Frühstück gestärkt hatten, brachen sie also auf in den feuchten, kalten Wald – es war genau das richtige Wetter für Pilze und Beeren. Rumpedumm hatte eine schicke, wasserdichte Jacke an, damit er nicht nass wurde und zu frieren begann. Sein Freund der Riese meinte, er bräuchte sowas nicht. »Ich bin so groß, mir wird schon nicht kalt«, sagte er. Rumpedumm sagte ihm, dass das keine gute Idee wäre, aber Hotzenpock wollte einfach nicht auf ihn hören.

Nach einer Weile hatten der Zwerg und der Riese ihre Körbe gut gefüllt und machten sich auf den Heimweg. Hotzenpock hatte schon ganz nasse Füße und freute sich, diese am knisternden Feuer wieder aufzuwärmen. Als sie ankamen, begann sein kleiner Freund die Pilze und Beeren zu putzen und zu kochen. Auf einmal hörte er ein lautes Poltern und rannte ganz aufgeregt in die Stube, wo der Riese Hotzenpock über den Boden rollte. »Was ist denn hier passiert?«, fragte Rumpedumm erstaunt und auch ein bisschen verängstigt. »Ich musste ganz doll niesen  und dann bin ich plumps vom Stuhl gefallen«, antwortet Hotzenpock ein wenig beschämt. »Außerdem kratzt es ganz schlimm in meinem Hals, was das bloß ist?«, wunderte sich der Riese, bevor er sich auf sein großes, grünes Plüschsofa hievte.

Rumpedumm wusste sofort Bescheid. Sein Freund hatte sich eine Erkältung eingefangen und das nur, weil er nicht auf ihn hören wollte. »Du nimmst jetzt erst einmal ein heißes Bad in der Wanne. Das bekommen wir schon wieder hin«, rief der Zwerg, als er in die Küche ging. Hotzenpock machte sich sofort ins Bad, denn er hatte ja heute Morgen auch nicht gehört und was hatte er davon – eine Rotznase. Der Zwerg machte sich am Ofen sofort ans Werk. »Nur gut, dass wir heute so viele Holunderbeeren gefunden haben, daraus werde ich einen schönen Saft machen, der wird den Hotzenpock schon wieder auf die Beine bringen. Und dann mach ich ihm noch eine leckere Suppe aus Pilzen, die gibt ihm noch mehr Kraft.«

Nachdem Hotzenpock eingepackt in Decken auf dem Sofa Platz genommen hatte, machten es sich die beiden Waldmenschen bequem und ließen sich das leckere und gesunde Essen so richtig schmecken. Rumpedumm schickte seinen Freund aber früh ins Bett, damit er sich gesund schlafen konnte. Er selbst legte sich dann aufs Sofa, weil er seinen alten Freund in diesem Zustand nicht allein lassen wollte.

Am nächsten Morgen schien die Sonne durch das Fenster in Hotzenpocks Baumhöhle und weckte die beiden. Dem Riesen ging es zum Glück schon vieeel besser und er bereitete für sich und Rumpedumm das Frühstück zu, um sich bei seinem Kumpel zu bedanken, machte er für ihn ein Pilzomelett.

Drei Wochen später waren die beiden wieder zum Pilze suchen und Beerensammeln verabredet. Auch dieses Mal hatten sie mit dem Wetter kein Glück, aber das war nicht schlimm, denn Hotzenpock hatte sich schicke rote Gummistiefel und eine tolle blaue Regenjacke gekauft und war nun gegen Wind und Wetter geschützt.

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