Unterschiedliche Schulkonzepte

Wie geht es nach dem Kindergarten weiter? Welche Schulform ist für mein Kind geeignet? Das sind Fragen, die sich viele Eltern stellen. Wir wollen euch zeigen, wie viele verschiedene Schulformen es gibt und was die Besonderheiten sind.

Die klassischen staatlichen Schulen 

Das altbekannte Schulmodell ist die Regelschule. Mit 6 Jahren kommen die kleinen in die Grundschule und nach vier Jahren folgt die Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder die Gesamtschule. Es werden Empfehlungen von den Lehrern für die unterschiedliche Schulform abgegeben und in manchen Bundesländern entscheiden nur die Noten der Grundschulkinder.  Die Hauptschule ist eine Schulform die nicht mehr so stark vertreten ist. Mehr verbreitet sind Gesamtschulen, auf denen ein Hauptschulabschluss nach der 9. Klasse, einen Realschulabschluss nach der 10. Klasse und das Abitur nach der 12. Klasse möglich ist. Der Lehrplan wird vom jeweiligen Bundesland gestellt und daran müssen sich die Schulen richten.  In der Oberstufe, das bedeutet Klasse 11. und 12. können die Schüler verschiedene Schwerpunkte wählen. Die Schwerpunkte können auf den Naturwissenschaften, den Sprachen, dem Sport oder den Geisteswissenschaften liegen. Jedes Bundesland hat seine eigenen Regelungen, was die Wahl der Schwerpunkte angeht.  Deshalb ist es ratsam, sich über das Thema direkt bei der jeweiligen Schule zu informieren. Die staatliche Schulform soll die Kinder bestmöglich aufs Arbeitsleben oder einen universitären Werdegang vorbereiten. 

 

Die Waldorfschule 

Ein ganz anderes Konzept hat die Waldorfschule. Die Waldorfpädagogik wurde erstmals zwischen 1861-1925 von Rudolf Steiner unterrichtet. Waldorfschulen sind staatliche anerkannte Ersatzschulen und werden in den meisten Fällen durch einen privaten Träger bezuschusst. Im Mittelpunkt der Waldorfpädagogik steht der Mensch und seinen Fähigkeiten sollen individuell gefördert werden.  Es ist eine Art Gesamtschule, denn die Schüler durchlaufen alle 12 Schuljahre ohne Sitzenbleiben.

Da das Sitzenbleiben auf den Waldorfschulen abgelehnt wird. Der Lehrplan ist auf  die seelischen und geistigen Veranlagungen der Kinder gerichtet. Dazu gehört das vielseitiger Unterricht angeboten wird. Die Waldorfschule legt viel Wert auf künstlerische und handwerkliche Betätigung der Kinder.  Die Inhalte, die gelehrt werden, werden auf die Prozesse des kindlichen Lernens abgestimmt. 

Es gibt keinen Frontalunterricht sondern aktiven Unterricht mit Gruppenarbeiten, Projekten und Praktika. Die Schulkinder werden auch nicht nach Noten beurteilt sondern es gibt eine ausführliche charakterliche Analyse. Trotz der anderen Art zu lehren, können die Kinder auf einer Waldorfschule eine mittlere Reife, Fachabitur oder das Abitur machen. In den ersten Schuljahren wird der Unterricht bildhaft vermittelt, der wissenschaftliche Unterricht kommt ab der 9. bis 12. Klasse dazu. Außerdem lernen die Kinder ab der  1. Klasse eine Fremdsprache. 

Allerdings fallen für diese Schulform auch Kosten an. Das Schulgeld wird anteilig vom Einkommen berechnet und beträgt durchschnittlich ca. 170 Euro pro Monat.  Jedoch kann es je nach Region abweichen.  Auf Grund des Ganztagskonzeptes können zusätzlich Kosten für das Mittagessen anfallen. Außerdem bestehen natürlich die Kosten für das Schulmaterial.

 

Die Montessorie - Schule 

Eine andere Schulform ist die Montessorie Schule. Diese Schulform und Pädagogik wurde 1907 von Frau Maria Montessorie gegründet. Das pädagogische Konzept dieser Schule ist, dass die Schulkinder lernen sollen selbständig zu arbeiten. Deshalb ist der Grundgedanke dieses Konzepts „Hilf mir, es selbst zu tun.“  Montessorie Schulen sind in den meisten Fällen eine Ganztagsschule. Dadurch gibt es mehr Raum für das pädagogische Konzept. Der Unterricht wird offen gestaltet und es gibt Freiarbeitsstunden. Das sind Stunden, in denen sich die Kinder und Jugendlichen ihre Themen frei auswählen können und diese in Gruppen oder selbständig bearbeiten dürfen.

Den Kindern wird gelehrt, sich selbst zu verwirklichen. Jeder Mensch hat Neugier und einen Forschungsdrang und dadurch wird man bewegt Dinge selbst zu erforschen. Eine Montessorie Schule kann staatliche oder private Träger haben. Bei einer staatlichen Schule fallen keine Kosten an. Dagegen werden bei einer privaten Montessorie Schule Schulgelder verlangt.

Das Schulgeld wird, wie bei der Waldorfschule vom Einkommen berechnet und fängt bei ca. 185 Euro im Monat an. Dazu muss noch eine Sicherheitsleistung von 1.500 Euro hinterlegt werden. Oft legen Montessorie Schulen auch eine Aufnahmegebühr von 300 Euro fest. In einem ganztägigen Konzept werden Mittagspausen fest mit eingebunden und damit es auch eine gesunde Mahlzeit gibt, fallen meistens noch extra Kosten an. 

 

Internationale Schulen

Die internationalen Schulen sind interessant für Kinder und Jugendliche mit zwei Muttersprachen oder für sehr sprachbegabte Kinder. Die Bildungsziele, Lehrpläne und Abschlüsse richten sich nach internationalen Richtlinien. Die Internationalen Schulen sind komplett fremdsprachig oder zweisprachig, so das auch Deutsch unterrichtet wird. Kinder und Jugendliche, die zu vor in einem anderen Land auf eine Schule gegangen sind, können sich möglicherweise auf einer Internationalen Schule auf Grund des internationalen Konzepts besser zurechtfinden.

In der internationalen Schule können die folgenden Abschlüsse erreicht werden. Als Grundschulabschluss erreichen die Schüler IB Primary Programme und der Mittelschulabschluss nennt sich IB Middle Years Programm. Die universitäre Berechtigung bekommen die Schüler mit dem Abschluss der 12. Klasse, dem International Baccaluareate.  Durch diesen Abschluss erlangen die Schüler in zahlreichen Ländern den Hochschulzugang. Mit der entsprechenden Fächerwahl wird das IB-Diplom auch in Deutschland als Hochschulzugang anerkannt. Es gibt zahlreiche internationale Schulen in Deutschland und jede ist etwas anders. Unser Rat ist, informiert euch über die Schule in eurer Nähe und lasst eure Kinder vielleicht ein bis zwei Tage hospitieren.

Die Internationale Schulform ist nicht sehr kostengünstig. Das Schulgeld beträgt ca. 5000-6000 Euro pro Jahr. Dazu kommt noch eine Aufnahmegebühr von ca. 250 Euro. Aber euer Kind kann auch ein Stipendium von verschiedenen Stiftungen erlangen und somit fällt weniger bis gar kein Schulgeld an.

 

Die Förderschule

Die Förderschule ist für Kinder und Jugendliche, die an Regelschulen auf Grund von Beeinträchtigung nicht hinreichend gefördert werden können. An einer Regelschule sind viele Kinder in einer Klasse und die Lehrer haben nicht die Möglichkeiten auf jedes Kind individuell einzugehen.

Jedoch stehen auf einer Förderschule die Bedürfnisse der Kinder in den Vordergrund. Kinder mit speziellen Benachteiligungen können auf Grund sehr kleiner Klassengruppen gezielt unterrichtet werden. Die Pädagogen haben mehr Zeit sich mit einem einzelnen Kind zu beschäftigen. Die Schüler bekommen Unterstützung, damit sie in Zukunft an einem Alltag teilnehmen können. Eine ganztägige Betreuung wird an Förderschulen auch angeboten. Es gibt zudem noch die Möglichkeit, die älteren Schüler in einer Wohngruppe zusammenleben zu lassen. Eine Förderschule kann verschiedene Schwerpunkte haben, wie zum Beispiel eine Schule für Blinde oder Lernbehinderte soweit für körperliche Beeinträchtigungen.

Jede Förderschule ist anders, deswegen raten wir auch hier sich vor Ort an der Schule zu informieren, ob es die geeignete Form für euer Kind ist. Förderschulen sind meist staatlich und es fallen keine Kosten für Schulgeld an. Natürlich gibt es auch private Förderschulen bei denen muss mit zusätzlichen Kosten gerechnet werden. 

Schließlich ist es wichtig, sich über die unterschiedlichen Schulformen zu informieren. Wir hoffen, dass wir einen kleinen Einblick schaffen konnten. 

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