Welches Haustier für mein Kind?

Einen tierischen Gefährten zu haben ist der Wunsch vieler Kinder – aber welches Tier ist geeignet für das Kind und die Familie?

Der Tierwunsch kommt mit Kulleraugen


Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Tag kommen bei dem euer Kind vor euch steht, mit großen Kulleraugen, und sich ein Tier wünscht. Gerade zu Ostern oder Weihnachten wird der Wunsch noch einmal verstärkt. An Ostern sind es die süßen Hasen und Kaninchen, die überall zu sehen sind und zu Weihnachten das Gefühl sich alles Wünschen zu können.
Das Bedürfnis ein Lebewesen zu umsorgen und zu streicheln ist normal in der Kindesentwicklung und äußert sich in erster Linie gegenüber dem geliebten Kuscheltier. Das wird überall mit hingenommen oder ohne ist an Schlaf gar nicht zu denken. Doch der Freund aus Stoff verschwindet auch öfters, sei es weil vergessen wurde, in welcher Ecke er versteckt wurde oder unterwegs aus Versehen.

 

Da verwundert es nicht das manche Eltern sich fragen: „Wäre ein Haustier überhaupt das Richtige?“


Jetzt ist Tapferkeit gefragt, denn es gibt keine Anleitung dafür. Es gibt sehr grobe Richtwerte für die einzelnen Tierarten aber es hängt am meisten vom Kind ab und ihr Kind einschätzen könnt nun mal ihr am besten.
Allerdings wird das Aufwachsen mit Tieren äußerst positiv bewertet. Viele Studien belegen, dass es sowohl dem seelischen Wohl, als auch der Entwicklung des Kindes förderlich ist.  Die Persönlichkeit entwickelt sich positiver. Ein Grund dafür ist z.B. das immer jemand da ist, dem man sich anvertrauen kann. Die Verantwortung wird gestärkt und Einsamkeit verringert. Beruhigend und ausgleichend wirken Tiere nicht nur auf hyperaktive Kinder.


Was aber jeder Experte betont: die positiven Effekte für das Kind treten nur auf, wenn Tiere auch artgerecht gehalten werden.
Wurde die Entscheidung getroffen ein Tier anzuschaffen gibt es viele Sachen, die bedacht werden müssen. Schließlich muss das Tier zum Alltag der Familie passen.


Also welches Tier auswählen?


Die Kategorie der Nager


Zu den Klassikern zählt der Hamster. Egal ob Goldhamster oder Zwerghamster – alle sind sie nachtaktiv. Das bedeutet die Tiere tagsüber zu wecken und hoch zu nehmen löst Stress aus der nicht nur schlechtes und unerwünschtes Verhalten begünstigen kann, wie z.B. beißen, sondern auch sehr ungesund für die kleinen Nager ist. Hamster sind vor allem Einzelgänger und ihre Bindung zum Menschen ist eher gering. Dennoch kann er eine Erfahrung wert sein, wenn auf die Bedürfnisse des Tieres wirklich geachtet wird. Sie haben eine Lebensdauer, je nach Art, von 2 bis 4 Jahren.

 

Weit verbreitet ist auch das Meerschweinchen. Ihr Ruf sagt, sie seien verschmust und unkompliziert – jedoch sind sie Fluchttiere. Das bedeutet, dass sie sich eher aus unangenehmen Situationen zurückziehen. Auch hier gilt, wie beim Hamster der Stressfaktor, wenn euer Kind ständig kuscheln möchte. Hinzu kommt, dass die Tiere auch immer wieder Auslauf benötigen. Hier ist kein Spaziergang wie beim Hund gemeint, aber frei in einem Zimmer um her zu laufen sollte schon drin sein. Auch ein Gehege im Garten ist zu empfehlen. Meerschweinchen werden zwischen 4-8 Jahren alt.

 

In etwa das Gleiche gilt für Kaninchen. Mit ihrer Lebenspanne von 8 – 12 Jahren wächst auch die Spanne der Verantwortung. Oft werden diese Flauschbündel gekauft, weil sie so niedlich sind, vor allem wenn sie knabbern. Hier muss man genau darauf achten, welche Art man sich ins Haus holt und sich vorher informieren welche Größe ausgewachsene Tiere erreichen. Nur dann kann sich richtig auf das Langohr vorbereitet werden.

 

Ein Haustier das eher einen schlechten Ruf hat, ist die Ratte. Viele haben hier das Bild einer Kanalratte vor Augen. Doch sie werden immer beliebter erst recht seid es Filme wie Ratatouille gibt und sie sind gar keine schlechten Haustiere für Kinder. Ratten sind aufgeweckt und neugierig. Schaut man auf Youtube nach Rattenvideos stolpert man sehr schnell auf Anleitungen für Tricks, denn Ratten sind schlaue Tiere und sehr lernbegierig. Allerdings ist eine Rudelgröße von mindestens drei Tieren für eine artgerechte Haltung notwendig. Ihre Lebensspanne ist der größte Minuspunkt. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Ratte liegt bei 2 Jahren. Kinder werden also früh mit dem Thema Tod konfrontiert.

 

Generell sei zu Nagern & Kleintieren gesagt, dass ihre kleine Statur Probleme mit sich bringen kann, wenn es um kleinere Kinder geht. Auch ist zu beachten, dass manche Nager Auslauf brauchen – wie Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten. Käfige sollten ausreichend für die jeweilige Art ausgerichtet sein. Ein kleiner Tipp sind auch Nothilfestellen. Anders als bei Hund und Katze haben viele Tierheime kaum Kapazität für Nager, daher gibt es viele ehrenamtliche Gruppen, die sich um Notfälle kümmern. Dort gibt es auch sehr oft Jungtiere. Man findet sie vor allem über Facebook.

 

Katze & Hund

 

In den meisten Familien findet man aber entweder Hund oder Katze. Man sollte sich aber gut überlegen, ob diese Tiere zu einem passen, denn mit einer Lebensspanne von 10-15 Jahren (Hunde 10-13 Jahre, Katzen 12-15 Jahre) ist das schon eine längere Angelegenheit. Während Hunde eine intensive Erziehung brauchen und sie somit Kind & Hund erziehen müssen, sind Katzen eigenständiger. Wenn ein Hund ordentlich erzogen ist und ein ruhiges Wesen hat, kann ein Kind fast alles mit ihm machen. Bei Katzen muss das Kind sehr schnell lernen, dass diese ihren eigenen Kopf haben. Dabei spielt es eine wichtige Rolle den Kindern zu vermitteln, dass Tiere ihre Bedürfnisse anders als der Mensch ausdrücken und sie für die Körpersprache der Tiere zu sensibilisieren. Außerdem muss mit hohen Tierarztkosten gerechnet werden.


Vögel


Bei den zwitschernden Haustiervertretern sind am häufigsten Wellsittiche und Kanarienvögel zu finden. Der Kanarienvogel wird bis zu 10 Jahre alt und sind aber weniger zutraulich als Wellensittiche. Letztere dürfen definitiv nicht alleine gehalten werden. Auch die gefiederten Freunde brauchen den Ausflug in der Wohnung – allein der Käfig reicht nicht. Bei Kauf von Vögeln muss darauf geachtet werden, dass sie einen gesetzlich vorgeschriebenen Fußring tragen. Was ein Kennzeichen dafür ist, dass das Tier aus einer genehmigten und amtstierärztlich kontrollierten Zucht kommt. Das ist wichtig, denn nur so kann man sich vor der Papageienkrankheit schützen, die sich auch auf den Menschen übertragen und lebensgefährlich werden kann.

 

Schildkröten & Reptilien & Fische


Schildkröten leben lang! Sehr lang! Eine Landschildkröte kann bis zu 70 Jahre alt werden. Es kann also eine Aufgabe für einige Jahrzehnte werden. Zudem sind sie für Kleinkinder nicht geeignet, denn viele Schildkröten und Reptilien scheiden Salmonellen mit dem Kot aus. Von Reptilien jeglicher Art ist eigentlich abzuraten.


Fische hingegen sind zwar nicht zum Schmusen geeignet, wenn aber euer Kind das Beobachten liebt, könnten sie sich als das Richtige erweisen. Vor allem anspruchsloseren Arten wie Guppys und Platys sind zu empfehlen. Ein Aquarium braucht aber intensiven Reinigungsaufwand, welcher ein Kind auch nicht alleine bewältigen sollte.


Nichts für die Wohnung


Von Einhörnern und Drachen ist auch ab zuraten. Beide Arten sind nicht nur ungefährlich, sondern auch innerhalb einer Wohnung oder einem Haus schwer unterzubringen. Außerdem neigen sie dazu zu verschwinden, wenn die Kinder älter werden. Daher raten Experten zu der harmloseren Kuscheltiervariante, sollte der Wunsch nach diesen Tieren bestehen.


Allergiker


Für Allergiker eignen sich die wenigsten Tiere. Hier kommt es darauf an genau zu wissen auf was man allergisch reagiert. Je nach Tier kann der Auslöser unterschiedlich sein. An dieser Stelle sei auch der Hinweis gegeben, dass z.B. bei Katzen mit weniger oder gar keinem Fell nicht bedeutet, dass sie für Allergiker geeignet sind. In den wenigsten Fällen wird die Allergie durch die Haare ausgelöst. Es gibt Züchter die versuchen die allergieauslösenden Faktoren zu vermindern. Es gibt hier zu aber noch keine belegbaren Studien.


Was noch bedacht werden muss


Sich für ein Tier zu entscheiden ist nur der erste Schritt. Das allerwichtigste ist, dann sich zu informieren, wie man diese artgerecht unterbringt und versorgt. Bereits vor dem Kauf sollte man sich Gedanken machen was mit dem Tier passiert, wenn man z.B. in den Urlaub fährt. Können sich Verwandte kümmern? Gibt es Dienste in meiner Nähe die Urlaubspflege anbieten? Auch der richtige Tierarzt muss manchmal erst gefunden werden. Gerade für Nagetiere, Vögel und Fische ist es ratsamer genauer nachzufragen, ob der Tierarzt in der Nähe, diese überhaupt behandeln kann.

Bei diesen Tieren braucht man allerdings keine Genehmigung des Vermieters. Alle Tiere, die als Kleintiere eingestuft werden, kann man sich problemlos anschaffen. Anders sieht das bei Katze und Hund aus – hier muss der Vermieter zustimmen, bzw. sollte dies im Mietvertrag geregelt sein. Auch bei Wohnungsgenossenschaften sollte man lieber nachfragen.


Wenn ihr euch sich nicht sicher seid, ob euer Kind auch langfristig an einem Tier interessiert ist, gibt es diverse Möglichkeiten die Tierbetreuung zu testen. Verwandte oder Nachbarn könnten eure Kinder in den Tieralltag einbinden. Bei eurem örtlichen Tierheim nachzufragen könnte sich auch lohnen. Viele bieten Programme an, bei denen man sich zeitweise mit den Tieren beschäftigen kann, was sowohl dem Tier als auch dem Kind zugutekommt.

 

 

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