Die Puppenstadt - eine Reise in die Vergangenheit

Im Schloßmuseum Arnstadt kann man Grafen, Fürsten, Prinzessinen und ihre Gemächer sowohl in Originalgröße, als auch in Miniatur bestaunen.

Betritt man das Schloßmuseum Arnstadt, so begibt man sich auf Zeitreise ins 18. Jahrhundert. Prinzessinnen, Prinzen, Grafen und Fürsten begegnen uns hier. Ihre Gemächer kann man in Miniatur wie auch in Originalgröße bestaunen. Die weltweit einmalige Puppenstadt „Mon plaisir“-Sammlung zeigt in 82 Stuben das höfische Leben vor fast 300 Jahren, aber auch das der Bauern und Handwerker. So kann man z.B. den Schreiner, den Drechsler, den Weber, den Böttcher und den Schlächter sehen, mit ihrem Handwerksgerät. Im höfischen Bereich ergänzen der Schneider, der Friseur und der Küfer das Bild. Auf dem Jahrmarkt tummelt sich allerlei Volk: Wachszieher und Scherenschleifer,  verschiedene Händler preisen ihre Waren an, Bürgersfrauen wandeln von Stand zu Stand, und auch eine kleine Schauspieltruppe mit Komödianten darf nicht fehlen. Ein Schuhmacher hat derbe Lederstiefel für die Herren, Holzpantinen für die einfachen Leute und feine Pantöffelchen aus Seide mit Goldborte und Pailletten im Angebot. Eine Apotheke gehört ebenso wie ein Hoftheater oder ein Bauernhof zur „Mon plaisir“-Sammlung, und nicht zuletzt sind die vielen, bei Hofe spielenden Szenen erwähnenswert. In der Hofküche wird das Festmahl bereitet, darunter im Keller der Wein abgefüllt, im Musikzimmer wird gesungen und musiziert, in einem Salon Karten gespielt und beim großen Tanz- und Unterhaltungsabend Menuett getanzt. Auch ein Porzellankabinett in Miniaturformat ist zu sehen, in welchem der Fürst gerade einen Gast empfängt.

In der Beletage des Schloßmuseums kann man ein solches Kabinett – ein Raum extra nur für kostbares Porzellan – in Originalgröße bestaunen. Ungefähr tausend Porzellane aus China und Japan stehen auf blattähnlichen Konsolen, Tischen, Kaminsimsen und auf dem Boden.

Fürst Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen ließ das Haus zwischen 1729 und 1734 errichten.  Es sollte nach seinem Tod, seiner Frau Elisabeth Albertine, geb. Prinzessin von Anhalt-Bernburg als Witwensitz dienen. Hervorragende Exponate sind in den einstigen Wohnräumen des Fürsten zu sehen, darunter ein flämischer Bildteppich aus dem 16. Jahrhundert, auf dem Affen wie Menschen agieren, ostasiatische und frühe Meißner Porzellane aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Dorotheenthaler Fayencen und eine sehenswerte Sammlung barocker Pokale. Im restaurierten Festsaal kann man erahnen, welch wunderbare Feste, in rauschenden Gewändern aus Seide und Samt, hier einst gefeiert wurden.

Im Dachgeschoß befindet sich eine multimediale Ausstellung. Diese widmet sich dem jungen Johann Sebastian Bach und seiner Zeit in Arnstadt. Verschiedene Hörstationen und Filme gewähren Einblicke in das Leben und Wirken des jungen Musikers.
 
Das Ausstellungsangebot wird ergänzt durch Sonderausstellungen zeitgenössischer Kunst, Kunsthandwerk und (kultur-)historischen Themen.


Schloßmuseum Arnstadt
Schloßplatz 1 / 99310 Arnstadt
Tel.: 03628/ 602932
Fax: 03628/ 48264
www.arnstadt.de
www.facebook.com/schlossmuseum
schlossmuseum@kulturbetrieb-arnstadt.de

Öffnungszeiten: Di-So und an Feiertagen 9.30-16.30 Uhr
Eintritt: Erwachsene 6 €, Kinder 3,50 €, Schulklassen 10 €, Familienkarte 12 €
Audioguide von Kindern für Kinder: Ausleihgebühr 10 €
Museumspädagogische Angebote für Schulklassen unter: www.kulturbetrieb.arnstadt.de

©Foto Festsaal: Schloßmuseum; Fotos Puppenstadt: Detlef Marshall