Kindergartenformen Teil 1/4 - von A bis H

Irgendwann ist es soweit und man muss eine geeignete Kindertagesbetreuung für seine Kleinen finden. Es ist nicht immer leicht, die richtige Wahl für seine Kinder zu treffen und auch wir können euch diese Entscheidung nicht abnehmen. Jedoch stellen wir euch in diesem Artikel einige Kindergartenformen von A bis H vor, von denen ihr vielleicht noch nicht gehört habt. Wir hoffen, dass euch unser Artikel einen Überblick verschafft und ihr einen passenden Kindergarten für eure Kinder findet.
Kindergarten_Formen

Bauernhof-Kindergarten

Diese Kindergartenform dient primär dem Erleben der Landwirtschaft und den damit verbunden Aufgaben und Kenntnissen. Die Kinder haben dabei einen engen Kontakt zu Tieren und der Natur und können dadurch bereits von klein auf ein Verständnis für die Natur und deren nachhaltige Bewirtschaftung entwickeln. Bereits im Kindergartenalter können die Kleinen dadurch wichtige Kompetenzen, wie Verantwortung und Empathie erlernen. Die Pädagogen und Landwirte haben ein enges Verhältnis und können sich somit über landwirtschaftliche Themen austauschen. Dadurch kann man eine praxisnahe Wissensvermittlung realisieren, die gleichzeitig alters- und entwicklungsgerecht ist. Es gibt unterschiedliche Modelle: Entweder der Kindergarten befindet sich direkt auf einem Bauernhof; ein Bauernhof steht in einem nahen Umfeld oder der Kindergarten betreibt selbst Landwirtschaft mit Tieren, Äckern oder Gärten. Den Kindern wird der Anbau und die Verarbeitung von Lebensmitteln nahegebracht und somit kann eine Wertschätzung unserer Nahrung und Natur gefördert werden. Ein wichtiger Aspekt dieses Pädagogikansatzes ist das vielfältige Erleben und das anschließende Verknüpfen des Erlebten mit den zu vermittelnden Themen.

Bewegungs-Kindergarten

Dieser Kindergarten bieten den Kindern das, was leider oft zu kurz kommt in der heutigen Zeit: Bewegung. Viele Kinder sind einfach nicht ausgelastet, weil sie weder im Kindergarten noch privat ausreichend körperlich gefordert werden. Die voranschreitende Digitalisierung wirkt sich teilweise nachteilig auf die Entwicklung der Kinder aus, und der Fernseher wird oftmals gegenüber dem Spielplatz favorisiert. Diesem Bewegungsmangel wirken diese speziellen Kindergärten entgegen, indem sie zum Beispiel in der Regel einen eigenen Raum für Bewegung haben. Dieser sollte von den Kindern in ihren zeitlichen Freiräumen frei genutzt werden dürfen. Das gemeinsame Spielen und Toben fördert parallel soziale Fähigkeiten wie Toleranz und Fairness. Darüber hinaus lernen die Kinder aber auch ihre körperlichen Grenzen kennen und können sich selbst besser einschätzen. Mithilfe der Bewegung kann die Produktivität und Konzentrationsfähigkeit wesentlich gesteigert werden. Bewegungskindergärten stellen ausreichend Materialien zur Verfügung, die zum Turnen, Klettern und Austoben anregen sollen.

Elterninitiativen

Diese Betreuungsform ist in erster Linie eine Reaktion auf den Mangel an Kindergartenplätzen. Die Elterninitiativen sind meist als eingetragener Verein organisiert und die Eltern haben direkten Einfluss auf die Gestaltung der Erziehung und der Tagesabläufe. Somit stellt diese Form gegenüber gewöhnlichen Kindergärten eine flexiblere Betreuungsform dar. Aufgrund der Leitung durch Eltern, müssen diese sich auch um alle notwendigen Aufgaben und Bereiche kümmern, die mit dem Betreiben einer solchen Einrichtung einhergehen. Dazu zählen, je nachdem wie die Initiative organisiert ist, Tätigkeiten wie das Betreuen der Kinder, Einkaufen, die Säuberung der Räume, das Kochen und vieles mehr.

Freinet-Pädagogik

Der pädagogische Ansatz nach Célestin Freinet, stellt das Kind und dessen Wünsche und Bedürfnisse in den Vordergrund. Hierbei wird der Erwachsene eher als Beobachter im Hintergrund verstanden statt als aktiver Steuermann. Freinets Ansatz legt einen besonderen Wert darauf, dass jedes Kind seinen individuellen Entwicklungsweg gehen darf. Man soll den Kindern auch Freiheiten einräumen und ihnen die Chance geben, die Welt auf ihre eigene Weise zu entdecken und erleben. Die Abläufe sind nicht so streng von Erziehern durchgeplant wie sonst üblich, stattdessen dürfen Kinder entscheiden, ob sie gerade lieber basteln oder essen wollen. Es ist ein außergewöhnliches Betreuungskonzept, welches jedoch besonders die Selbstständigkeit der Kinder enorm fördern kann.

Fröbel-Kindergarten

Fröbel war der Gründer des ersten Allgemeinen Deutschen Kindergartens. Er verstand Spielen als eine Möglichkeit sich auszudrücken und betrachtete die Kindheit als eine Lebensphase in der Erziehung und Bildung besonders wichtig sind. Sein Grundsatz „Inneres äußern und Äußeres verinnerlichen“  bringt zum Ausdruck, wie wichtig ihm auch die Selbstbildung eines Kindes durch Erfahrungen ist. Das Kind soll die Welt durch eigene Tätigkeiten selbst entdecken und erschließen. Durch die Nutzung von Fröbelgaben, welche der Pädagoge selbst entwickelt hat, kann bereits im frühen Alter ein Verständnis für Formen geschaffen werden. Die Kinder können sich durch das Anfassen und Spielen mit den einzelnen Bestandteilen die Welt erschließen und bereits in einem frühen Stadium mathematische Vorkenntnisse entwickeln.

Hochbegabtenförderung

Die Hochbegabtenförderung zielt primär darauf ab, überdurchschnittliche Fähigkeiten und Stärken des Kindes zu erkennen. Besonders hochbegabte Kinder können schnell frustriert sein, wenn sie unterfordert sind. Dem will man entgegenwirken und das Potenzial bereits frühzeitig fördern. Eine ungewöhnliche Begabung kann in den verschiedensten Bereichen ausgeprägt sein. Kindern mit überdurchschnittlichen Leistungen und Fähigkeiten fällt es in ihrem Gebiet viel leichter Dinge zu erfassen oder zu lösen. Sie sind dabei wesentlich motivierter als ihre Altersgenossen und brauchen eine individuelle Betreuung.

 

Weitere Kindergartenformen findet ihr hier:
Kindergartenformen von I bis M
Kindergartenformen von N bis S
Kindergartenformen von S bis W

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