Anzeige

Weggen wegbringen, Babypinkeln & Co

Weggen wegbringen, Babypinkeln und Baby Shower - Schöne, skurrile und lustige Bräuche zur Geburt
Babypinkeln, Weggen wegbringen & Co

Bräuche zur Geburt

Die Geburt eines Kindes ist nicht nur für die Eltern ein großes Ereignis. Auch Freunde, Verwandte und Bekannte freuen sich mit dem Paar und wollen zum Nachwuchs gratulieren – und ihn natürlich auch sehen.

In verschiedenen Regionen haben sich so über die Generationen schöne, skurrile und lustige Bräuche rund um die Geburt entwickelt, mit denen die Ankunft eines neuen Lebens feierlich begangen wird. Drei dieser Traditionen stellen wir hier vor.

 

Baby Shower Party

Die Baby Shower – zu deutsch Babydusche – ist ein Brauch, der eigentlich aus den USA stammt, aber auch in Deutschland mehr und mehr Verbreitung findet. Genau genommen kann man ihn auch nicht zu den "Geburtsbräuchen" zählen, denn die Babydusche findet meist ungefähr zwei Monate vor der Geburt statt. Bei diesen Babypartys sind in den meisten Fällen nur Frauen anwesend, Freundinnen der weibliche Verwandte und Bekannte. Diese bringen dann kleine Geschenke mit, meist Spielzeug oder Kleidung für das Kind. Gewöhnlich ist eine solche Veranstaltung kitschig-bunt und lustig gestaltet. Es gibt Sekt oder Champagner für die Gäste und etwas Alkoholfreies für die werdende Mutter. Begleitet wird das Ganze von kleinen kreativen Spielen rund um das Thema Schwangerschaft und Mutterwerden. Tipps für solche Späße, Deko und alles, was zur Baby Shower gehört, finden Sie hier.

 

Pullerparty / Babypinkeln

Dieser norddeutsche Brauch, der sich in verschiedenen Formen auch im Rest Deutschlands ausgebreitet hat, wird auch Babypinkeln oder Pinkelparty genannt. Diese kleine Feierlichkeit findet direkt nach der Geburt des Kindes im Elternhaus statt und wird vom Vater organisiert, der Freunde, Verwandte und Nachbarn zu einem Umtrunk einlädt. Die Mutter erholt sich indes von den Strapazen der Geburt und befindet sich mit dem Säugling noch im Krankenhaus. Bisweilen findet die Party auch später statt, damit Mutter und Kind dem Ereignis beiwohnen können, meist aber noch vor der Taufe des Neugeborenen. Das Anstoßen mit zumeist alkoholischen Getränken und deren Genuss steht dabei symbolisch für das "Wasserlassen" des Babys. Damit alle von der Geburt mitbekommen, werden traditionell Laken aus dem Fenster gehängt. Für die Einladungen werden aber auch Karten mit Geburtssprüchen an die Gäste geschickt. Eine Auswahl verschiedener Gedichte und Verse findet man beispielsweise auf familiensache.com.

 

Weggen wegbringen

Im südwestlichen Niedersachsen (Emsland, Grafschaft Bentheim, Raum Osnabrück) und im nördlichen Nordrhein-Westfalen (Münsterland) ist es ein verbreiteter Brauch den Weggen wegzubringen. Der Weggen ist ein traditioneller Stuten bzw. Hefezopf mit Rosinen, manchmal auch mit Guss überzogen. Im Nordwesten Deutschlands wird er Kilmerstuten genannt. Innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes wird eine Leiter festlich geschmückt, der Stuten darauf gelegt und von vier bis sechs Personen durch die Nachbarschaft zum Elternhaus getragen, wobei den Nachbarn Ständchen gesungen werden.

Weggen wegbringen - Kleidung

Die Kleiderordnung sieht dabei schwarze Hosen und weiße Oberteile (Hemden/Blusen) vor. Am Elternhaus angekommen, lässt man das Ereignis gegen Abend gemeinsam ausklingen. Das Umhertragen eines Kilmerstuten nennt man dementsprechend kilmern.

 

Geburtsbräuche aus aller Welt

Diese und noch weitere Brauchtümer gibt es, um die Ankunft eines neuen Erdenbürgers feiern. Auch in anderen Ländern gibt es solche Bräuche, aber auch viel Aberglauben, der mit dem Thema Schwangerschaft und Geburt zu tun hat. Eine Auswahl haben wir hier für Sie entdeckt.